VCÖ: Lkw-Verkehr in der Steiermark bereits fast auf Vor-Corona Niveau

Der Lkw-Verkehr auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen hat bereits fast wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht, macht der VCÖ aufmerksam. Eine aktuelle VCÖ-Analyse für Österreich zeigt, dass viele Lkw leer fahren und der Anteil der Lkw-Leerfahrten in den vergangenen zehn Jahren sogar gestiegen ist. Die Anzahl der Lkw-Leerfahrten nahm von 16,9 Millionen im Jahr 2010 auf 24,3 Millionen im Vorjahr stark zu. Die hohe Anzahl und der Anstieg der Leerfahrten ist auch eine Folge des zu billigen Transports. Der VCÖ fordert die rasche Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel, die Ausweitung der Lkw-Maut in Österreich und eine Mindestmaut auf EU-Ebene.

Der in den vergangenen Jahren stark gestiegene Lkw-Verkehr in Österreich ist für viele Autofahrer ein Ärgernis und für die Bevölkerung aufgrund von Lärm- und Abgasbelastung eine Gesundheitsgefährdung. „Der Lkw-Verkehr hat auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen bereits fast wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. So waren auf der A2 im heurigen August bei Feldkirchen im Schnitt 8.762 Schwerfahrzeuge pro Werktag unterwegs, und damit nur mehr um 244 weniger als im August des Vorjahres. Auf der S6 bei Kindberg wurden im heurigen August im Schnitt 2.426 Schwerfahrzeuge gezählt, um nur 90 weniger als im August 2019. Und auf der S36 bei Zmöllach waren mit durchschnittlich 2.474 nur mehr 61 Schwerfahrzeuge pro Werktag weniger unterwegs als im August 2019.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Eurostat-Daten zeigt nun, dass auf Österreichs Straßen viele Lkw leer unterwegs sind und der Anteil der Lkw-Leerfahrten in den vergangenen Jahren statt zu sinken, sogar gestiegen ist. Während im Jahr 2010 noch 40 Prozent der Lkw leer fuhren, waren es im Vorjahr bereits 45 Prozent. Da zusätzlich der Lkw-Verkehr stark gestiegen ist, nahm die Zahl der Leerfahrten in Österreich um mehr als sieben Millionen auf 24,3 Millionen zu, macht der VCÖ aufmerksam.

926 Millionen Kilometer legten Lkw im Vorjahr in Österreich ohne Ladung zurück, das waren um 162 Millionen Kilometer mehr als noch im Jahr 2013. Der Anteil der leer gefahrenen Kilometer ist von bereits hohen 40 Prozent im Jahr 2013 auf sogar 45 Prozent im Vorjahr gestiegen, berichtet der VCÖ.

„Dass es Leerfahrten gibt, ist klar und nicht zu verhindern. Sehr wohl aber kann der Anteil der Leerfahrten durch Logistikmaßnahmen und Anreizen zur verstärkten Kooperation zwischen Unternehmen, reduziert werden. Damit das passiert, müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger.

In der Schweiz ist der Leerfahrten-Anteil mit 36 Prozent um ein Fünftel niedriger als in Österreich. In der Schweiz ist das gesamte Straßennetz bemautet, in Österreich hingegen zahlen Lkw nur auf Autobahnen und Schnellstraßen Maut. Auch wird in Österreich im Unterschied zur Schweiz Diesel, der Treibstoff der Lkw, steuerlich begünstigt. Die niedrigen Spritpreise in Österreich führen zudem zu Umweg-Transit, zum Leidwesen der Anrainerinnen und Anrainer. So hat der Lkw-Transit auf der Brennerautobahn bereits wieder das Niveau der Vor-Coronazeit erreicht. Im September waren mit 214.800 sogar um 1.300 Schwerfahrzeuge mehr über den Brenner unterwegs als im September des Vorjahres. Der VCÖ fordert die rasche Abschaffung des Dieselprivilegs.  

Und für das Transitland Österreich ist es wichtig, dass die EU endlich eine Mindestmaut für Lkw einführt. Dabei sollen nach Schweizer Vorbild auch die vom Lkw-Verkehr verursachten externen Kosten, wie beispielsweise die durch Lärm und Abgase verursachten Gesundheits- und Umweltschäden, berücksichtigt werden. Wenn die indirekte Subventionierung langer Transportwege beendet wird, erhöht das zudem die Wettbewerbschancen regionaler Produkte, weist der VCÖ auf einen ökonomischen Zusatznutzen hin.

„Auch der Güterverkehr ist auf Klimakurs zu bringen. Die Reduzierung von Leerfahrten ist ökologisch und ökonomisch gesehen besonders sinnvoll“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger abschließend fest.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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