See(ufer)reinigung der ÖBf am/im Altausseer See

Fahrräder, Autoreifen, Sonnenschirme, Liegestühle, Plastiksackerl oder Alu-Dosen zählen definitiv nicht zu den Schätzen der regionalen Unterwasserwelt. Dennoch findet sich immer wieder teils umweltschädlicher Müll auf dem Grund der heimischen Gewässer – durch Stürme verweht oder von Menschenhand unachtsam entsorgt. Zum Ende der Badesaison machen sich die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) daher nun an das groß angelegte Saubermachen. Seit 20. September läuft die Aktion an verschiedensten Seen. „Wir helfen mit, Österreichs Seen sauber zu halten“, erklärt Georg Schöppl, Vorstand für Finanzen und Immobilien der Bundesforste, die als größter Gewässerbewirtschafter des Landes mehr als 70 größere Seen betreuen. „Unsere Seen bieten nicht nur zahlreiche Möglichkeiten für Naherholung, Freizeit und Tourismus. Sie sind auch sensible Ökosysteme und Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen“, so Schöppl. „Unsere Verantwortung ist es, diese auch für zukünftige Generationen zu erhalten.“

In Altaussee konnte DI Kurt Wittek (Betriebsleiter ÖBf Inneres Salzkammergut) heute, 9. Oktober, an die 100 Kinder (Volksschule Altaussee) und Erwachsene (Feuerwehren, Wasserrettung – auch aus dem Ennstal -, viele Freiwillige, Vertreter des Gemeinderates/alle Parteien) zur Seereinigung begrüßen. Bürgermeister Gerald Loitzl organisierte den Ablauf.

Während die Seeuferreinigung die letzten aktuellen Saisonreste verschwinden ließ, standen die Tauchgänge im ufernahen Bereich im Zeichen der Altlastenentsorgung. Lange Zeit gab es in der Losergemeinde, wie in vielen steirischen Gemeinden, keine Müllabfuhr, und somit entsorgten manche ihren Müll im See.

Herbstputz am Altausseer See am 9. Oktober 2020

  • Zu Beginn im Nebel, dann unter strahlend blauem Himmel hat heute die Seereinigungsaktion der Österreichischen Bundesforste am Altausseer See in Zusammenarbeit mit gleich vier freiwilligen Wasserwehren – Altaussee, Grundlsee, Rottenmann und Niederöblarn – stattgefunden.
  • Bei einer Wassertemperatur von 12 Grad waren 13 Taucher und eine Taucherin in zwei Partien im Einsatz: am Nordwestufer zwischen Kahlseneck und Kaltenbrunn und am Südwestufer im Gebiet des Seeabflusses beim Seeklausanger. Tatkräftige Unterstützung bekamen die Freiwilligen unter Wasser von Kolleginnen und Kollegen am Ufer sowie auf drei Feuerwehrbooten, mehreren Zillen und Plätten.
  • Bei den jeweils rund 45 Minuten dauernden Tauchgängen in Tiefen bis zu 15 Metern kam allerleiKurioses zutage: alte Töpfe und Pfannen, ein Nachttopf, ein Servierwagen, ein WC und ein Eisenofen. Darüber hinaus wurden Flaschen, Plastikmüll, Metallrohre und anderer verrosteter Unrat aus dem See gefischt.
  • Einiges an Geschick und Technik wurde aufgebracht, um ein gesunkenes Ruderboot aus Kunststoffund einen Warmwasserboiler zu bergen – dafür kamen zwei Hebeballons und lange Seile zum Einsatz. Ein Traktor mit Lader und Greifarm transportierte die Fundstücke ab.
  • Während die Taucher im Wasser und ihre HelferInnen am Ufer für die Säuberung des Seegrunds sorgten, waren weitere fleißige Freiwillige damit beschäftigt, den Promenadenweg sowie Wald und Wiesen rund um den See zu säubern: Kolleginnen und Kollegen der Berg- und Naturwacht, zehn „Sauberfrauen“ und 60 Kinder aus drei Klassen der Volksschule Altaussee befreiten die beliebte Wanderstrecke mit dem herrlichen Ausblick auf See und Berge von achtlos weggeworfenem Müll und abgelagertem Unrat.
  • Die Entsorgung des geborgenen und gesammelten Mülls übernehmen die Bundesforste. Er wird zum Wirtschaftshof Bad Aussee gebracht, dort sortiert und weiterbearbeitet.
  • Die regelmäßigen Seenreinigungsaktionen sind eine Initiative der Österreichischen Bundesforste in Zusammenarbeit mit lokalen Tauchvereinen, der Wasserrettung oder der freiwilligen Feuerwehr. „Die regionalen Vereine und Organisationen sind wichtige Partner für uns, um die Seen sauber zu halten. Die Zusammenarbeit funktioniert seit Jahren ausgezeichnet“, freut sich Georg Schöppl, Bundesforste-Vorstand für Finanzen und Immobilien. „Vielen Dank für das tolle Engagement!“

Fotos:©ARF und Bernhard Haim (Gemeinde Altaussee)

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Pink ?? 2 Gemeinderäte – Alexander Gulewicz und Thomas Schmidbauer – denken über die politische Dimension des Müllsackes nach
Auch ein altes Boot wurde geborgen

Die weiteren Fotos: ÖBf/Thomas Kranabitl

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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