Heimatleuchten: Adventroas in Mariazell

Mariazell in der Obersteiermark ist nicht nur Österreichs bekanntester Wallfahrtsort, sondern beherbergt auch den größten traditionellen Christkindlmarkt des Landes. Conny Bürgler und Richard Deutinger schlendern von Stand zu Stand, probieren regionale Spezialitäten und lernen alte Bräuche kennen – ein vorweihnachtliches „Heimatleuchten“ in Extra-Länge.Vorweihnachtszeit in Mariazell„Heimatleuchten Spezial: Adventroas in Mariazell mit Conny Bürgler und Richard Deutinger“ am Fr., 18.12., ab 20:15 Uhr

Die Familie Pirker gehört zum Christkindlmarkt wie die Basilika zu Mariazell. Seit mehr als 300 Jahren stellen sie hier Honiglebkuchen her, in mittlerweile mehr als 80 verschiedenen Sorten. An Weihnachten zaubern die Konditoren mit viel Fingerspitzengefühl Süßwarenkrippen aus Marzipan, Schokolade und Lebkuchen. Konditorin Claudia Leodolter lebt für ihren Beruf und ist die wohl beste Lebkuchenhausbäckerin im Ort. Sie formt und klebt dutzende Einzelteile zusammen, bis die perfekte Weihnachtskrippe aus Süßigkeiten vor ihr steht. 
Die Lebzelterei ist damals nur aufgrund der vielen Pilger entstanden. Der Lebkuchen war gleichzeitig Souvenir und Beweis für Zuhause, dass man den Pilgerort auch wirklich erreicht hat. 

Textile Opfergaben
Heute ist der Pilgerort Anlaufstelle für über eine Million Menschen pro Jahr. Sie besuchen die Gnadenmutter, die auf einem Altar in der Mitte der Basilika steht, und bringen Opfergaben wie Votivbilder oder Kleider. Wie viele Kleider die Gnadenmutter mittlerweile hat und welche eine ganz besondere Bedeutung haben, findet Richie im Gespräch mit Pater Michael Staberl heraus.

Hochprozentige Wegzehrung
Auch der bekannte Mariazeller Magenlikör ist ein Relikt der früheren Pilgerzeit. Da die Menschen auf ihrem langen Weg oft wenig oder nur schlecht gegessen haben, klagten sie in Mariazell über Magenschmerzen. Der Großvater von Walter Arzberger witterte seine Chance und braute einen Magenlikör aus 33 Kräutern. Mittlerweile mischen die Arzbergers den Likör in vierter Generation. Heute kaufen ihn nicht nur die Pilger, sondern auch andere Besucher von Mariazell. 

Überlieferte Heilmittel
Die Apotheke zur Gnadenmutter ist eine der wenigen in Österreich, die noch viele Arzneien selbst herstellt. Inspiration dazu findet Apothekerin Dr. Angelika Prentner in einem alten Buch, das sie auf dem Dachboden der Apotheke gefunden hat. Dieses enthält zahlreiche Rezepte ihrer Vorgänger. Die Tannensalbe und den Tannenduft aus den Schwarzkiefern der Umgebung findet Conny auf dem Christkindlmarkt. 

Schifferl verschenken
Weil Mariazell recht abgeschieden zwischen den Bergen liegt, haben nicht nur alte Rezepturen Bestand, sondern auch alte Bräuche und Traditionen. Richard lernt das sogenannte „Schifferlbasteln“ kennen, das in der Vorweihnachtszeit nur noch in Mariazell praktiziert wird. Die Kinder treffen sich dafür jährlich am 5. Dezember und falten kleine Schiffe und große Dampfer aus Papier. Dann legen sie die Schiffe heimlich vor die Türen von Bekannten und Verwandten. Am nächsten Tag holen sie sie vollgefüllt mit Äpfeln, Nüssen und Schokolade wieder ab. 

Musikalisch begleitet wird das „Advent-Heimatleuchten“ von drei Volksmusikgruppen. Die vier Burschen von „ausgfuXt.“ spielen in einer alten Straßenbahn bei eisigen Temperaturen. Sänger Vinzenz Härtl hat eine enge Verbindung zu Mariazell und erzählt Conny, warum es bei ihnen immer lustig zugeht. 
„Die Steirische Streich“ spielt ein selbst geschriebenes Weihnachts-Gstanzl im alten Dreikanthof der Familie Martschin und schließlich stimmen „Die Hollerstauden“ mit ihrem besinnlichen Dreigesang auf die Weihnachtszeit ein.
Die beiden Heimatleuchten Moderatoren Conny Buergler und Richard Deutinger am Set in Greith; Fotorechte: © ServusTV / Fred Lindmoser
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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