VCÖ: Neue Spritfresser werden ab morgen teurer, aber sie kommen zu billig davon

Ab morgen wird für Neuwagen bei der Motorbezogenen Versicherungssteuer auch der CO2-Ausstoß berücksichtigt. Spritfresser, die besonders viel CO2 verursachen, werden damit teurer. Der VCÖ weist darauf hin, dass ein Spritverbrauch von drei statt sechs Litern die Spritkosten pro 100.000 Kilometer um über 3.000 Euro reduziert. Die Reform ist ein kleiner Schritt, dem noch viele folgen müssen, um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen, betont der VCÖ.

Knapp mehr als sechseinhalb Liter Sprit pro 100 Kilometer ist der durchschnittliche reale Verbrauch der Benzin- und Diesel-Pkws der steirischen Haushalte. In den vergangenen zehn Jahren ist der reale Spritverbrauch gerade mal um einen halben Liter gesunken, macht der VCÖ aufmerksam. „Schon vor 30 Jahren wurde das 3 Liter Auto versprochen, der tatsächliche Spritverbrauch ist aber heute rund doppelt so hoch. Statt schlanke, sparsame Fahrzeuge, brachten die Hersteller in den letzten Jahren immer breitere und schwere Fahrzeuge mit mehr PS auf den Markt. Das kommt uns heute und in den kommenden Jahren sehr teuer zu stehen“, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Nun wird ab morgen 1. Oktober bei der Motorbezogenen Versicherungssteuer bei Neuwagen neben der Motorstärke auch der CO2-Ausstoß berücksichtigt. Pkw mit hohem CO2-Ausstoß werden teurer. „Je mehr Sprit ein Auto verbraucht, umso höher ist der CO2-Ausstoß und umso größer der verursachte Klimaschaden. Dass Spritfresser künftig teurer werden ist zu begrüßen, aber sie kommen noch immer zu billig davon“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

So steigt die Motorbezogene Versicherungssteuer für einen VW Touareg mit 250 kW und einem CO2-Ausstoß von 232 Gramm pro Kilometer bei monatlicher Zahlweise um lediglich rund 45 Euro pro Monat. Zudem bezieht sich die Berechnung auf die Herstellerangaben. Der tatsächliche CO2-Ausstoß beim Fahren ist aber deutlich höher. Besonders hoch ist die Abweichung bei Plug-In-Hybrid Pkw, wie eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt: Deren realer CO2-Ausstoß ist im Schnitt doppelt so hoch wie im Testzyklus ermittelt.

Auch ist die CO2-Grenze zu hoch. Selbst ein Fahrzeug mit 100 kW und einem CO2-Ausstoß von 145 Gramm CO2 pro Kilometer zahlt in Zukunft weniger Motorbezogene Versicherungssteuer als bisher, macht der VCÖ aufmerksam. Bereits im Vorjahr hatten über 40 Prozent der neuzugelassenen Pkw laut Herstellerangaben einen CO2-Ausstoß von weniger als 145 Gramm CO2 (nach WLTP), für heuer ist mit einem Anstieg auf über 50 Prozent zu rechnen.

Wer beim Neuwagenkauf auf einen niedrigen realen Spritverbrauch achtet, spart sich auch bei den laufenden Spritkosten einiges. Hat ein Pkw einen realen Verbrauch von drei statt sechs Litern dann spart man sich pro 100.000 Kilometer über 3.000 Euro an Spritkosten und reduziert den CO2-Ausstoß um rund 7.500 Kilogramm.

Je mehr CO2 die Autos ausstoßen, umso mehr zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen sind nötig, um die Klimaziele erreichen zu können. Da der CO2-Ausstoß der Fahrzeuge hoch ist, ist das Vermeiden von Autofahrten und Verlagern auf den Öffentlichen Verkehr und das Fahrrad umso wichtiger. Die Klimabilanz des Pendlerverkehrs kann mit betrieblichem Mobilitätsmanagement stark verbessert werden. Und die Rad-Infrastruktur ist weiter auszubauen und zu verbessern. Immerhin ist fast die Hälfte der Autofahrten in Radfahrdistanz.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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