Narzissen Vital Resort Bad Aussee – Solebad & Suitenhotel wird verkauft. Update

Zentraler Nerv berührt

Die Angelegenheit betrifft einen zentralen Lebensnerv, das Narzissen Vital Resort Bad Aussee – Solebad & Suitenhotel ist ein zentraler Wirtschaftsbetrieb im Ausseerland Salzkammergut und hat neben vielen Tagesgästen auch zwischen 100.000 und 110.000 Nächtigungen gebracht.

Warum ein Verkauf?

Offenbar sind die beiden Investorengruppen, eine Grazer Gruppe und ein russischer Investor, der in Schwierigkeiten geraten ist, über die zukünftige Strategie uneinig: Die Frage, weiteres Investment oder Verkauf, ist zugunsten von letzterem entschieden worden. Als Interessenten gibt es die Turnauer – Gruppe und die Familie Seidl aus Krems. Ob die laufenden Verhandlungen bald abgeschlossen werden können, ist derzeit fraglich. Update: Inoffiziellen Meldungen zufolge habe ein Investor zusätzliches Interesse an weiteren Einrichtungen in Bad Aussee und Bad Mitterndorf

Öffentliche Mittel in erheblichem Ausmaß im „Spiel“. Zahlen mit Annäherungscharakter

Die Situation ist nun auch für die Stadtgemeinde nicht ganz einfach: Als das Narzissenbad 2013 eröffnet wurde, sprach man davon, dass man in das Solebad auf dem Lerchenreither Plateau mit Kur- und Therapieeinrichtungen knapp 20 Millionen Euro investiert und rund 50 Arbeitsplätze geschaffen habe. Das Land Steiermark und die Gemeinde Bad Aussee brachten in Form einer stillen Beteiligung € 8,3 Millionen ein, hinzu kamen noch einmal 1,5 Millionen Förderungen des Wirtschaftsministeriums. Für Land und Gemeinde gibt es wegen der Beteiligung entsprechende Verträge. In das 2015 eröffnete Narzissenhotel hat man für 52 Wohneinheiten in 2 Blöcken noch einmal 12 Mio Euro investiert. Somit ergibt sich ein Investitionssumme von mindestens 32 Mio, allerdings wurden im Laufe der Zeit immer wieder 35 Mio kolportiert. Das Narzissenbad wurde also, wie obige Rechnung zeigt, mit etwa 50 Prozent öffentlichen Mitteln gefördert, ob es auch Förderungen für das Hotel gegeben hat, ist derzeit der Redaktion nicht bekannt. Dass Förderungen beim Verkauf eine Rolle spielen könnten, ist sehr wahrscheinlich, da sie mit bestimmten Auflagen für mehrere Jahre verbunden sind.

Ungewisse Zukunft

Über die Zukunft, den Kaufpreis und eine entsprechende Strategie eines neuen Eigentümers zu reden, ist reine Spekulation. Fest steht, dass die Gemeinde will, dass die bestehenden Verträge mit den bisherigen Investoren von den neuen Eigentümern übernommen werden. Auch müsse, nach Rücksprache mit Bürgermeister Franz Frosch, die öffentliche Zugänglichkeit gewährleistet sein. Grundsätzlich kann das Resort um weitere 5 Blöcke erweitert werden (das wären dann insgesamt 7), die Errichtung von Appartements oder die Umwandlung der bereits bestehenden Hotelzimmer in solche ist nicht möglich, da die Anlage als Erholungsgebiet gewidmet ist. Aber es gibt natürlich Modelle, wo dies umgangen wird, z.B. kann Eigentum von auswärtigen Investoren erworben werden, muss aber dann touristisch über einen längeren Zeitraum im Jahr genutzt werden (Buy to let, zB. Hagan Lodge in Altaussee….)

Natürlich kann der Betrieb theoretisch, wie viele andere Thermen, in den Konkurs geschickt werden, das wäre dann die schlimmste Lösung, auch für die Gemeinde, weil Masseverwalter nach anderen Kriterien entscheiden müssen.

Investorensprecher Dkfm. Richard Winkler wollte sich zum Thema Verkauf gegenüber dem ARF nicht äußern, er bestätigte aber die Verhandlungen mit den beiden oben genannten Interessenten.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at