Einer der größten ausgestellten Mondmeteoriten jetzt neu im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen

Der Mondmeteorit „Galb Inal“ befindet sich neu in der Sammlung des NHM Wien und ist nun auch im Saal 5 („Meteoritensaal“) ausgestellt. Nach einem Impaktereignis auf dem Mond wurde das Gestein ausgeworfen, erreichte die Erdoberfläche und wurde 2011 von Nomaden in Mauretanien gefunden. Es ist eine Hälfte eines doppelt so großen Meteoriten, der in zwei Teile zerbrach. Der andere Teil des Meteoriten wurde in Scheiben geschnitten, befindet sich hauptsächlich in verschiedenen Privatsammlungen und ein kleiner Teil wurde zu Forschungszwecken verwendet.
„Galb Inal“, benannt nach dem Dorf, in dessen Nähe er gefunden wurde, ist eine Mondbrekzie mit einer schwarzglänzenden windpolierten Oberfläche. Sie besteht aus Feldspat und enthält Gesteins- und Mineralfragmente, die in eine Schmelzmatrix eingebettet sind.
 
Die Erkenntnisse des bereits untersuchten Meteoriten veröffentlichten 2020 Dr. Ludovic Ferrière, Kurator der Meteoriten- und Impaktitsammlung am NHM Wien, Dr. Christian Köberl (jetzt an der Universität Wien), und Kollegen der Comenius Universität in Bratislava (Slowakei). In der Publikation wird beschrieben, dass der „Galb Inal“-Meteorit einen Durchmesser zwischen 18 und 26 cm hatte und zwischen 7 und 23 kg wog, als er in die Erdatmosphäre eindrang. Auf seinem Weg durch die Atmosphäre verlor er einige Kilo und hatte beim Einschlag ein Gewicht von 4,05 kg. Das Stück im NHM Wien wiegt 1838,1 g und misst 13 x 10,5 x 9,5 cm. Es handelt sich um einen der größten Mondmeteoriten, der weltweit ausgestellt ist! Dieser Mondmeteorit steht neben den einzigartigen Apollo-Mondgesteinen der NASA.
 
Zum ersten Mal wurde ein Mondmeteorit 1982 gefunden und erkannt, nachdem er mit Gesteinsproben von den Apollo-Missionen verglichen wurde. Insgesamt befinden sich elf verschiedene Mondmeteorite in der Sammlung des NHM Wien. Insgesamt sind mehr als 400 verschiedene Mondmeteorite weltweit bekannt. „Das Studium der Mondmeteoriten kann nicht nur helfen, den Mond besser zu verstehen, sondern auch unsere Erde,“ sagt Dr. Ludovic Ferrière und erklärt damit die Relevanz der Mondmeteoriten für die Wissenschaft.
 
An das NHM Wien gelangte der wertvolle Meteorit dank einer Schenkung von Hatice Skarits (1930 -2016). Die Wiener Hobbyastronomin war dem Naturhistorischen Museum Wien sehr verbunden und verfügte in ihrem Testament, dass das Museum von ihrem Erbe einen Meteoriten für den Meteoritensaal anschaffen soll. Dem NHM Wien gelang des damit, den Mondmeteoriten „Galb Inal“ zu erwerben.
 
Zu den wissenschaftlichen Artikeln:
Povinec P. P., Sýkora I., Ferrière L., and Koeberl C. 2020. Analyses of radionuclides in the Oued Awlitis 001 and Galb Inal lunar meteorites by HPGe gamma-ray spectrometry. Journal of Radioanalytical and Nuclear Chemistry 324(1): 349–357.
https://link.springer.com/article/10.1007/s10967-020-07034-7
https://www.lpi.usra.edu/meteor/metbull.php?code=63095
 
Nähere Informationen zur Meteoritensammlung:
https://www.nhm-wien.ac.at/forschung/mineralogie__petrographie/sammlungen/meteoritensammlung
 
Zuwendungen privater Spender*innen wie Hatice Skarits, ermöglichen dem Naturhistorischen Museum Wien unter anderem, wichtige Teile der Sammlung zu erweitern, und fördern so die Wissenschaft.
Nähere Informationen, wie Sie das NHM Wien unterstützen können:
https://www.nhm-wien.ac.at/museum/foerderer_und_sponsoren/museum_foerdern

Dr. Ludovic Ferrière mit dem Mondmeteoriten Galb Inal
© NHM Wien, C. Rittmannsperger
Mondmeteorit Galb Inal
© NHM Wien, C. Rittmannsperger
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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