In der Steiermark im heurigen Sommer um 70 Prozent weniger Verkehrstote

Die Zahl der Verkehrstoten auf den steirischen Straßen war im heurigen Sommer deutlich niedriger als im Sommer des Vorjahres, berichtet der VCÖ. Nach vorläufigen Daten kamen heuer im Juli und August fünf Menschen bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben, um 13 weniger als im Juli und August 2019. Österreichweit wurden seit Jahresbeginn 213 Menschen im Straßenverkehr getötet, das sind bereits jetzt mehr Todesopfer als die Schweiz im gesamten Vorjahr zu beklagen hatte. Verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen sind nötig, betont der VCÖ.

Die Steiermark ist mit Niederösterreich jenes Bundesland, wo die Zahl der Verkehrstoten im heurigen Sommer am stärksten zurückgegangen ist, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Laut BMI sind heuer im Juli und August in den beiden Bundesländern um jeweils 13 Menschen weniger bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als im Juli und August 2019. Die Zahl der Todesopfer war in der Steiermark mit fünf so niedrig wie noch nie im Sommer. Im Sommer 2015 kamen noch 23 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

„Jeder Verkehrstoter ist einer zu viel. Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen, und die ist null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Auffallend: Die größte Opfergruppe waren heuer Motorradfahrer, vier der fünf Todesopfer verunglückten mit dem Motorrad tödlich. Das tödliche Unfallrisiko ist mit dem Motorrad rund 30 Mal höher als mit dem Pkw, verdeutlicht der VCÖ.

Auch österreichweit ging die Zahl der Verkehrstoten im heurigen Sommer zurück, um ein Drittel von 93 auf 63. „Der heurige Sommer war regnerischer als der Hitzesommer des Vorjahres. Und die Covid-19-Pandemie hat den Transitverkehr durch Österreich reduziert. In Summe hat das zu einer verbesserten Unfallbilanz geführt“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

Insgesamt kamen seit Jahresanfang 213 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, zur gleichen Zeit des Vorjahres waren es 288. Der deutliche Rückgang in Österreich ist aber weniger auf Verkehrssicherheitsmaßnahmen als vielmehr auf den Verkehrsrückgang in Folge der Covid-19 Pandemie zurückzuführen.

Dass Österreich bei der Verkehrssicherheit großen Aufholbedarf hat, zeigt der Vergleich mit der Schweiz. Im gesamten Vorjahr zählte die Schweiz 187 Verkehrstote. „Österreich verzeichnet bereits nach acht Monaten und trotz Effekte der Covid-19-Pandemie mehr Verkehrstote als die Schweiz im gesamten Vorjahr“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Gratzer. Die Schweiz geht seit einigen Jahren gegen die Unfallursache zu hohes Tempo sehr konsequent vor mit niedrigeren Tempolimits, geringeren Toleranzgrenzen und höheren Strafen. Die Rad-Infrastruktur ist besser ausgebaut als in Österreich. In den Städten wird eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung mit Verkehrsberuhigung und vielen Begegnungszonen forciert. Allein in der 145.000 Einwohnerstadt Bern gibt es mehr als 100 Begegnungszonen.

Für die Verkehrssicherheit in Österreich sind verstärkte Maßnahmen gegen zu hohes Tempo im Straßenverkehr und für mehr Aufmerksamkeit wichtig. Die Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits sind zu reduzieren, das Vormerksystems um Delikte wie Handy am Steuer und Raserei zu erweitern. „Im Ortsgebiet braucht es ein kind- und seniorengerechtes Verkehrssystem. Die Gesundheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer, und das sind Kinder sowie ältere Menschen, hat Vorrang“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer abschließend fest.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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