Das Beste aus zwei Welten: Entlang der Südsteirischen Weinstraße – am Freitag auf ServusTV

Das Beste aus zwei Welten – Heimatleuchten: am Fr., 02.10., ab 20:15 Uhr.

Warum die Steiermark als „das grüne Herz Österreichs” bezeichnet wird, kann man vor allem im Süden der Region klar erkennen: saftige, grüne Wiesen, Wälder und Rebstöcke soweit das Auge reicht. Dieser Teil der Südsteiermark hat aber noch viel mehr zu bieten als Wein und Kernöl. Geprägt durch die Geschichte lebt man hier im Grenzgebiet zwischen Österreich und Slowenien die Verbindung beider Kulturen. Entlang der südsteirischen Weinstraßen zeichnet sich ein Bild von traditionsbewussten Handwerkern, kulinarischen Pionieren und gemütlichen Genießern.
Grenzgänger
Vom Serschenhof der Familie Tertinjek sieht man weit über saftige Hügellandschaften, die zum Teil in Österreich und zum Teil in Slowenien liegen. Denn mitten durch ihren Hof und Lebensmittelpunkt verläuft die Staatsgrenze. Noch heute sind am Serschenhof beide Kulturen lebendig – besonders dann, wenn Biserka mit ihrer Schwiegertochter Bettina und der kleinsten Enkelin Sophie in der Küche traditionelle Gerichte zaubert und aus dem Nähkästchen erzählt: „Ritschert, das hat die Mama öfters gekocht – aus dem Grund, weil schnell eine große Menge da war.“

Steirischer Gin
Um den kulinarischen Genuss geht es auch bei Reinhard Jagerhofer und Johannes Firmenich. Die beiden Steirer haben durch ihr Faible für das perfekte Destillat zueinander gefunden und produzieren den Styrian Dry Gin, kurz STIN, der durch 28 Botanicals zu seinem unverwechselbaren Geschmack gelangt. Prägend dafür sind vor allem die Wacholderbeeren, Zitrone und Orange, sowie klassische Zutaten wie Kümmel und Koriander. „Für uns sehr wichtig ist das Fruchtige, die Äpfel von mir, ausm eigenen Anbau, und vom Reinhard der eigene Holunder“, erzählt Johannes. Die Südsteiermark ohne Buschenschank ist auch für seine Mama Uli Firmenich nicht denkbar. Sie zaubert immer „wenn ausg’steckt ist“ die von allen Gästen geliebte Brettljause mit Produkten aus der Region. 

Das Vater-Tochter Gespann
Am gegenüberliegenden Weinberg in Gamlitz liegt das traditionsreiche Weingut Tinnacher-Lackner, das seit 2013 in den Händen von Tochter Katharina liegt. Die Diplomingenieurin der Pflanzenwissenschaften stellte die Weingärten auf biologische Bewirtschaftung um und prägt in ihren Weinen einen höchst eigenständigen, herkunftsorientierten Stil. Unterstützung erhält sie aber immer noch von ihrem Papa Fritz, der sich nun auch wieder auf die Stockkultur, eine alte Art des Anbaues, konzentriert und nicht auf den Einsatz der Handsense verzichtet: „Es ist halt viel schonender für den Rebstock, wenn man das mit der Hand macht, weils keine Stockbeschädigung gibt.“

Teuflisch gute Musik
Eine andere Funktion für alte Weinreben findet der Instrumentenbauer Helmut Gollob. Er verwandelt urige Weinstöcke in sogenannte Teufelsgeigen, ein beliebtes Begleitinstrument in der Volksmusik, welches auch oft zu späterer Stunde in einem Buschenschank Einzug hält. Sein Wissen um die Herstellung solcher Instrumente hat Helmut seiner Tochter Lena weitergegeben, die selbst im Familienbetrieb Hand anlegt. 

Von Kernen und Kamelen
„Wenn ich einmal groß bin und ein Geld hab‘, dann kauf ich mir ein Kamel.“ Irmi Schober hielt ihr Versprechen an sich selbst und kann mittlerweile mit ihrem Mann Herbert sogar die größte Kamelherde Österreichs ihr Eigen nennen, mitten in ihrem exotischen Kleinod in Ratschendorf. Und sind die Kamele einmal besonders brav, bringt ihnen Irmi nach dem Kernölpressen kleine Teile des Presskuchens, also der Überbleibsel, als „Zuckerl” vorbei. 

Musikalische Vogelscheuchen
Wer einen Klapotetz sieht, weiß, dass er in der Südsteiermark angekommen ist – das Wahrzeichen der Region fehlt in keinem Weingarten. Der Klapotetz ist eine Holzkonstruktion, die aussieht wie ein Windrad, und funktioniert wie eine Vogelscheuche. Weinbauer Erich Silberschneider ist einer der wenigen, die noch wissen, wie man einen Klapotetz baut. „Wenn man‘s im Lauf hört, des Klappern wie wir sagen, des is fast wie a Hymne do in der Südsteiermark.“ Mit seinem Sohn Stefan stellt er am Jakobi-Tag zu Ehren des Schutzheiligen der Feldfrüchte den gemeinsam gebauten Klapotetz auf.

Ätherische Höhenflüge
Die Felder von Lavendelbäuerin Theresia Heigl-Tötsch befinden sich bei Kitzeck fast auf der Seehöhe von Innsbruck. In der Höhe und im mediterranen Klima der haben die Pflanzen einen besonders hohen Gehalt an ätherischen Ölen: „Wir können uns durchaus stolz zeigen, dass wir – laut Labor – gleiche Qualitäten erzeugen wie in Frankreich. Wenn nicht besser teilweise.“ Mit der Köchin Gertraud Heber bäckt sie eine Lavendeltorte. Gertraud muss einige Torten backen, bis sie endlich mit dem Rezept zufrieden ist: „Aufgeben gibt’s bei mir nicht. Da hab‘ ich eben noch einen Versuch gestartet.“

Außerdem in dieser Folge zu sehen sind die Wasserbüffel von Helmut Mahorko, einer der letzten Fassbinder der Region und ein ehemaliger Fassbinder, der nun auf alten Fässern Holzporträts schnitzt.
Fotorechte: © Servus TV / DMG
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at