Erster Schritt zu transparenten OP Wartelisten in der Steiermark

Werner Murgg (KPÖ): „Veröffentlichte Daten sind kein gutes Argument für Spitalsschließungen und Bettenabbau“

Die Wartezeiten auf geplante Operationen sind in der Steiermark zu lang, etwa bei Knie- und Hüft-OP, Unfallchirurgie, Grauer Star oder Herzkatheter. Seit Jahren wird versprochen, dass für die öffentlichen Krankenhäuser transparente, öffentlich einsehbare Wartelisten eingerichtet werden. Nun hat die steirische Krankenanstaltenbetreiberin KAGes in eingeschränkter Form Wartelisten zugänglich gemacht. Dadurch wird sichtbar, wie groß der Rückstau bereits ist.

Die auf der KAGes-Webseite https://www.kages.at/cms/ziel/9607580/DE veröffentlichten Wartenzeiten hängen auch mit dem Rückstau durch den Corona-Lockdown zusammen. Tatsächlich haben einige Abteilungen aber schon zuvor bereits terminisierte Behandlungen immer wieder verschoben, wodurch sich, je nach Abteilung, Wartezeiten von teilweise weit mehr als einem Jahr ergeben. Die derzeitige Wartezeit am LKH Graz beträgt bei:

Totalendoprothese Hüftgelenk                 22 Wochen (300 Vormerkungen)

Totalendoprothese Kniegelenk                 31 Wochen (232 Vormerkungen)

Knie-Arthroskopie                                          16 Wochen (41 Vormerkungen)

Bandscheiben-OP                                           14 Wochen (102 Vormerkungen)

Katarakt-OP                                                      9 Wochen (1502 Vormerkungen)

In anderen steirischen Spitälern sind die Wartezeiten noch deutlich länger. Die KPÖ drängte seit vielen Jahren auf die Veröffentlichung transparenter Wartelisten. Dabei konnte sie auf eine entsprechende Empfehlung des Landesrechnungshofes verweisen. Die nun veröffentlichten Daten umfassen nur die fünf häufigsten Operationen, die Liste ist also ausbaufähig.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg„Die monatelangen Wartezeiten alleine bei den angeführten Operationen machen deutlich, dass das im RSG festgehaltene Ziel, hunderte Betten abzubauen, nicht der richtige Weg ist. In vielen Bereichen haben wir eine alarmierende Unterversorgung, keine Überversorgung. Die nun vorliegenden Daten sind jedenfalls weder ein Argument für einen Abbau von Betten, noch für eine Schließung von Spitälern.“

Logo: KPÖ

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at