August 2020 sehr warm und sehr nass

Vorläufige Monatsbilanz der ZAMG: Achtwärmster August der Messgeschichte und Platz 15 in der Reihe der regenreichsten August-Monate.

Info: Die vorläufige Klimabilanz zum Monatsende basiert auf der ersten Auswertung der rund 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich mittels SPARTACUS . Die Daten der Wetterstationen reichen zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die SPARTACUS-Daten sind flächendeckend bis ins Jahr 1961 verfügbar.

Der August 2020 im Überblick

Der August 2020 war ungewöhnlich warm und nass. „In der österreichweiten Auswertung gab es um 45 Prozent mehr Regen als in einem durchschnittlichen August“, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). „Es war der regenreichste August seit dem Jahr 2010 und einer der 15 nassesten August-Monate der Messgeschichte.“

In 72 Stunden stellenweise mehr Regen als in einem durchschnittlichen gesamten August

Am Anfang und am Ende dieses Augusts regnete es großflächig stark. Zum Beispiel regnete es von Freitag 28.8. bis Montag 31.8. in nur 72 Stunden in Dornbirn (V), in Kötschach-Mauthen (K) und am Brenner (T) rund 150 Millimeter. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen August regnet es im gesamten Monat am Brenner 151 Millimeter, in Kötschach 144 Millimeter und in Dornbirn 192 Millimeter.

Temperatur: Platz 8 in den Niederungen, Platz 11 auf den Bergen

Der August 2020 brachte keine langen Hitzewellen aber nahezu durchgehend überdurchschnittlich hohe Temperaturen. „Der August 2020 reiht sich in der Liste der wärmsten August-Monate der Messgeschichte im Tiefland auf Platz 8 und auf den Bergen auf Platz 11 ein“, sagt ZAMG-Klimatologe Orlik. „Im Tiefland Österreichs liegt der August 2020 um 1,0 Grad über dem Mittel der letzten 30 Jahre, 1991 bis 2020, um 1,7 Grad über einem durchschnittlichen August in der Klimaperiode 1981 bis 2010 und um 2,8 Grad über dem Mittel des Zeitraums 1961 bis 1990.“

Die höchste Temperatur in diesem August wurde am 21.8. mit 35,6 Grad an der Wetterstation Innsbruck-Universität gemessen. Die tiefste Temperatur des Monats an einem bewohnten Ort gab es am 31.8. in Seefeld mit 2,2 Grad.

Der August 2020 im Detail

Temperatur

Der August 2020 war in Österreich über weite Strecken deutlich wärmer als das vieljährige Mittel, nur um den 5. August war es verbreitet kälter als für die Jahreszeit zu erwarten war. Im Österreichmittel (HISTALP-Tiefland) war der August in Österreich um 1,7 °C wärmer als das klimatologische Mittel 1981-2010. In den Gipfelregionen Österreichs war der August um 1,8 °C wärmer als das Mittel. Der Vergleich mit den Augustmonaten der gesamten Messreihe (seit 1767) zeigt, dass der August 2020 der acht wärmste ist. Die Augustmonate der Messreihe, die wärmer waren, sind: 1807 (+3,5°C), 1992 (+3,3°C), 2003 (+3,2°C), 2015 (+2,7°C), 2018 (+2,6°C), 2017 (+1,9°C) und 2019 (+1,8°C).

In der Fläche verteilen sich die Temperaturanomalien relativ gleichmäßig. Abgesehen vom Rheintal lagen die Abweichungen der Lufttemperatur in Vorarlberg und in weiten Teilen Tirols sowie im Süden Oberkärntens zwischen +0,5 und 1,5 °C. In den anderen Landesteilen war der August 2020 um 1,5 bis 2,5 °C wärmer als das Mittel 1981-2010.

Steiermark

Niederschlagsabweichung49%
Temperaturabweichung+1.8 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer2%
TemperaturhöchstwertBruck/Mur (482 m) 34.4 °C am 1.8.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin)Schöckl (1443 m) 6.7 °C am 5.8.
Temperaturtiefstwert unter 1000 mSeckau (872 m) 7.6 °C am 20.8.
höchstes Monatsmittel der LufttemperaturB. Radkersburg (207 m) 21.7 °C, Abw. +2.5 °C
höchste SonnenscheindauerB. Gleichenberg (269 m) 249 h, Abw. +5 %
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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