Red Bull Salzburg / Champions League: 2:2 gegen LOK Moskau

TORSCHÜTZEN: SZOBOSZLAI (45.), JUNUZOVIC (50.) BZW. EDER (19.), LISAKOVICH (75.)

Nach anfänglichen Schwierigkeiten finden unsere Mannen gut in die Partie und dominieren die Begegnung gegen Lok Moskau. Nur knapp gelingt unserer Elf der Auftaktsieg nicht, stattdessen nehmen wir mit einem 2:2-Remis vorlieb.

SPIELBERICHT

Bei frischen 14 Grad Celsius waren es anfangs die Russen, die uns im Anschluss an die süßen UEFA Champions League-Klänge einheizten. Miranchuk tauchte nämlich plötzlich im Strafraum auf, Cican Stankovic bändigte den Versuch aus spitzem Winkel. Es dauerte 14 Minuten, bis unsere Burschen die erste Visitenkarte abgaben: Dominik Szoboszlai fackelte aus gut 19 Metern nicht lange, bei dessen Fernschuss fehlte nicht viel auf die Führung. Das anfängliche Abtasten war vorbei, die Chancen häuften sich. Vallci malteeine butterweiche Flanke in die Landschaft, hätte Guilherme nicht zugegriffen, wäre Szobo zum Einschuss parat gestanden.

Auf der Gegenseite sorgte ein Corner für Gefahr: Zhemaletdinov bugsierte die Kugel am ersten Pfosten per Kopf ins Zentrum, Eder stieg hoch und köpfelte ins lange Eck (19.). Ein Weckruf! Fortan wurden die Offensivsequenzen unserer Truppe konstruktiver. Sekou Koita lancierte Patson Daka per Steilpass, wieder agierte der Schlussmann der Gäste ohne Fehl und Tadel, machte die Schussbahn zu. Die Spielkontrolle war mit Fortdauer des ersten Abschnitts mehr und mehr unseren Roten Bullen vorbehalten. Szoboszlai entdeckte Daka im Sechzehner, über Umwege fand die Kirsche den Weg zu Mo Camara, der aus dem Rückhalt abdrückte und die Kiste nur um einen knappen Meter verfehlte.

3.000 Fans rochen regelrecht, dass im ersten Abschnitt noch etwas möglich ist. Und die Nasen erwiesen sich als hoch akkurat: Junuzovic assistierte Szobo, der an der Strafraumgrenze Maß nahm und die „Wuchtl“ via Innenlatte in die Maschen jagte. Formvollendet (45.)!

Es schien, als hätte es eine liverpoolesque Kabinenansprache gegeben, so energisch, wie unsere Burschen aufs Grün zurückkamen. Szobo zwirbelte einen ruhenden Ball ins Zentrum, Andre Ramalho fehlten nur wenige Schuhgrößen aufs Zweite. Momente später brachen die Anwesenden dann doch in Freudentränen aus: Daka legte das Rund zum im Rückhalt lauernden Junuzovic ab, dieser fasste sich ein Herz und bezwang den Schlussmann mit einem leicht, aber entscheidend abgefälschten Schuss ins Vergnügen! Sladdis erster Karrieretreffer in der Königsklasse.

Wir rollten nun in schöner Regelmäßigkeit auf Guilherme zu. Koita drehte sich um die eigene Achse, vernaschte so den ersten Gegenspieler, nur um den zweiten mit einem Haken ins Leere laufen zu lassen. Anschließend wuchtete er das Ding aus spitzem Winkel Richtung Gehäuse, einzig, statt des Netzes oszillierte das Aluminium. Wir bogen langsam in die Schlussphase ein, Joker Mergim Berisha läutete sie mit einem letztlich zu unplatzierten Drehschuss ein. Die Moskauer ließen sich kaum noch in unserer Gefahrenzone blicken.

Einer dieser wenigen Ausflüge brachte allerdings die kalte Dusche: Lisakovich empfing eine Hereingabe am zweiten Pfosten, frei stehend hielt er die Birne gewinnbringend hin – Ausgleich. Unter den Anfeuerungender Anhänger drängten unsere Burschen mit Vehemenz auf die erneute Führung. Erst beförderte Noah Okafor aus zentraler Position die Kugel in die Zuschauerränge, dann blieb ein Steilpass auf Daka unbelohnt, da Guilherme in den allerletzten Zügen der Partie im Eins-gegen-Eins die Oberhand behielt. So endete unser Auftakt in die diesjährige UEFA Champions League-Saison ohne Sieger.

STATEMENTS

Jesse Marsch

Es ist schon ein bisschen schade! Ich fand, dass wir besser waren und den Sieg verdient hätten, auch wenn es vielleicht nicht unsere beste Leistung war. Dennoch fand ich, dass wir gut waren, wir hatten selbst mit der 2:1-Führung viele Chancen. Am Ende war’s aber nicht genug.

Zlatko Junuzovic:

Der Gegner war genauso stark wie erwartet, hat es sehr clever gemacht. Wir haben nach 30 Minuten auf eine Raute umgestellt, dann lief’s vor allem defensiv besser. Wir haben gut in die zweite Halbzeit gefunden, sind auch verdient in Führung gegangen. Der Ausgleich nervt mich extrem, es war ein billiges Tor. Im Endeffekt ist das Remis vielleicht verdient, wenn man alles zusammenzählt. Aber gut, weiter geht’s. Es ist alles drin, noch nichts verloren!

AUFSTELLUNG

WECHSEL

Berisha für Koita (53.), Okugawa für Camara (73.), Okafor für Junuzovic (84.)

GELBE KARTE

Szoboszlai (41./Foul)

NICHT EINSATZBEREIT

Bernede (Schienbeinbruch)

SALZBURG,AUSTRIA,21.OCT.20 – SOCCER – UEFA Champions League, group stage, Red Bull Salzburg vs Lokomotiv Moscow. Image shows Patson Daka (RBS) and Guilherme (Lokomotiv). Photo: GEPA pictures/ Christian Moser

Spielbericht: FC RED BULL SALZBURG; Fotos: Red Bull/GEPA Pictures

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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