Neubauprojekt des Bezirsfeuerwehrverbandes Liezen. 1,9 Mio Investition

Derzeit ist die Warn- und Alarmzentale „Florian Liezen“ für die 95 Feuerwehren des Bezirkes Liezen, sowie die Verwaltung (Schulungsraum, Büros, Zivildienerwohnung, Sanitäranlagen, Nebenräume) des Bereichsfeuerwehrverbandes Liezen in gemieteten Räumen der Maschinenfabrik Liezen untergebracht.

Seit Jahren ist das Bereichsfeuerwehrkommando bemüht, in der Stadtgemeinde Liezen geeignete Räumlichkeiten oder / und Grundstücke zu erwerben um einerseits das Kündigungsrisiko auszuschließen und andererseits mit dem Mitaufwand auch Eigentum zu schaffen.

Diesbezüglich wurde bereits während der Funktionsdauer von E-LBDS Gerhard Pötsch mit jährlicher Rücklagenbildung begonnen.

Zahlreiche angebotene Objekte in Liezen haben sich bisher aber aus verschiedenen Überlegungen (Kauf- und Umbaukosten, Parkplätze) als unrealisierbar herausgestellt.

Mit dem gegenständlichen Projekt kann eine zukunftsweisende, dezentrale Warn – und Alarmzentrale, verbunden mit mondernster Infrastruktur und Ausbildungsmöglichkeit umgesetzt werden. Alle Bemühungen der Verantwortungsträger sind letztlich aber auf die Bewältigung möglicher Katastrophenereignisse (Großschadensereignisse, Black Out, Kat. Lager, dezentrale Einheit) im Bezirk Liezen ausgerichtet.

AKTUELLE PROBLEMSTELLUNG

Die Zufahrt und die Abstellmöglichkeit mit Kraftfahrzeugen sind stark beschränkt und mit Lastkraftwagen bzw. bei großer Schneelage überhaupt nicht möglich. Bei größeren Schulungen, Besprechungen oder Großschadenslagen müssen zusätzlich Parkplätze angemietet werden.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse besteht keine Möglichkeit der Abstellung von notwendigen taktischen und technischen Einheiten für Großschadensereignissen.

Ein barrierefreier Zugang kann nicht garantiert bzw. geschaffen werden.

Die Bausubstanz des Gebäudes ist nicht mehr zeitgemäß und laufende Mängel am Gebäude führen kaum haltbaren Situationen (Wassereinbrüche durch Dach, Fenster).

Durch die ständig steigenden industriellen Nutzungen der Räumlichkeiten im bestehenden Gebäude ist der Lärmpegel derart hoch, dass Besprechungen oder Schulungen an Wochentagen kaum mehr möglich sind. Auch die Verschmutzung durch Staubentwicklung nimmt konstant zu.

Es besteht ein laufendes Risiko, dass das Gebäude verkauft wird oder intern einer anderen Nutzung zugeführt wird.

Die derzeitigen bereits hohen Mietkosten könnten in einen nicht finanzierbaren Bereich steigen und eine sinnvolle Rücklagenbildung zur Schaffung von Eigentum kann nicht garantiert werden.

Aufgrund der mangelnden Isolierung und alternden Bausubstanz steigen die Betriebskosten konstant an.

Angesichts der zunehmend volatilen Finanzmärkte erscheint es tatsächlich sinnvoll, die Rücklagen in form von Bankguthaben in bauliche Vermögenswerte umzuwandeln.

AKTUELLE PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Firma Überbacher plant die Errichtung eines Gewerbegebäudes in der östlichen Gewerbezone der Stadtgemeinde Liezen. Bei diesem Grundstück besteht die Möglichkeit für den Bereichsfeuerwehrverband Liezen, durch die Stadtgemeinde Liezen, ein Baugrundstück von rund 900m2 anzukaufen. Die Stadtgemeinde Liezen wird die Grundfläche nach dem Ankauf dem Bereichsfeuerwehrverband Liezen kostenlos zur Verfügung stellen. Der dazu notwendige Beschluss wurde einstimmig im Gemeinderat gefasst. Die geografische Lage ist aufgrund der leichten Erreichbarkeit und der Zufahrtsmöglichkeit von mehreren Straßenanbindungen ideal.

Da die Stadtgemeinde Liezen seit einigen Jahren auch für die Bergrettung, Ortsstelle Liezen, eine geeignete Einsatzzentrale errichten oder erwerben möchte, entsteht die Möglichkeit einer gemeinsamen Projektumsetzung des Neubaus, zwischen Bereichsfeuerwehrverband Liezen und der Bergrettung – Ortsstelle Liezen. Als Bauherr und Eigentümer des neu zu errichtenden Gesamtgebäudes treten der Bereichsfeuerwehrverband Liezen gemeinsam mit der Stadtgemeinde Liezen auf. Die Koordination der Baumaßnahmen, Ausschreibungen, Baubegleitung und Baucontrolling obliegen dem Bereichsfeuerwehrverband Liezen. Die Stadtgemeinde Liezen wird dazu notwendige Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen um das Projekt mitzufinanzieren.

Die Gestaltung der Raumaufteilung wurde vom Bereichsfeuerwehrverband Liezen mit dem Architekten DI Uwe Lackner und Bmst. Joachim Schnittler aufgrund der Funktionalität und nach Maßgabe der absoluten Notwendigkeit durchgeführt und die Bauweise an die Ausführungsqualität angepasst. Der Bereichsfeuerwehrverband Liezen legt höchsten Wert auf zielgerichtete und hoch funktionelle Lösungen im Bereich des Krisen- und Katastrophenmanagements und sieht von jeglichen luxuriösen oder prestigegeprägten Baumaßnahmen ab. Durch Bmst. Joachim Schnittler wurde eine straffe Kostenkalkulation anhand der Planungsunterlagen erstellt.

Ausreichend Aufstellflächen für taktische und technische Einheiten sind im Falle von Großschadensereignissen am Außengelände vorhanden. Eine unabhängige Notstromversorgung ist gegeben. Die Barrierefreiheit wird durch den Einbau eines Liftes geschaffen.

Der Bereichsfeuerwehrverband Liezen und insbesondere die Warn- und Alarmzentrale „Florian Liezen“ sind Teil der kritischen Infrastruktur und aufgrund dezentraler Einsatztaktik ein absolut wichtiger Bestandteil des Krisen- und Katastrophenschutzmanagements in der Steiermark. Die örtliche Nähe zur Bezirksstelle des Roten Kreuzes, dem dort befindlichen Hubschrauberlandeplatzes, eine selbstständige autarke und vor allem ungestörte Möglichkeit der Koordination in Krisenfällen runden die Vorteile dieses Standortes ab.

Diese Überlegungen und Maßnahmen können mit der Firma Überbacher, der Stadtgemeinde Liezen und der Bergrettung Ortstelle Liezen, sowie allen in dem Projekt involvierten Unternehmen konstruktiv und zweckorientiert umgesetzt werden.
Fotocredit: „BFV Liezen“

. Alle erforderlichen Beschlüsse intern und seitens Stadtgemeinde Liezen wurden laut Bereichsfeuerwehrkommandant OBR Heinz Hartl bereits gefasst, die Projektumsetzung des Bauvorhabens und der Bezug sind für 2021 geplant. Das Gebäude beinhaltet neben den Räumlichkeiten des Bereichsfeuerwehrverbandes Liezen mit der Bereichswarnzentrale „Florian Liezen“ auch die Stationierung der Bergrettung Liezen, wobei sich die Flächen in etwa im Verhältnis 70:30 (BFV Liezen zu Bergrettung) aufteilen, auch was die Aufteilung der Gesamtkosten in der Höhe von etwa 1,9 Mio. Euro inkl. MwSt. betrifft. Ein Grundstück der Firma Überbacher wird zu diesem Zwecke von der der Stadtgemeinde Liezen erworben und den Einsatzorganisationen zur Bebauung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Eine Zusammenfassung der Argumente für den Neubau:

•        Langfristige Absicherung der Warn- und alarmzentrale des Bezirkes Liezen in der Region

•        Dezentrale Einsatzleitungen bei Großschadensereignissen und Naturkatastrophen

•        Ausbildungsmöglichkeit für Zivildiener in der Region

•        Aufstellungsflächen für KHD – Einheiten und Parkflächen

•        Barrierefreier Zugang

•        Zeitgemäße Bausubstanz und Unterbringung

•        Ausschluss eines möglichen Kündigungsrisikos

•        Schaffung von Eigentum anstatt Miete (Mietkostenersparnis)

•        Kooperation mit der Bergrettung

•        Hubschrauberlandeplatz in der Nähe

•        Finanzierung ohne zusätzliche Belastung der Feuerwehren

Durch erzielte, sinnvolle Synergieeffekte beider Einsatzorganisationen können Kosten eingespart werden. Die Finanzierung erfolgt aus Eigenfinanzierung, Darlehensaufnahme und Förderungen. OBR Hartl dazu: „Aufgrund der erzielbaren Einsparungen gegenüber den laufenden Kosten aus dem gegenwärtigen Mietverhältnis ist eine fristgerechte Rückzahlung der Fremdfinanzierung möglich.“ 

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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