VCÖ: In der Steiermark bereits 2.157 Verkehrstote seit dem Jahr 2000

VCÖ: Heuer bereits 44 Todesopfer – verstärkte Maßnahmen gegen zu hohes Tempo, Ablenkung und Unachtsamkeit nötig

VCÖ (Wien, 30. Oktober 2020)  – Dieser Tage wird der Verstorbenen gedacht. Der VCÖ weist darauf hin, dass in der Steiermark in den vergangenen 20 Jahren durch Verkehrsunfälle das Leben von 2.157 Menschen ausgelöscht wurde. Heuer kamen bereits 44 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren, Ablenkung und Unachtsamkeit aus. Wichtig ist zudem, dass in den Gemeinden und Städten mehr Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem umgesetzt werden.

Dieser Tage wird der Verstorbenen gedacht. „Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod besonders schlimm. Ein Mensch, mit dem man gestern noch gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da“, macht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer auf den Schmerz der Angehörigen von Unfallopfern aufmerksam. Seit dem Jahr 2000 wurde in der Steiermark das Leben von 2.157 Menschen im Straßenverkehr ausgelöscht, informiert der VCÖ. Österreichweit kamen 13.134 Menschen bei Verkehrsunfällen seit dem Jahr 2000 ums Leben.

Seit Jahresbeginn waren in der Steiermark 44 Verkehrstote zu beklagen, berichtet der VCÖ. Die Opferzahl ist niedriger als zur gleichen Zeit des Vorjahres (66 Verkehrstote). „Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an Verkehrstoten und die ist null. Diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen. Ein Vorbild bei der Verkehrssicherheitsarbeit ist die Schweiz“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

Während in der Schweiz im gesamten Vorjahr 187 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden, waren es Österreich allein in den ersten zehn Monaten des heurigen Jahres mit 292 Todesopfern deutlich mehr. In der Schweiz sind unter anderem die Tempolimits niedriger als in Österreich: Tempo 80 auf Freilandstraßen, Tempo 120 auf Autobahnen, in den Gemeinden und Städten gibt es zahlreiche Begegnungszonen. Beim Überschreiten von Tempolimits gibt es in der Schweiz de facto Null-Toleranz und die Strafen für Raser sind deutlich höher. „Viele Menschen könnten heute noch am Leben sein, wenn Österreich das gleich hohe Verkehrssicherheitsniveau wie die Schweiz hätte“, macht VCÖ-Sprecher Gratzer deutlich.

Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit aus. Handy am Steuer soll ein Vormerkdelikt werden. Die Strafen für Raser rasch deutlich erhöht werden.

Zentral sind zudem Maßnahmen, die die schwächsten Verkehrsteilnehmer – die Kinder – stärker schützen. Im Ortsgebiet ist verstärkte Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 wichtig. Tempo 50 soll nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist. „Wo Menschen unterwegs sind, passieren Fehler. Deshalb ist es die zentrale Aufgabe der Verkehrsplanung, das Verkehrssystem so zu gestalten, dass Fehler keine fatale Folgen haben. Wir brauchen ein fehlertolerantes, kinderfreundliches Verkehrssystem“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Auf der Website des VCÖ (https://problemstellen.vcoe.at/) können Problemstellen eingetragen werden. Damit werden Gefahrenstellen, wie unübersichtliche Kreuzungen, zu schmale oder überhaupt fehlende Gehwege oder zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs, sichtbar gemacht. Die Meldungen leitet der VCÖ an die zuständigen Gemeinde oder Stadt weiter

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699)18932695

VCÖ: In der Steiermark bereits 2.157 Verkehrstote seit dem Jahr 2020 (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark)

1.1. bis 26.10.2020: 44 Verkehrstote
Jahr 2019: 72 Verkehrstote
Jahr 2018: 69 Verkehrstote

Jahr 2017: 76 Verkehrstote
Jahr 2016: 72 Verkehrstote
Jahr 2015: 77 Verkehrstote
Jahr 2014: 86 Verkehrstote

Jahr 2013: 73 Verkehrstote
Jahr 2012: 81 Verkehrstote
Jahr 2011: 72 Verkehrstote
Jahr 2010: 79 Verkehrstote
Jahr 2009: 91 Verkehrstote

Jahr 2008: 109 Verkehrstote
Jahr 2007: 115 Verkehrstote
Jahr 2006: 112 Verkehrstote
Jahr 2005: 123 Verkehrstote
Jahr 2004: 138 Verkehrstote

Jahr 2003: 183 Verkehrstote
Jahr 2002: 163 Verkehrstote
Jahr 2001: 161 Verkehrstote
Jahr 2000: 161 Verkehrstote

Summe: 2.157 Verkehrstote
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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