VCÖ: 3-Liter Auto als Standard würde steirischen Autofahrern rund 285 Millionen Euro an Spritkosten ersparen

VCÖ: Bei Durchschnittsverbrauch von 3-Liter sinken CO2-Emissionen von steirischen Autos in Summe um 690.000 Tonnen pro Jahr

VCÖ (Wien, 4. Dezember 2020) – Vom 3-Liter-Durchschnittsverbrauch ist die steirische Autoflotte leider weit entfernt. Der reale Spritverbrauch pro 100 Kilometer der steirischen Diesel-Pkw beträgt im Schnitt sechseinhalb Liter, der Benzin-Pkw sieben Liter. Der zu hohe reale Spritverbrauch der Pkw kommt den steirischen Autofahrern und der Umwelt sehr teuer, macht der VCÖ aufmerksam. Gelingt es den Durchschnittsverbrauch auf 3 Liter zu senken, reduziert sich der jährliche Spritverbrauch um rund 275 Millionen Liter und der CO2-Ausstoß um rund 690.000 Tonnen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die NoVA-Reform ist ein Schritt, damit die Autoflotte spritsparender wird.

Der reale Spritverbrauch der steirischen Autoflotte ist in den vergangenen 20 Jahren nur im Schneckentempo zurückgegangen. Im Jahr 1999 verbrauchten die Diesel-Pkw der steirischen Haushalte laut Statistik Austria im Schnitt 7,1 pro 100 Kilometer, rund 20 Jahre später sind es mit sechseinhalb Liter nur geringfügig weniger, informiert der VCÖ. „Dass zunehmend schwerere, größere und PS-stärkere Modelle von den Herstellern auf den Markt gebracht wurden, kommt den Autofahrenden und der Umwelt sehr teuer“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Zuletzt verbrannten die Pkw der steirischen Haushalte rund 500 Millionen Liter Sprit pro Jahr und verursachten dadurch rund 1,26 Millionen Tonnen CO2. Nicht enthalten ist dabei der Spritverbrauch von betrieblich genutzten Pkw. Technisch gesehen könnte das 3-Liter Auto schon lange die Norm sein, betont der VCÖ. Der VCÖ hat berechnet, was es für CO2-Ausstoß und Spritkosten bedeutet, wenn der Durchschnittsverbrauch der heimischen Autoflotte bereits 3 Liter pro 100 Kilometer betragen würde.

Bei gleichbleibender Kilometerleistung sinkt der jährliche Spritverbrauch der steirischen Pkw in Summe um rund 275 Millionen Liter. Bei aktuellen Preisen würden sich die steirischen Haushalte rund 285 Millionen Euro an jährlichen Spritkosten sparen. Und der CO2-Ausstoß reduziert sich dann um rund 690.000 Tonnen, berichtet der VCÖ.

„Den Spritverbrauch der Neuwagen und damit der CO2-Ausstoß zu reduzieren, ist eine besonders wirksame Klimaschutz-Maßnahme, die zusätzlich den Autofahrenden Geld spart. Deshalb ist es so wichtig, dass bei der Normverbrauchsabgabe der CO2-Ausstoß viel stärker als bisher berücksichtigt wird“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest und weist auf das Beispiel der Niederlande hin. In den Niederlanden sind nur emissionsfreie Pkw von der Zulassungssteuer befreit, die Steuer steigt progressiv mit dem CO2-Ausstoß, stärker ab 80 Gramm CO2 und besonders stark ab 160 Gramm CO2 pro Kilometer. In den Niederlanden betrug der Anteil der E-Pkw bei den Neuzulassungen im Oktober bereits über 20 Prozent, in Österreich hingegen nur 6,5 Prozent, informiert der VCÖ.

In Österreich sind auch nach der von der Regierung geplanten NoVA-Reform, die ab Juli 2021 gilt, Pkw mit einem Ausstoß von weniger als rund 120 g CO2 befreit. Und während in den Niederlanden bereits ab 160 Gramm CO2 die Zulassungssteuer stark steigt, wird es in Österreich erst ab 200 Gramm CO2 – das entspricht einem Spritverbrauch von rund 8 Liter pro 100 Kilometer – einen CO2-Malus geben. „Je höher der Anteil von Neuwagen mit niedrigem oder keinem CO2-Ausstoß, umso höher die Anzahl jener, die sich sowohl die NoVA ersparen, als auch einige hundert Euro pro Jahr an Spritkosten“, verdeutlicht VCÖ-Experte Schwendinger.  

Übrigens: Bereits im Jahr 1984 wurde das 3-Liter-Auto als „Umweltauto“ zum Wort des Jahres in Deutschland gekürt.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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