Bergrettung Stainach: Sucheinsatz am Glattjoch/Eiskarspitze

Am Samstag, den 22.08.2020 knapp vor 17:00 Uhr, wurde die Bergrettung Stainach für einen Sucheinsatz am Glattjoch im Donnersbachtal angefordert. 45 Bergretter (OS Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Tauplitz), 1 Alpinpolizist, 5 Kameraden der FF Stainach mit Transportfahrzeugen, 3 Hundeführer, 2 Bergrettungsärzte und ein HS des Bundesheeres aus Aigen waren im Einsatz, um einen abgängigen Wanderer zu suchen. 

Schon bei der Alarmierung war klar, dass ein größerer Personaleinsatz notwendig sein wird, weshalb der Einsatzleiter der BR Stainach Gebietsalarm auslöste. Ein herannahendes Gewitter und die zunehmend schlechtere Sicht machten rasches Handeln notwendig. Eine Crew der HS Staffel in Aigen war in kürzester Zeit zur Stelle und hat die ersten Suchtrupps im Bereich Glattalm abgesetzt, musste aber weitere Flüge wegen schlechter werdender Sichtverhältnisse und der Wetterlage einstellen. Zusätzliche Einsatzkräfte wurden von der FF in das Suchgebiet gebracht. 

Rasch konnte die Begleiterin des gesuchten Wanderers aufgefunden (Telefonkontakt) und  nach eingehender Befragung zum Verbleib ihres Bergkameraden sicher ins Tal begleitet werden. Im Verlauf der weiteren Suchaktionen wurde klar (Gewitter, Sturm, Nebel, schlechte Sicht, Finsternis), dass es nicht mehr zu verantworten und sinnvoll war, die Suche weiter fortzuführen. Eine Unterbrechung der Suche wurde vom Einsatzleiter, nach Absprache mit dem anwesenden Alpinpolizisten und dem Einsatzleiter vor Ort, angeordnet. Die Suchtrupps wurden aufgefordert in die Basis einzurücken. In der Basis liefen die Planungen für die weitere Suche am nächsten Morgen auf Hochtouren.

Im Zuge eines Mannschafttransportes konnte ein Kamerad der Feuerwehr die gesuchte Person im Lärchkar auffinden und unverletzt, aber unterkühlt, gemeinsam mit den Kameraden der Bergrettung zur Basis bringen. Er hatte bei schlechter Sicht die Orientierung verloren und ist auf Höhe Pustereckjoch in das Lärchkar abgestiegen. Nach kurzem Gesundheitscheck und Aufnahme der notwendigen Daten konnten die Wanderer eigenständig die Heimreise in ihre Unterkunft nach Bad Mitterndorf antreten. 

Bei der anschließenden Einsatz-Nachbesprechung bedankte sich der Einsatzleiter für die kameradschaftliche Unterstützung der Ortsstellen des Gebietes, der Feuerwehr, des Bundesheeres, der Hundeführer und des Alpinpolizisten. Die herausfordernde Wetterlage und die hereinbrechende Nacht haben gezeigt, wie schnell aus einer harmlosen „kleinen Wanderung“ (Zitat Wanderer) ein ernsthafter, anspruchsvoller Bergrettungseinsatz werden kann. Einsatzende: Mitternacht

Bericht: Mauthner Charly, Schriftführer

Quelle: Bergrettung Stainach

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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