100 Prozent emissionsfreie Neuwagen bis zum Jahr 2030 möglich

Kalifornien hat nun den Ausstieg aus Diesel und Benzin bei Neuwagen ab dem Jahr 2035 beschlossen. In Europa ist Norwegen mit dem Ausstieg im Jahr 2025 Vorreiter. Um die Klimaziele erreichen zu können, ist in der EU und damit auch in Österreich ein Ausstieg bis zum Jahr 2030 nötig, betont der VCÖ. Auch ökonomisch betrachtet macht Unabhängigkeit von Erdöl Sinn. Allein im Vorjahr importierte Österreich um 7,9 Milliarden Euro Erdöl und Erdölprodukte.

Norwegen hat beschlossen, dass ab dem Jahr 2025 alle Neuwagen emissionsfrei sein sollen. Island, Irland, Schweden und die Niederlande folgen im Jahr 2030. „Der Ausstieg aus Benzin und Diesel ist alternativlos, um die Erderhitzung begrenzen zu können. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise ist der Ausstieg bis spätestens 2030 notwendig. Je früher auf EU-Ebene ein Ausstiegsdatum beschlossen wird, umso besser. Auch um der Autoindustrie Planungssicherheit zu geben“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest.

Dass bis zum Jahr 2030 zu 100 Prozent emissionsfreie Neuwagen in der EU zugelassen werden, ist machbar. In Norwegen waren bereits heuer im 1. Halbjahr 46,6 Prozent der Neuwagen E-Pkw, die ausschließlich mit Strom fahren, in Island waren es 27 Prozent, informiert der VCÖ. Österreich hatte im 1. Halbjahr mit 4,2 Prozent europaweit den neunthöchsten E-Pkw-Anteil. In der Steiermark waren es im 1. Halbjahr 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im Gesamtjahr 2019. Aufgrund der nun erhöhten Förderung ist mit einem Anstieg auf fünf Prozent zu rechnen. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2015 bereits mehr als 5.000 E-Pkw in der Steiermark zugelassen, berichtet der VCÖ.

„Statt von Ölscheichs abhängig zu sein, kann man sich mit einer Photovoltaik-Anlage die nötige Energie selber erzeugen“, so VCÖ-Expertin Rasmussen. Auch aus gesamtökonomischer Sicht ist ein beschleunigter Ausstieg im Verkehr aus Erdöl sinnvoll. Allein im Vorjahr kosteten Österreich die Importe von Erdöl und Erdölprodukten 7,9 Milliarden Euro, macht der VCÖ aufmerksam. Seit dem Jahr 2010 flossen 72 Milliarden Euro für Erdölimporte aus Österreich ab, größtenteils in Staaten, die große Defizite bei Demokratie und Menschenrechten aufweisen.

„Um den Anteil emissionsfreier Neuwagen rascher zu erhöhen, ist bei den Firmenwagen anzusetzen“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Im Vorjahr wurden laut Statistik Austria nur 33,2 Prozent der neuen Pkw auf private Haushalte zugelassen, 66,8 Prozent auf so genannte „juristische Personen“, wie Unternehmen, Organisationen und Behörden. Derzeit wird auch die private Nutzung von Firmenwagen mit Diesel- und Benzinmotor steuerlich begünstigt. Um die Energiewende im Verkehr zu beschleunigen, soll ausschließlich die Nutzung emissionsfreier Fahrzeuge begünstigt werden.

Für das Exportland Österreich ist die weltweite Nachfrage nach klimaverträglichen Technologien eine große Chance. „Österreich sollte sich rasch als Europas Kompetenzzentrum für klimaverträgliche Mobilität positionieren. Es gibt wenige Staaten, die so gut aufgestellt sind, von international angesehenen Autozulieferbetrieben und E-Motoren-Hersteller über Unternehmen der Bahnindustrie, die am Weltmarkt eine führende Rolle spielen bis hin zu innovativen Start-Ups und Forschungseinrichtungen“, weist VCÖ-Expertin Rasmussen auf das große Arbeitsplatz-Potenzial hin.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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