Spartenübergreifende Rennen als neues Erfolgskonzept in der Steiermark

Die Steiermark Rad-Nachwuchs-Trophy 2020 wurde in dieser Saison unter einem neuen sportlichen Konzept ausgetragen. Die polycyclide Radausbildung stand dabei groß im Augenmerk. Das bedeutet, dass die Nachwuchsrennen der Klassen U11, U13 und U15 im Cup spartenübergreifend ausgetragen wurden mit fünf Straßenrennen als auch fünf Mountainbikerennen, die in die Wertung einflossen.

„Schon vor Corona hatten wir dieses Konzept. Der Lockdown hat uns dann Kurz einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber am Ende konnten wir den Cup im Sommer und Herbst noch gut durchführen“, zeigte sich Landestrainer Florian Moser zufrieden mit der Premiere. „Im Hauptaugenmerk stand natürlich, dass wir mit dem spartenübergreifenden Konzept bei unseren jungen Athleten eine Bewusstseinsbildung für die andere Sportart durchführen wollten. Wir haben viele Vereine, die auf beiden Untergründen unterwegs sind, aber auch Athleten, die sich früh schon spezialisieren“, erklärte Moser.

Um dieser frühen Spezialisierung ein wenig entgegenzuwirken, haben sich die Verantwortlichen in der Steiermark zum neuen Cupsystem entschieden: „Der Cup ist gut angenommen worden. Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, wie wichtig die unterschiedlichen Ausbildungen später werden. Wir haben einige gute Mountainbiker, die später dann den Weg auf die Straße gefunden haben und noch heute von der damaligen Ausbildung profitieren, vor allem im Hinblick auf die Bike-Beherrschung.“ 

In der Nachwuchsarbeit streben die Steirer noch keine Spezialisierung an, da diese dann ab der U17 sowieso erfolgt, wo die jungen Fahrer in die Nationalteams dann aufrücken. „So stellen wir auch sicher, dass die jungen Athleten und Athletinnen auch andere Belastungsformen lernen, die Anzahl der Rennen steigt und sie sich auch auf unterschiedlichen Untergründen beweisen müssen“, schilderte Moser.

Wirkliche Vorteile für Spezialisten gibt es nicht, da die Anzahl der Rennen ausgeglichen ist und für die Gesamtwertung jene Fahrer, die auf beiden Untergründen gut fahren können, gute Chancen haben. Auch, dass die Nachwuchssportler zwei Räder aufbringen müssen für den Cup, ist kein Problem: „Zum einen spielt im Nachwuchs das Material keine so übergeordnete Rolle, zum anderen haben wir auch viele Leihräder bei den Vereinen und beim Verband und können so alle Anfragen hierzu gut abdecken“.

Und die jüngsten Starter, jene der Kategorie U11 haben sowieso eine freie Radwahl. „Wichtig ist die Teilnahme und nicht der Erfolg. Die Athleten sollen in den anderen Bereich reinschnuppern, Punkte sammeln, aber der zweite Untergrund ist kein entscheidender Faktor für den Gesamtsieg. Das haben wir bei der Premiere gesehen“, so Moser.

Denn vor allem nach dem Cup, der der Einstieg in den Sport ist in der Steiermark, warten viele Möglichkeiten für die Athleten. So hat die Steiermark mit dem KTM Factory Team nun eine Mountainbike-Mannschaft, welche Einsätze bis zum Weltcup plant, mit der Equipe WSA KTM Graz eines der stärksten Kontinentalteams Österreichs und mit Cookina Graz ein absolutes Aushängeschild im heimischen Frauenradsport. Und auch darunter leisten die lokalen Vereine eine tolle Arbeit. „Für die Zukunft sind wir gut gerüstet“, freute sich Moser.

©Roman Maier

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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