VCÖ: Zwei Drittel der Steirer rechnen langfristig mit mehr Home-Office

VCÖ: Home-Office und Videokonferenzen können Verkehrsaufwand und Staus deutlich reduzieren

VCÖ (Wien, 6. November 2020) – Die Covid-19-Pandemie hat die Digitalisierung in der Arbeitswelt stark beschleunigt. Die Hälfte jener Erwerbstätigen in Österreich, die Home-Office machen können, arbeitet heuer häufiger von zu Hause als vor der Covid-19 Pandemie, wie eine repräsentative Umfrage von TQS im Auftrag des VCÖ zeigt. Zwei Drittel der Steirer rechnen, dass langfristig Home-Office zunehmen wird. Sogar drei Viertel gehen von mehr Videokonferenzen statt Geschäftsreisen aus. Der VCÖ weist darauf hin, dass damit der Verkehrsaufwand und Staus reduziert werden können.

Der Weg zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause verursachte in der Steiermark vor der Covid-19-Pandemie rund 550.000 Autofahrten pro Werktag, macht der VCÖ aufmerksam. Infolge der Covid-19-Pandemie arbeiten deutlich mehr Beschäftigte im Home-Office. Und zwei Drittel der steirischen Bevölkerung rechnet, dass auch in den kommenden Jahren Home-Office zunehmen wird, wie eine vom VCÖ beauftragte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TQS zeigt.

„Mit der Zunahme von Home-Office nehmen die Verkehrsspitzen ab. Damit können im Pendlerverkehr die öffentlichen Verkehrsmittel und auch die Straßen entlastet werden. Mehr Platz in den Öffis und weniger Staus sind die Folge, wenn diese Entwicklung langfristig anhält“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Um wie viel der Verkehrsaufwand in Summe reduziert wird, hängt davon ab, in welchem Umfang es zu Rebound-Effekten kommt. „Wenn die Möglichkeit von häufigerem Home-Office dazu führt, dass ein vom Arbeitsplatz weiter entfernt gelegener Wohnort gewählt wird, nehmen die gefahrenen Kilometer wieder zu“, nennt VCÖ-Experte Schwendinger ein Beispiel.

Österreichweit können übrigens zwei Drittel der Berufstätigen im Home-Office arbeiten, wie die repräsentative Umfrage des Instituts TQS zeigt. Davon sagten ein Viertel, dass sie heuer viel häufiger von zu Hause arbeiten als vor der Covid-19-Pandemie, ein weiteres Viertel arbeitet etwas häufiger im Home-Office.

Sogar drei Viertel der Steirerinnen und Steirer gehen davon aus, dass Videokonferenzen auch in den kommenden Jahren viele Dienstreisen ersetzen werden. „Vor allem klimaschädliche Flugreisen können durch Videokonferenzen ersetzt werden. Neben dem Umweltaspekt kommen dabei zwei weitere Vorteile dazu: Beschäftigte reduzieren den Reiseaufwand, haben mehr Zeit für ihre Familie und Unternehmen sparen sich einiges an Geld“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Schon in der Vergangenheit haben etliche Unternehmen den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen als Strategie verfolgt. So hat die BKS-Bank im Vorjahr durch 710 Videokonferenzen 363.000 Dienstreise-Kilometer eingespart.

„Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn auch der Verkehrsaufwand deutlich reduziert wird. Home-Office und Videokonferenzen können dabei helfen. Es braucht aber begleitende Maßnahmen, wie eine ökologische Steuerreform, den verstärkten Ausbau der Rad-Infrastruktur und des Öffentlichen Verkehrs damit die Einsparungen nicht wieder durch Rebound-Effekte zunichtegemacht werden“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.  

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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