VKI-Test Plüschtiere: Flauschige Gefahrenquellen

Die Hälfte der 16 getesteten Spielzeuge ist nicht zu empfehlen

Gerade zu Weihnachten sind Plüschtiere ein gern gesehenes Geschenk. Doch an einige Produkte sollten Kinder ihr Gesicht besser nicht schmiegen. Schadstoffe, ablösbare Kleinteile, leicht entflammbare Materialien oder eine für Kinder sehr gefährliche Verpackung können die jungen Benutzer gefährden. Das zeigt ein Test, den der Verein für Konsumenteninformation (VKI) gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest durchgeführt hat. 16 Produkte mit Preisen zwischen 10 und 50 Euro wurden umfassend geprüft. Nur ein Plüschtier wurde mit „sehr gut“ bewertet, sechs weitere mit „gut“ und eines mit „durchschnittlich“. Die restlichen acht sind eher Kandidaten für den Friedhof der Kuscheltiere. Sie sollten aus Sicherheitsgründen Kindern nicht überlassen werden. Alle Details zum Test gibt es ab sofort auf www.konsument.at und ab dem 19. November im Magazin KONSUMENT.

Rund 210 mechanische und 1.000 chemische Untersuchungen wurden durchgeführt, um die 16 weich gefüllten Figuren und Tiere zu prüfen. Immerhin hat sich seit dem letzten Test von Plüschtieren (KONSUMENT 2/2016) etwas getan. Krebserzeugendes Chrysen – ein polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff, mit dem damals noch 43 Prozent der Plüschtiere belastet waren – wurde dieses Mal nicht gefunden. Die großen Stoff- oder Plüschflächen waren bei den meisten Produkten ebenfalls in Ordnung. Dennoch kann der VKI nur die Hälfte der Produkte empfehlen. Die Tücke steckt oft im Detail, etwa in Accessoires oder Zusatzmaterialien. Hier wurden teilweise kritische Mengen an gesundheitsgefährdenden oder umweltschädlichen Schadstoffen gefunden. Andere Produkte kamen nicht durch die Tests, weil sich verschluckbare Kleinteile lösen können, der verwendete Plüsch zu leicht entflammbar ist oder Kinder sich mit dem Spielzeug strangulieren bzw. an der Verpackung ersticken könnten.

Auf rund 235 kritische Substanzen wurden die Plüschtiere geprüft. Die meisten Produkte im Test beweisen, dass es ohne Schadstoffe geht. Negativ fiel ein Spielzeug auf, in dessen Etikett Naphthalin entdeckt wurde. Dieser polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff steht unter Verdacht, Krebs zu erzeugen. Der VKI setzt hier strengere Maßstäbe für Naphthalin an als der Gesetzgeber. Kinder sollten aus gesundheitlicher Vorsorge so wenig wie möglich mit vermutlich krebserzeugenden Substanzen in Kontakt kommen. Daher lautet das Testurteil für dieses Produkt „nicht zufriedenstellend“.

Drei weitere Kuscheltiere enthielten Nonylphenolethoxylate (NPE). Der Schadstoff wäscht sich aus und gelangt über das Abwasser in die Umwelt. Er ist für Wasserorganismen sehr giftig. Diese Produkte bekamen nur deshalb nicht das schlechteste Urteil „nicht zufriedenstellend“, weil der EU-Grenzwert für den Umweltschadstoff erst ab Februar 2021 verbindlich ist.

Der VKI empfiehlt, Plüschtiere für Kleinkinder am besten im Fachgeschäft zu kaufen, wo die Ware selbst überprüft werden kann. Produkte, bei denen sich Teile relativ leicht lösen können, sollten vermieden werden, ebenso wie Spielzeug von dem ein unangenehmer Geruch ausgeht.

SERVICE: Die vollständigen Testergebnisse gibt es ab dem 19. November im Dezember-KONSUMENT und ab sofort auf www.konsument.at.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at