VCÖ: Verkehr ist in Steiermark der Sektor mit den am stärksten gestiegenen Treibhausgas-Emissionen

VCÖ-Tipps: Klimaverträglicher mobil sein und Geld sparen

VCÖ (Wien, 11. Dezember 2020) – Während insgesamt die Treibhausgas-Emissionen in der Steiermark seit dem Jahr 1990 zurückgegangen sind, sind die Emissionen des Verkehrs um drei Viertel gestiegen, mach der VCÖ aufmerksam. Der VCÖ fordert ein Vorziehen der ökosozialen Steuerreform und die Abschaffung des Dieselprivilegs. Zudem gibt der VCÖ Tipps, wie die Klimabilanz des Verkehrs verbessert und dabei einiges an Geld gespart werden kann.

Der Verkehr ist Steiermarks größtes Sorgenkind beim Klimaschutz. Während beispielsweise der Gebäudesektor seine Emissionen seit dem Jahr 1990 um 1,1 Millionen Tonnen reduziert hat, sind die Emissionen des Verkehrs um fast 1,6 Millionen gestiegen. Im Jahr 1990 verursachten Verkehr und Gebäude fast gleich viel CO2, heute ist der CO2-Ausstoß des Verkehrs dreieinhalb mal so hoch wie jener der Gebäude, verdeutlicht der VCÖ.

„Den Verkehr auf Klimakurs bringen ist möglich und auch nötig. Wir alle haben die Verantwortung, unseren Kindern eine intakte Umwelt zu übergeben. Gemeinsam schaffen wir es, den Verkehr auf Klimakurs zu bringen“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest.

Gefordert ist die Bundesregierung, die ökosoziale Steuerreform vorzuziehen und die Steuerbegünstigung von Diesel abzuschaffen. Eine ökosoziale Steuerreform hilft auch im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit. „Werden CO2 und Umweltverschmutzung endlich bepreist, dann können die Steuern auf Arbeit reduziert werden, was die Schaffung neuer Arbeitsplätze unterstützt“, so VCÖ-Expertin Rasmussen. Zudem ist die globale Nachfrage nach klimaverträglichen Technologien für das Exportland Österreich eine enorme wirtschaftliche Chance. Gerade Österreich hat sehr gute Voraussetzungen, den Klimaschutz als Konjunkturlokomotive und Jobmotor zu nutzen.

Der VCÖ hat Tipps zusammengestellt, die es jedem und jeder erleichtern klimafreundlicher mobil zu sein. So liegt ein großes Potenzial bei den Kurzstrecken. Immerhin ist etwa jede 10. Autofahrt in fußläufiger Distanz von weniger als eineinhalb Kilometer, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz. „Gerade jetzt, wo wir weniger Sport machen können, ist es wichtig, jede Möglichkeit zur Bewegung zu nutzen. Wer Kalorien statt Sprit verbrennt, schützt das Klima, spart Geld und tut der eigenen Gesundheit Gutes“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Wer Kurzstrecken mit Fahrrad oder zu Fuß statt mit dem Auto zurücklegt, vermeidet pro 100 Kilometer rund 25 Kilogramm CO2.

Auch wer mit dem Öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto fährt, reduziert die Treibhausgas-Emissionen. 500 Kilometer mit der Bahn statt mit dem Auto zu fahren, vermeidet rund 100 Kilogramm CO2. Wer spritsparend Auto fährt, kann den Spritverbrauch um rund 15 Prozent reduzieren. Pro 10.000 Kilometer kann im Schnitt der Spritverbrauch um rund 100 Liter reduziert werden. Das spart Geld und vermeidet rund 250 Kilogramm CO2.

Weiterer Tipp des VCÖ: Dort, wo es möglich ist, im Ort einkaufen. Zum einen wird die Nahversorgung gestärkt und die Gemeinde belebt. Zum anderen können kurze Einkaufswege leichter zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden. Beim Einkauf selber auf nachhaltige und regionale Produkte achten. So wird auch ein Beitrag geleistet, den Lkw-Verkehr zu verringern.

An die Gemeinden appelliert der VCÖ, es der Bevölkerung durch eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und durch eine gute Rad-Infrastruktur so einfach wie möglich zu machen, Alltagswege gesund und klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695

VCÖ-Tipps für klimaverträgliche Mobilität

1. Kurzstrecken nicht mit dem Auto fahren, sondern bewegungsaktiv zu Fuß oder mit Fahrrad zurücklegen. Motto „Kalorien verbrennen statt Sprit“

2. Wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel nutzen

3. Wenn mit dem Auto, dann spritsparend fahren (gleiten statt rasen, rasch in den nächst höheren Gang schalten, vorausschauend fahren – Motorbremse nutzen)

4. Fahrgemeinschaften bilden

5. Zweitauto einsparen

6. Sich am Arbeitsplatz für klimafreundliche Mobilität einsetzen

7. Zu Fuß oder mit Fahrrad einkaufen schützt das Klima und stärkt die Nahversorgung

8. Viele Lebensmittel landen ungebraucht im Müll. Deshalb nicht mehr einkaufen als nötig. Spart Geld und trägt dazu bei, Lkw-Transporte zu reduzieren.

9. Beim Einkaufen regionalen Produkten den Vorrang geben. Auch das trägt dazu bei, Gütertransporte zu reduzieren

10. Online-Bestellungen: Retoursendungen vermeiden, umweltfreundliche Zustelldienste verlangen
Quelle: VCÖ 2020

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at