„Heimatleuchten: Schlösser, Burgen, Blaues Blut“ am Fr., 09.10, ab 20:15 Uhr auf ServusTV

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ServusTV / Hörmandinger

Schloss Kornberg, Steiermark
Schloss Kornberg – gelegen im Thermen- und Vulkanland der Südoststeiermark – wird 1284 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1871 ist es im Besitz der aus Frankreich stammenden Grafen von Bardeau. Zum Erhalt macht der heutige Schlossherr, Andreas Graf von Bardeau, auch zweimal die Woche selbst Führungen durch die Prunkräume seines Schlosses. Er ist außerdem Vorsitzender der Vereinigung „Schlösserstraße“ und Honorarkonsul der Steiermark in Rumänien, wo seine Firmen viel Land bewirtschaften – die Gewinne fließen auch in den Erhalt von Schloss Kornberg: „Wir leben und arbeiten zeitlebens für so ein Schloss. Mein Freund Graf Kottulinsky sagt: Nicht uns gehört das Schloss, wir gehören ihm.“
In zweiter Ehe verheiratet ist Graf von Bardeau mit einer hochadeligen Schlossbesitzerin (Schloss Artstetten, Niederösterreich) direkt aus dem Kaiserhaus Habsburg-Lothringen: Ihre Durchlaucht Anita Fürstin von Hohenberg ist in väterlicher Linie die Ur-Enkelin von Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este, ihre Mutter war Elisabeth von Bourbon-Parma, Prinzessin von Luxemburg und Nassau. „Ich habe mehr Glück als Verstand gehabt, dass ich 1998 den Grafen Bardeau kennengelernt habe. Da waren wir beide schon geschieden. Hier auf Kornberg führen wir ein sehr gemütliches ,Grufti-Leben.‘“ Und wie ist ihr Verhältnis zum heutigen Österreich, das einst ihre regierenden Vorfahren aus dem Land geworfen hat? „Ich liebe Österreich, aber ich kenne es auch.“

Burg Hochosterwitz, Kärnten
Seit dem Jahr 860 thront auf einem Dolomitfelsen über dem Gurktal Hochosterwitz, seit 1561 befindet sich die Hochburg in Besitz des Fürstenhauses Khevenhüller. Burgherr Karl Graf von Khevenhüller-Metsch wohnt mit seiner Familie in Sichtweite der Burg, auf Schloss Niederosterwitz.
Graf Khevenhüller ist großteils in Spanien aufgewachsen, fungiert heute als spanischer Honorarkonsul in Kärnten und finanziert den Erhalt von Hochosterwitz durch Eintrittsgelder, aber auch aus privaten Mitteln, die er als Unternehmer mit einer international verzweigten Firma im Sektor erneuerbarer Energien erwirtschaftet. „Das ist in der Familie seit Generationen so, dass der Erhalter auch andere Einkünfte braucht. Allein die Personalkosten auf der Burg belaufen sich jährlich auf 500.000 Euro. Und wir haben 40.000 Quadratmeter Dachfläche. Auch von meinen Söhnen: Da soll keiner glauben, er kann sich ein frivoles Leben leisten. Das ist ein Leidensweg, den man da hinterlegen muss.“
Mit seiner französischstämmigen Frau, Gräfin Lelia, hat Karl Graf Khevenhüller vier Kinder. Im Hochadel geht das unbewegliche Erbe traditionell ungeteilt an den ältesten Sohn. Im Hause Khevenhüller ist das Graf Maximilian, der schon ein Studium der Physik und Mathematik hinter sich hat, jetzt aber seiner wahren Leidenschaft nachgeht: der Musik. Er studiert Komposition, schreibt Filmmusik und spielt atemberaubend Klavier. Doch als Musiker das familiäre Großgemäuer zu erhalten, das sieht er nicht: „Ich fühle mich gerade nicht imstande, diese Verantwortung zu übernehmen, ich lebe doch sehr in meiner Welt, der Musik. Und ich denke, dass meine Geschwister dafür viel geeigneter wären.“

Renaissanceschloss Rosenburg, Niederösterreich
Die Rosenburg samt Renaissanceschloss im Waldviertel gilt als eine der schönsten Burganlagen Europas. Besitzer Markus Graf Hoyos hat in den letzten Jahren über zwölf Millionen Euro investiert, was die Rosenburg auch zu einer der am besten erhaltenen Burgen macht. Seit 1681 ist sie im Besitz des ursprünglich spanischen Adelsgeschlecht Hoyos, das sich bis ins neunte Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
Die Finanzierung des Erhalts der Rosenburg, des Schlosses Drosendorf und des Schlosses Horn, in dem Familie Hoyos lebt, erfolgt traditionell über den mit den Herrschaften verbundenen Waldbesitz. Dieses alte Modell ist aber durch die Klimaerwärmung stark gefährdet. „Wir haben jetzt schon eine Erwärmung in unserer Gegend von über zwei Grad und das ist erst der Anfang. Unser Hauptbaum, die Fichte, ist schon großflächig abgestorben, die Bäume sind so geschwächt, dass sie für den Borkenkäfer leichte Beute sind, weil sie zu dessen Abwehr nicht mehr genug Harz produzieren können. Es dauert drei Generationen, bis der Wald wieder Ertrag bringt: Temperaturmäßig wird Zwettl immer mehr wie Athen, das erleben wir noch in dem Jahrhundert. Natürlich mache ich mir Sorgen und suche nach Alternativen.“
Seine Frau Gräfin Petra Hoyos, eine erfolgreiche Unternehmerin, teilt die Sorgen ihres Mannes und sieht im Erhalt der drei Herrschaften im Familienbesitz auch einen schweren Rucksack für ihre Kinder.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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