Steirischer Bergrettungsdienst: Tipps vom Bergretter

Christian Patschok, Bergretter der Bergrettung Graz, Disponent der Landeswarnzentrale Steiermark, Outdoorguide und Bergwanderführer des BWFV Steiermark hat wieder einen Tipp für Euch:

Einen NOTRUF richtig absetzenIn einer Tourenplanung sollten auch immer unvorhergesehene Ereignisse mit einfließen. Findet eine entsprechend gute Planung statt, wird bei einem Zwischenfall dem aufkommenden Stress wesentlich entgegengewirkt.Wie wähle ich bei meinem Mobiltelefon den Notruf, wenn kein Netzempfang herrscht?Wie kann ich schnell und unkompliziert Koordinaten auslesen und sie übermitteln?Wie lange hält mein Akku beim Handy? Beispiele für Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du eine Tour startest.Kommt es nun zu einem Zwischenfall, und du musst einen Notruf absetzen, verschaffe dir zuerst einen Überblick über die Notfall-Situation. Dann beantworte für dich die wichtigsten Fragen:WO – WAS – WIE – WELCHESolltest du am Unfallort keinen Handyempfang haben, stelle zuerst sicher, dass die verletzte/n Person/en erstversorgt sind, und sich in einem gesicherten Bereich befinden, bevor du den Bereich verlässt.

Jetzt wähle den Alpin-Notruf 140. Diese Notrufnummer gilt in ganz Österreich(außer Vorarlberg – dort gilt 144)Der Alpinnotruf 140 wird in der Steiermark von der Landeswarnzentrale, mit Standort in Graz, angenommen und bearbeitet. Hierfür beantworte die Fragen mit kurzen und den wichtigsten Informationen. Verzichte auf überflüssige Details.WER ruft an: Sage deinen Namen und gib deine Telefonnummer bekannt, damit du später von den Rettungsmannschaften zurückgerufen werden kannst.WO ist es passiert? Je genauer du eine Ortsangabe deines Standortes/Unfallortes bekannt geben kannst, desto schneller wirst du lokalisiert. Auch die Wetterlage am Standort ist ein wichtiger Hinweis.

Hilfreich sind Namen von Bergen, Almen, Täler sowie Steignamen, Wegnummern, Höhenmeter usw. Eine große Erleichterung bei der Lokalisierung sind Koordinaten. Diese können sehr einfach mittels Smartphones und entsprechenden Apps ausgelesen zugleich übermittelt werden. Übe das vorab bei deiner Tourenplanung.WAS ist passiert? Mach eine kurze Schilderung des Zwischenfalls zB Sturz, Medizinischer Notfall, usw.WIE viele Verletzte gibt es? Angabe über die Anzahl von VerletzenWELCHE Art der Verletzungen liegen vor?Angaben über Art und Schwere der Verletzungen, besondere Zustände der Verletzten, wie zB Bewusstlosigkeit, Schock, Atemstillstand, usw.WARTEN auf weitere Fragen.

Warte nun, ob noch Fragen gestellt werden. Lege erst auf, wenn das Gespräch von der Leitstelle beendet wird.Nach Beendigung des Telefonates tätige keine weiteren Anrufe, halte die Leitung unbedingt frei und stelle sicher, dass das Telefon empfangsbereit bleibt. Die durch die Leitstelle alarmierte Bergrettung wird nun mit dir über dieses Telefon Kontakt aufnehmen und alle weiteren Maßnahmen bekannt geben.Wünsche allzeit unfallfreie und schöne Bergtouren – sollte doch einmal was passieren, die Bergrettung hilft dir.Alle Wanderer, Bergsteiger und Naturliebhaber die sich unsicher sind sollten unbedingt einen Kurs bei einem Bergführer (Verband der Österreichischen Berg- und Skiführer) oder bei den alpinen Vereinen (Österreichischer Alpenverein, Naturfreunde Österreich) besuchen.

Quelle: Facebook/Steirischer Bergrettungsdienst

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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