Zahl der Verkehrstoten im Bundesländer-Vergleich in der Steiermark am stärksten zurückgegangen

In der Steiermark ging die Zahl der Verkehrstoten in den ersten drei Quartalen um 25 zurück, macht der VCÖ aufmerksam. Das ist im Bundesländer-Vergleich der stärkste Rückgang. Aber 36 Todesopfer sind Mahnung, weitere Maßnahmen zu setzen. Die Strafen für Raser sind zu erhöhen, Handy am Steuer ist ins Vormerksystem aufzunehmen. Sehr wichtig sind auch präventive Maßnahmen, betont der VCÖ. Das Öffentliche Verkehrsnetz ist auszubauen, im Ortsgebiet erhöht eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung die Verkehrssicherheit.

„Die Steiermark hat heuer die Chance auf die beste Unfallbilanz seit Bestehen der Unfallstatistik“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. 36 Menschen wurden seit Jahresbeginn bei Verkehrsunfällen in der Steiermark getötet, zur gleichen Zeit des Vorjahres waren 61 Todesopfer zu beklagen, am Ende des Jahres 72. Die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten gab es in der Steiermark im Jahr 2018 mit 69 Todesopfern.

In der Steiermark war in den ersten drei Quartalen die Zahl der Verkehrstoten um 25 niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das ist der stärkste Rückgang im Bundesländer-Vergleich, wie eine VCÖ-Analyse zeigt. In Oberösterreich ging die Zahl der tödlich Verunglückten um 21 zurück, im Burgenland um 12, in Niederösterreich um zehn.

Der VCÖ betont, dass die 36 Todesopfer aber auch Mahnung sind, weitere Maßnahmen zu setzen. So sind auf Bundesebene die Strafen für Raser zu erhöhen. Österreichweit wurde im Vorjahr 7.198 Personen der Führerschein wegen Raserei abgenommen. Bei rund 5,7 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer sind das 0,12 Prozent, verdeutlicht der VCÖ. „Eine kleine Minderheit gefährdet durch ihr verantwortungsloses Verhalten alle anderen Verkehrsteilnehmer. Die Bevölkerung ist vor diesen Risikolenkern besser zu schützen“, fordert VCÖ-Sprecher Gratzer die rasche Umsetzung des zuletzt von Verkehrsministerin Leonore Gewessler präsentierten Maßnahmenpakets. So soll in Zukunft der Führerschein früher und für eine längere Zeit abgenommen werden, die Mindeststrafe soll erhöht und Raserei ins Vormerksystem aufgenommen werden.

Ebenfalls ins Vormerksystem soll Handy am Steuer kommen. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert reagiert so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille, verdeutlicht der VCÖ. Die aktuelle Strafe – 50 Euro bei Organmandat – steht in keinem Verhältnis zur Gefahr, die von Handy am Steuer ausgeht.

Wichtig sind auch präventive Maßnahmen, wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes, häufigere Bahn- und Busverbindungen, sichere Radwege zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet sowie eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in den Gemeinden und Städten. „Jeder Verkehrstote ist einer zuviel. Die einzig akzeptable Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen ist null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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