ÖSV – Wintersportsplitter

Schisprung: Hayböck verpasst Medaille knapp
***Michael Hayböck wird Vierter bei der Skiflug-WM in Planica***

Bei optimalen Bedingungen ging der zweite Teil des Einzelbewerbes der Skiflug-Weltmeisterschaft in Planica (SLO) über die Bühne. Nach vier Sprüngen fehlten Michael Hayböck 14,2 Punkte auf eine Medaille. Weltmeister wurde der Deutsche Karl Geiger.

Hayböck, der bereits zur Halbzeit auf dem vierten Rang lag, zeigte im Finale Flüge auf 237,5 und 220,5 Meter. Der Oberösterreicher holte damit sein bestes Einzelergebnis bei einer Skiflug-WM. Die beiden anderen Österreicher Philipp Aschenwald und Gregor Schlierenzauer konnten keine Platzierungsverbesserungen erreichen. Aschenwald belegte Rang 18 und Schlierenzauer wurde 28.

Die WM endet morgen mit dem Teambewerb. Das ÖSV-Aufgebot umfasst Michael Hayböck, Philipp Aschenwald, Gregor Schlierenzauer und den WM-Debütanten Timon-Pascal Kahofer.

***Stimme***

Michael Hayböck: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich freuen oder ärgern soll. Der erste Sprung war genial. Der zweite Sprung war nicht ganz so harmonisch. Direkt aus der Quarantäne nach einer Corona-Infektion um eine Medaille mitzukämpfen, darauf kann ich stolz sein. Deshalb werde ich mich nur kurz ärgern. Ich werde gut schlafen.“

***Weiteres Programm der Skiflug-WM***           
           
Sonntag, 13. Dezember         
15:00 Uhr: Probedurchgang  
16:00 Uhr: Wettkampf (Team)          
           
Alle Zeiten: CET

Raceboarder: Benjamin Karl fährt bei Weltcupstart in Cortina als Dritter aufs Podest

Benjamin Karl hat am Samstag beim Weltcupstart der Raceboarder einen Podestplatz für das ÖSV-Team erobert! Der 35-jährige Niederösterreicher landete beim Parallelriesentorlauf in Cortina d’Ampezzo (ITA) nach einem Erfolg im kleinen Finale gegen den Italiener Mirko Felicetti (+0,15 Sekunden) auf Rang drei. Der Sieg ging an den italienischen Routinier Roland Fischnaller, der vor seinem Landsmann Aaron March triumphierte. Fischnaller, der auch im Vorjahr in Cortina gewonnen hatte, setzte sich auf dem Weg zum Sieg im Viertelfinale gegen den Salzburger Andreas Prommegger (+0,13) und im Halbfinale auch gegen Karl (+0,28) durch.

Karl entschied seine ersten beiden Duelle gegen seinen ÖSV-Teamkollegen Alexander Payer (+0,05) und den Italiener Daniele Bagozza (+0,02) jeweils knapp für sich. Prommegger, der in der Auftaktrunde dem russischen Doppelweltmeister Dmitry Loginov (+1,51) das Nachsehen gab, reihte sich im Endklassement an der siebenten Stelle ein. Payer belegte Rang 13. Lukas Mathies, der als vierter Österreicher die Entscheidung der Top 16 erreicht hatte, wurde 15. Die weiteren Platzierungen der ÖSV-Herren: 17. Sebastian Kislinger, 20. Arvid Auner, 25. Aron Juritz, 40. Matthäus Pink. Ohne Wertung nach Out im ersten Quali-Lauf: Dominik Burgstaller, Fabian Obmann.

Vom heimischen Damenduo war einzig Daniela Ulbing im 16er-Finale vertreten, in dem sich die Kärntnerin im Achtelfinale der späteren Siegerin Ester Ledecka (CZE) um 0,88 Sekunden geschlagen geben musste. Claudia Riegler (23.) verpasste nach einem schweren Fehler im ersten Qualifikationslauf den Finaleinzug. Ledecka siegte vor dem deutschen Trio Selina Jörg, Ramona Hofmeister und Cheyenne Loch.

*** Stimmen: ***

Benjamin Karl (3.): „Ich habe vor dem Rennen gesagt, dass es schön wäre, mit einem Stockerlplatz in den Weltcup zu starten, und jetzt ist es auch tatsächlich einer geworden. In den ersten beiden Runden haben ein paar Hundertstel den Ausschlag zu meinen Gunsten gegeben. Da hat mir wohl auch mein unbedingter Wille geholfen, solche engen Duelle auch zu gewinnen. Gegen Fisch (Roland Fischnaller, Anm.) war ich schon vorne, aber im Flachstück vor dem Zielhang ist er an mir wie ein Schnellzug vorbeigefahren. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass ihm Passagen wie diese extrem liegen. Ich bin trotzdem sehr happy, wie das heute für mich gelaufen ist.“

Andreas Prommegger (7.): „Zunächst muss man einmal den Organisatoren ein riesiges Kompliment aussprechen, die nach den intensiven Schneefällen in der vergangenen Woche eine großartige Arbeit geleistet haben und die Piste perfekt präpariert haben. Fahrerisch bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Platz neun in der Qualifikation war solide, der Sieg über Loginov konnte sich auch sehen lassen. Gegen Fischnaller hätte ich im oberen Teil nicht besser fahren können, im Flachstück war er einmal mehr unantastbar. Ich weiß jetzt, wo ich stehe und fahre mit einem sehr positiven Gefühl zu den nächsten Rennen.“

Daniela Ulbing (16.): „Die Qualifikation war mit einem großen Schnitzer im ersten Lauf und gleich zwei schweren Fehlern im zweiten Lauf noch ziemlich durchwachsen. Gegen Ester Ledecka habe ich dann aber lange sehr gut dagegenhalten können. Vor dem Flachstück bin ich aber ein Tor zu direkt angefahren und habe dadurch viel Tempo verloren. So etwas darf dir gegen Ester aber nicht passieren, das nützt sie gnadenlos aus. Für die nächsten Rennen gilt es, die guten Sachen zu verfestigen und die Fehlerquote zu minimieren.“

Die Raceboarder setzen am kommenden Donnerstag, 17. Dezember 2020, den Weltcup in Carezza (ITA) fort, wo ebenfalls ein Parallelriesentorlauf gefahren wird.


Alpin:

WALDER ERSTMALS AM PODEST

Beim Super-G in Val d’Isere (FRA) gelang den ÖSV-Herren der erste Podestplatz in dieser Saison. Christian Walder wurde beim Sieg des Schweizers Mauro Caviezel Dritter und stand damit erstmals in seiner Karriere auf dem Podium.

Bei schwierigen Bedingungen mit Schneefall und schlechter Sicht ging in Val d’Isere (FRA) mit einem Super-G der erste Speed-Bewerb in dieser Saison über die Bühne. Das österreichische Team präsentierte sich stark und konnte mit dem dritten Platz von Christian Walder, dem mit Startnummer acht ein fehlerfreier Lauf gelang, den ersten Saisonpodestplatz bejubeln.

Der 29-jährige Kärntner, der sich in der gestrigen Qualifikation für die Abfahrt nicht durchsetzten konnte, ging mit einer gewissen Wut im Bauch an Start und damit gelang ihm, vor allem im unteren Teil der Strecke, ein optimaler Lauf. Für den Fresacher war es der erste Podestplatz im Weltcup in seiner Karriere, nachdem er im Februar beim Super-G in Saalbach-Hinterglemm als Vierter dieses hauchdünn verpasst

Dritter im Super-G

Mit 77 Hundertstel Rückstand holte Vincent Kriechmayr den fünften Platz. Ein Fehler im Mittelstück kostete dem Oberösterreicher entscheidende Zehntel, der sich dennoch mit seiner Leistung zufrieden zeigte. Matthias Mayer, der mit den weichen Verhältnissen zu kämpfen hatte, verpasste als Elfter die Top-10 knapp (+0,97 Sek.). Mit einem soliden Lauf bei schwieriger werdenden Bedingungen gelang es Max Franz in die Top-15 zu fahren. Der Kärntner wurde mit 1,06 Sekunden Rückstand 14.

Die weiteren Österreicher: Hannes Reichelt (25.), Christoph Krenn (29.), Raphael Haaser (30.), Niklas Köck (31.), Daniel Danklmaier (39.), Daniel Hemetsberger (50.).

ERGEBNIS

STIMMEN

Vincent Kriechmayr: „Eigentlich bin ich mit meiner Leistung ganz zufrieden. Der Rückstand ist durch einen Fehler an einer ungünstigen Stelle leicht erklärbar, aber mit der restlichen Fahrt bin ich nicht unzufrieden. Ich war am Limit unterwegs und habe mich ganz gut gefühlt.“

Matthias Mayer: „Bei den weichen Bedingungen mit dem Neuschnee ist es für mich immer schwierig auf Zug zu kommen. Da gehen mir dann leider die nötigen Zehntel ab, um vorne unter die Top-5 zu fahren.“

Morgen Sonntag steht um 10:30 Uhr eine Abfahrt auf dem Programm. ORF1 überträgt das Rennen live.

STARKES MANNSCHAFTLICHES ERGEBNIS DER RTL-DAMEN

In Courchevel (FRA) zeigten die Technikerinnen, was in ihnen steckt. In beiden Durchgängen konnten sie bei schwierigen Bedingungen ihr Können unter Beweis stellen und landeten drei Top-10-Platzierungen. Der Sieg ging an die Sölden-Gewinnerin Marta Bassino (ITA). 

Der erste Saison-Riesentorlauf in Sölden verlief nicht nach Wunsch – die beste Österreicherin landete auf dem 15. Platz. Beim heutigen Rennen in Courchevel (FRA) zeigte die Athletinnen, was in ihnen steckt. Katharina Liensberger führt als Sechste das starke mannschaftlich Ergebnis an. Für die Vorarlbergerin ist dies das zweitbeste Riesentorlauf-Ergebnis im Weltcup.

„Das Ergebnis ist super und ich freue mich riesig! Umso cooler ist es, dass wir hier morgen nochmals fahren dürfen. Es war unruhig und vom ersten bis zum letzten Tor richtig zum Fighten. Ich weiß, dass heute gute Schwünge dabei waren, aber das war noch nicht alles, so wie ich mir das vorstellen.

Die verletzungsgeplagte Stephanie Brunner zeigte ihre Klasse und platzierte sich, trotz einem fehlerhaften zweiten Lauf, auf dem siebenten Rang.

„Man muss ab dem ersten Tor kämpfen und darf nicht zurückziehen. Mein zweiter Lauf war nicht so souverän, es waren ein paar Schnitzer drinnen, da würde noch mehr gehen. Ich denke mit einem siebenten Rang kann ich mehr als zufrieden sein!“ Stephanie Brunner

Foto: GEPAStephanie Brunner wurde zweitbeste Österreicherin

Ricarda Haaser machte im zweiten Durchgang einen Sprung nach vorne. Sie komplettiert die Top-10 als Zehnte, ist aber mit diesem Ergebnis noch nicht ganz zufrieden.

„Die letzte Frechheit fehlt noch. Es waren gute Schwünge dabei, aber es war noch nicht Vollgas – es geht noch besser. Für morgen gilt es genau zu analysieren und gut Ski zu fahren.“ Ricarda Haaser

Die restlichen Österreicherinnen zeigten ebenso ihre gute Form. Katharina Truppe wurde 11., Franziska Gritsch machte im zweiten Durchgang einen großen Sprung nach vorne und landete auf dem 14. Rang, Ramona Siebenhofer und Elisa Mörzinger runden das Ergebnis als 24. und 25. ab.
Morgen gibt es in Courchevel noch einen Riesentorlauf – Durchgang 1 startet um 09.30 Uhr, der zweite Lauf beginnt um 12.30 Uhr.

Hier das offizielle Ergebnis!

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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