Die entwicklungspolitische Organisation Südwind setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie ein

Die Verwaltung des Landes Steiermark ist aufgefordert beim Einkauf von Elektronik ethische Kriterien zu berücksichtigen.

In der Elektronikindustrie ist die Ausbeutung von Menschen und erhebliche Umweltverschmutzung an der Tagesordnung. Vom Abbau der nötigen Rohstoffe, über die industrielle Herstellung der Geräte bis hin zum Elektroschrott werden Arbeitsrechte gebrochen, gibt es moderne Zwangsarbeit, giftige Chemikalien bei fehlender Schutzkleidung oder überlange Arbeitszeiten, um nur einige Probleme zu nennen. Gleichzeitig machen die Markenfirmen Gewinne in Milliardenhöhe.

Die Verwaltung des Landes Steiermark hat jährlich einen beträchtlichen Bedarf an IT-Produkten. Durch diesen Umfang an jährlichem Elektronik-Einkauf hat die Steiermark mehr Einfluss auf die Produktionsbedingungen als Einzelpersonen und damit auch mehr Verantwortung. Südwind hat vor fünf Jahren mit Electronics Watch eine Organisation mit gegründet, die einen möglichst fairen Einkauf der Geräte ermöglicht, gleichzeitig Probleme in der Lieferkette aufspürt und diese in Kooperation mit den Firmen, den Marken und dem Auftraggeber behebt. Was es nun braucht, ist der politische Wille, im Zuge dessen das Land Steiermark seine Verantwortung wahrnimmt und gemeinsam mit Electronics Watch für fairere Bedingungen in der Produktion von Elektronik Produkten sorgt.

Dies wird aktuell auch aufgrund eines Antrages der steirischen Grünen im Landtag diskutiert. „Südwind arbeitet gemeinsam mit europäischen Partner-Organisationen seit Jahren daran Lieferketten transparenter zu machen und Methoden zur Verbesserung der ArbeiterInnen in der Elektronik-Industrie zu entwickeln. Über 300 öffentliche Einrichtungen nutzen diese auch schon. Nun ist die Steiermark gerade dabei zu entscheiden, ob sie ihre Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen und gegen Ausbeutung, für saubere Umwelt und gegen Umweltverschmutzung, wahrnimmt.“ meint Elektronikexperte René Schuster von Südwind. „Wir möchten die Abgeordneten ermutigen ihr Mandat dafür zu nutzen um für mehr Fairness in die Elektronik-Industrie zu sorgen, wie es andere Regionalverwaltungen z.B. in der Schweiz, Belgien oder Spanien bereits vormachen.“, so Schuster.

Logo: Südwind

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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