Klare Corona-Regeln für den steirischen Sozialbereich

Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Gewaltschutz- und Obdachloseneinrichtungen sowie Flüchtlingsquartiere sind für den Corona-Herbst gut gerüstet

Graz (24. September 2020).- „Im Sozialbereich haben wir bisher nur eine Handvoll von COVID-Infektionen. Das zeigt, dass wir auch ohne eigene Corona-Ampel, aber mit unseren besonders strengen, klaren und übersichtlichen Regeln für ein Höchstmaß an Sicherheit für die Steirerinnen und Steirer sorgen“, betont Soziallandesrätin Doris Kampus. Alle Menschen in Einrichtungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie betroffenen Familien und Besucherinnen und Besucher können sich demnach darauf verlassen, dass alle Schutzmaßnahmen in der Behindertenhilfe, in der Kinder- und Jugendhilfe, in Gewaltschutz- und Obdachloseneinrichtungen sowie Flüchtlingsquartieren penibel eingehalten werden.

Bereits zu Beginn der Pandemie wurden auf Basis der Bundesvorgaben Krisenpläne von allen Einrichtungen und Organisationen vorgelegt, durch die Sozialabteilung geprüft und bewilligt. „Dieses System hat bisher sehr gut funktioniert. Es wurde in meinem Auftrag in den letzten Wochen nochmals evaluiert. Wir bleiben dabei und sind zuversichtlich, dass wir mit diesem System so gut durch den Corona-Herbst kommen, wie es seit März der Fall war“, erläutert die Soziallandesrätin.

Diese Handlungsanleitungen umfassen unter anderem:

  • Rechtliche Grundlagen des Bundes und des Landes
  • Notfallpläne für alle Einrichtungen und Dienstleister
  • Handlungsvorgaben für Verdachts- und Krankheitsfälle für stationäre Einrichtungen und mobile Dienste
  • Kommunikationspläne mit weiteren Behörden, Einrichtungen, Angehörigen und Medien

Zentrale Elemente, die jeder Notfallplan enthalten muss, sind: verantwortliche Kontaktpersonen, Hygiene-Grundkonzepte, Krisenkommunikation, standardisierte Vorgangsweise bei Verdachts- und Krankheitsfällen. „Je nach allgemeiner Gefährdungslage legen wir als Behörde einen Sicherheitsstandard fest. Jede Einrichtung kann diesen ihrerseits aber auch weiter erhöhen“, unterstreicht die Soziallandesrätin.

Dazu steht die Sozialabteilung in einem ständigen Informationsaustausch, der von aktuellen Verdachts- und Tagesmeldungen bis zu regelmäßigen Videokonferenzen mit allen Partnerinnen und Partner aus dem Sozialbereich in der Steiermark reicht.

Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Soziale Dienste, stellt dazu fest: „Herbst und Winter stellen uns sicher vor Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, Sicherheit zu geben. Das passiert durch die gute Zusammenarbeit mit dem Land Steiermark und den Trägern im Sozialbereich. Die Infrastruktur für Menschen mit Benachteiligungen bleibt erhalten – für Betroffene und deren Angehörige sowie Mitarbeitende ein wesentliches Signal, das Sicherheit gibt, Lebensqualität trotz Pandemie erhält und es erlaubt, qualitativ hochwertig zu arbeiten.

Für eine der größten Herausforderungen, nämlich die rascheren Testungen im Sozialbereich, könnte sich, so Maurer-Aldrian, eine Lösung abzeichnen: „Durch die Möglichkeit mit niedergelassenen Ärzten im Bereich der PCR-Tests zusammen arbeiten zu dürfen, können wir in unseren sensiblen Bereichen viel schneller reagieren.“

„Die Herausforderungen bleiben weiterhin hoch“, betont Walerich Berger, Geschäftsführer von Jugend am Werk, auch in der Kinder- und Jugendhilfe: „Für Kinder und Jugendliche sind die oft wechselnden Vorgaben durch den Bund schwer zu verstehen. Wir müssen sehr viel mit den Kindern und Jugendlichen reden, damit sie sich an die Spielregeln halten.“ Die Jugend am Werk-Einrichtungen haben laut Berger ihre Krisen- und Notfallpläne nochmals genau geprüft, um für einen „Corona-Herbst“ gerüstet zu sein.

„Wir sind auch in den Quartieren für die Grundversorgung von Asylwerberinnen und -werbern gut gerüstet. Es gibt aber nicht die eine Lösung, wenn es zu Infektionen kommt“, verweist Herbert Beiglböck, Direktor der Caritas Steiermark, darauf, „dass wir einen umfassenden Werkzeugkoffer brauchen. Wären zehn oder 15 Menschen betroffen, müssen wir natürlich anders vorgehen als bei einem Einzelfall.“

Wie alle anderen Einrichtungen setzen auch die VinziWerke seit Beginn der Corona-Pandemie ein strenges Sicherheitskonzept um, hebt Koordinatorin Nora Tödtling-Musenbichler hervor. Gerade die Versorgung von obdachlosen Menschen stellt dabei natürlich besondere Herausforderungen. Für den Herbst und Winter wird gerade auch auf technische Weise Vorsorge getroffen: In den Notschlafquartieren werden zwischen den Betten gerade Trennwende montiert.

Graz, am 24. September 2020

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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