Corona-Quartett: Wie stark leiden unsere Kinder?

am 04.10., ab 21:50 Uhr

Hilft gegen dieses Chaos wirklich ein vermehrtes Testen von Kindern oder verschlimmert das die Lage?
Mutet man den Kindern in dieser Pandemie zu viel zu? Wie wirken sich Maskenpflicht und Abstandsregelungen auf ihre Psyche aus? Und ist es fair, das Leben der Kleinsten massiv einzuschränken, um die Ältesten zu schützen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich am Sonntag das „Corona-Quartett“. Diese Woche mit dem Infektionsepidemiologen Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, der ehemaligen österreichischen Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky, dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger und Prof. Reinhold Kerbl, Kinderarzt und Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Hochsteiermark.

Maßnahmen und Regelungen für Kinder
Verfolget man im Umgang mit Verdachtsfällen die richtige Strategie? Wie gefährlich ist Corona für Kinder? Und welche Rolle spielen Kinder bei der Verbreitung der Infektion? Um diese Frage besser beantworten zu können, hat das Bildungsministerium am Montag ein österreichweites Gurgel-Testprojekt für Schulen gestartet. Rund 15.000 Kinder werden ab sofort an 250 Schulen regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Dabei zeigen bisherige Studien, dass Kinder keine Superspreader sind, seltener an COVID-19 erkranken und wenn, dann oft nur einen asymptomatischen oder milden Krankheitsverlauf haben. Dennoch werden immer wieder Kinder auf Verdacht vorsorglich nach Hause geschickt, bei einem positiven Ergebnis müssen alle Mitschüler in Quarantäne. In Deutschland befinden sich, einem Zeitungsbericht zufolge, derzeit rund 50.000 Schüler in Corona-Quarantäne. Der Lehrerverband vermutet, dass sich diese Zahl verdoppeln wird.

Administrative Überforderung 
Das neue Schuljahr hat gerade erst begonnen, doch der Unmut vieler Lehrer und Eltern über unklare Vorschriften, übertriebene Quarantäneregelungen und chaotische Zustände in vielen Klassenzimmern ist bereits groß. Mit Blick auf die bevorstehende Grippe-Saison befürchten viele, dass sich diese Situation noch weiter verschlechtern werde. Wird die Coronakrise auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen ausgetragen? Hat der neue Schulalltag viel größere Auswirkungen auf die Psyche der Kinder als bisher angenommen? Und ist die Grippe für Kinder nicht viel bedrohlicher als das Coronavirus?

Das Corona Quartett
In der Corona-Debatte stehen sich die verschiedenen Standpunkte immer unversöhnlicher gegenüber. Die einen werfen den anderen die Verbreitung von Falschinformationen vor, die tendenziöse Verkürzung von Inhalten oder schlicht die Verharmlosung des Infektionsgeschehens. Auf der anderen Seite steht der Vorwurf der unverhältnismäßigen Panikmache und der unverantwortlichen Inkaufnahme massiver gesundheitlicher, ökonomischer und gesellschaftlicher Kollateralschäden. Was beide Seiten eint, ist der Anspruch, stets streng wissenschaftlich zu argumentieren und sich auf Fakten zu stützen. Was fehlt, ist ein Austausch auf Augenhöhe zwischen den Kritikern und ihren Kritikern in einem gemeinsamen Forum. Ehrlich. Kritisch. Fundiert. Unabhängig.

Infektionsepidemiologe Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, ehemalige österreichischen Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky, Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger und Prof. Reinhold Kerbl, Kinderarzt und Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Hochsteiermark
Fotorechte: © Picturedesk / ServusTV
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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