Ennstal/Salzkammergut: Regionale Wirtschaft steht Bausperren kritisch gegenüber

Die in unserer Region um sich greifenden Gemeindebeschlüsse – für gesamte Gemeindegebiete Bausperren kundzumachen – werden seitens der Wirtschaft sehr bedenklich beobachtet. Auch wenn die vorliegenden Bausperren umfangreiche Ausnahmebestimmungen beinhalten und somit viele Bauprojekte (z.B. Einfamilienhäuser, Um- und Zubauten von bestehenden touristischen Einrichtungen etc.) unbehindert umgesetzt werden können, ist insbesondere die Symbolik in den aktuell schwierigen „Corona-Zeiten“ schädlich.

Maßnahmen zu setzen, die sich negativ auf bereits in Umsetzung befindliche bzw. geplante Bauprojekte auswirken, gilt es zu hinterfragen. Insgesamt wird damit jedenfalls die Planungs- und Rechtssicherheit geschwächt.
Im Vergleich dazu wird auf vielen anderen Ebenen versucht Investitionen vorzuziehen und durch steuerliche Maßnahmen wie die Investitionsprämie zu unterstützen, um die Auswirkungen der Corona- Krise abzuschwächen.

Regionalstellenobmann Hierzegger:

„Derzeit werden viele Themen mit dem Sammel-Begriff „Zweit-Wohnsitz“ bezeichnet und mit vielen negativen Argumenten verallgemeinert, wobei hier eine klare Differenzierung stattfinden muss.
Ich verstehe auch den Wunsch der Gemeinden leistbaren Wohnraum für die einheimische Bevölkerung zur Verfügung stellen zu können. Ob mit Bausperren aber damit das Problem gelöst werden kann ist für mich mehr als fraglich.

Gerade in wirtschaftlich so schwierigen und unsicheren Zeiten sind Maßnahmen die Investitionen hemmen gut abzuwägen und vor einer Sperre sollten zuerst Maßnahmen ausgearbeitet werden, die sicher stellen, dass die Wertschöpfung nicht nur vor Ort lukriert wird, sondern auch vor Ort bleibt und vor Ort reinvestiert wird. Für die regionale Bauwirtschaft und ihre Zulieferer sind derartige Bausperren jedenfalls ein schlechtes Signal und werden dementsprechende Auswirkungen wie z. B. Personalabbau, Rückgang des kommunalen Ertrages, Schwächung der regionalen Kaufkraft und vieles mehr mit sich bringen.“

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Comments

  1. Ich finde es gut, dass endlich ein Baustopp kommt und der Versiegelung von Grünflächen einhalt geboten wird. Leerstehende Gebäude kann man ja renovieren statt neue zubauen. Um die Baufirmen mache ich mir keine Sorgen, da diese endlich Zeit für Einfamilienhäuser (Hauptwohnsitz) haben und auch wieder vernünftige, nicht abgehobene Angebote machen, damit sich auch eine Jungfamilie bauen wieder leisten kann.

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