Salzburg – Covid-19: Analyse in den Schulen

Unter 15-Jährige tragen wenig zum Infektionsgeschehen bei / Bundesländer einig: Bildungseinrichtungen sollen offen bleiben

Salzburger Landeskorrespondenz, 11. November 2020

(LK)  „Die Daten zu den Neuinfektionen bei Kindern seit Schulbeginn Mitte September zeigen derzeit deutlich, dass unter 15-Jährige nur sehr wenig zum Infektionsgeschehen beitragen. Deshalb kämpfe ich dafür, dass die Pflichtschulen so lange es irgendwie vertretbar ist offen bleiben“, betont Landesrätin Maria Hutter.

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Hier die Eckpunkte der Landesstatistik: „Der Anteil der Sechs- bis Neunjährigen an den Gesamtinfektionen lag zuletzt bei 1,3 Prozent, bei den Zehn- bis 14-Jährigen bei 3,2 Prozent. Dieser Wert sank seit dem 1. Oktober in beiden Altersgruppen deutlich“, analysiert Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik, die Infektionszahlen der schulrelevanten Altersgruppen im Bundesland Salzburg.

LR Maria Hutter: „Wir möchten die Schulen offen halten, so lange es geht. Es sind noch ein paar weitere Maßnahmen in den Einrichtungen möglich, bis es dann als letzte Option nur noch die Schließung gibt.“

Weitere Maßnahmen um Schulschließungen zu verhindern

„Derzeit gilt an den Pflichtschulen die Maskenpflicht nur am Weg in die Klassen, nicht aber im Unterricht selbst. Wenn wir aber mit dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der siebten und achten Schulstufe eine generelle Schließung verhindern können, dann wäre das für mich das gelindere Mittel, vor allem bei den schon etwas älteren Kindern“, betont die Landesrätin und sie ergänzt weitere Stufen, was noch vor einer Schließung kommen sollte, um die Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten und gleichzeitig offen zu halten: „Als weitere Maßnahmen wären eine Staffelung des Unterrichtsbeginns und die Nutzung von außerschulischen Räumlichkeiten, um mehr Abstand zwischen den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, denkbar und auch praktikabel“, so Hutter.

Geringe Infektionszahlen bei Pflichtschülern

Pflichtschüler haben zumindest aus Sicht der aktuellen Statistik nur wenig Einfluss auf das Infektionsgeschehen. „Bei den Sechs- bis Neunjährigen ist die Zahl der Neuinfektionen mit sieben pro Tag im Schnitt der letzten Woche sehr niedrig. Ähnlich ist die Situation bei den Zehn- bis 14-Jährigen. Dort liegt der sieben-Tage-Schnitt an Neuinfektionen pro Tag derzeit bei 15. Diese Altersgruppe hat auch nur einen Anteil von 3,2 Prozent am Gesamtinfektionsgeschehen“, erklärt Gernot Filipp.

Bundesländer für offene Schulen

Landesrätin Maria Hutter betont erneut den Schulterschluss der Bildungsreferenten aller Bundesländer zur Offenhaltung der Schulen: „Wir sind uns parteiübergreifend einig und für ein Offenhalten der Pflichtschulen, solange dies irgendwie vertretbar ist. An erster Stelle steht die Bildung unserer Kinder, die gerade im Pflichtschulbereich durch Distance-Learning nicht zur Gänze ersetzt werden kann“, so Hutter, die gleichzeitig warnt: „Die Schließung von Pflichtschulen hätte auch massive Auswirkungen auf die Eltern, die aufgrund der Betreuungspflicht vor große Probleme gestellt werden. Dies würde wegen der Belastung der Eltern auch das Gesundheitssystem und in weitere Folge die gesamte Wirtschaft massiv betreffen.“

Im Falle des Falles: Auf Home-Schooling vorbereitet

Sollte die Schließung der Pflichtschulen wirklich nicht zu verhindern sein, diese Entscheidung liegt beim Bund, dann sind die Salzburger Pflichtschulen dafür gerüstet. „Sowohl die Software als auch die Endgeräte dafür sind vorhanden. Ich hoffe aber inständig, dass es nicht so weit kommt“, betont Maria Hutter.

Titelbild: CopyrightLand Salzburg/Melanie Hutter

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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