Die Krise als Chance: Idee der Gemeinwohlökonomie eröffnet neue Möglichkeiten

Während der Corona-Pandemie nehmen Meldungen darüber, wie sehr die Schere zwischen Arm und Reich auseinander klafft, stetig zu. Während das Vermögen von Milliardären wie Jeff Bezos (Gründer von Amazon) oder Bill Gates (Gründer von Microsoft) enorme Zuwächse erfahren hat, werden die finanziellen Nöte bei vielen Menschen immer größer.

Die Frage der Verteilungsgerechtigkeit stellt sich derzeit ganz besonders, wiewohl häufig die Ideen für einen Ausweg aus diesem Dilemma zu fehlen scheinen.

Fernab der politischen Diskussionen im Parlament oder Nationalrat haben sich in den letzten Jahren bereits Zugänge entwickelt, die eine neue Form des Wirtschaftens skizzieren und auch praktische Lösungen anbieten.

Eine davon ist die Gemeinwohlökonomie, die der gebürtige Salzburger Christian Felber begründete. Basis der Bewegungen sind die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, demokratische Grund- und Verfassungswerte, Beziehungswerte nach Erkenntnissen der Sozialpsychologie, die Ethik der Achtung vor der Natur und der Schutz der Erde (Earth Charter) sowie anerkannte wissenschaftliche Fakten wie das Konzept der planetaren Grenzen.

Die Gemeinwohlökonomie agiert unabhängig von Regierungen, Parteien, wirtschaftlichen Interessensgruppen, Glaubensgemeinschaften oder politischen Fundamentalismen.

Die Vertreter der Gemeinwohlökonomie sehen den Zweck von Wirtschaft in der Erfüllung unserer menschlichen Bedürfnisse. Unternehmen können ihren Beitrag zum Gemeinwohl anhand des Gelingens ihrer Beziehungen zu LieferantInnen, GeldgeberInnen, MitarbeiterInnen, KundInnen und dem gesellschaftlichen Umfeld bewerten – in Hinblick auf Werte wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung. Sie sollen – analog zur Finanz-Bilanz – eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen, in der die Größe des Gemeinwohl-Beitrags in Punkten bewertet wird.

Regionalgruppen der Gemeinwohlökonomie gibt es mittlerweile in Europa, Südostasien, Amerika und Afrika. Mehr als 2000 Unternehmen unterstützen die Gemeinwohlökonomie. Auch im Salzkammergut setzen sich Menschen für diese Form des Wirtschaftens ein. Der Gmundner Herbert Wegscheider ist Mitglied im Gemeinwohlökonomie-Koordinationsteam Oberösterreich.

Beitrag: Jakob Fischer

Foto: christian-felber.at

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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