VCÖ: Im Vorjahr deutlich mehr Fahrgäste mit steirischen Regionalbahnen unterwegs

Fast acht Millionen Fahrgäste waren im Vorjahr mit der Graz-Köflacher-Bahn, der Weizer Bahn, der Murtalbahn, der Übelbacher Bahn und der Gleichenberger Bahn unterwegs, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Vergleich zum Jahr 2018 ist die Zahl der Fahrgäste insgesamt um knapp mehr als 170.000 gestiegen. Auch österreichweit waren so viele mit der Bahn unterwegs wie noch nie. Infolge von Covid-19 sind heuer deutlich weniger Personen in den Zügen unterwegs. Da die Klimaziele nur mit einer starken Zunahme des Bahnverkehrs zu erreichen sind, ist jetzt der Ausbau des Schienennetzes voranzutreiben, um in Zukunft ausreichend Kapazitäten zu haben, betont der VCÖ.

In Österreich wurde im Vorjahr erneut mehr Bahn gefahren, auch auf den kleineren Bahnen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die Zahl der Fahrgäste auf den 19 Regionalbahnen, die nicht zur ÖBB gehören, nahm im Vorjahr um rund 800.000 auf 38,6 Millionen Fahrgäste zu.

Die Graz-Köflacher-Bahn ist nach der Wiener Lokalbahn Österreichs zweitstärkste Regionalbahn. 6,29 Millionen Fahrgäste waren mit der GKB unterwegs, um fast 154.000 mehr als im Jahr 2018. Gegenüber dem Jahr 2011 stieg die Zahl der Fahrgäste der GKB um 1,43 Millionen, ein Plus von 29 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. „Wer das Angebot verbessert, wird mit mehr Fahrgästen belohnt“, stellt dazu VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Innerhalb der Steiermark ist die Weizer Bahn die zweitstärkste Regionalbahn. Rund 834.000 Fahrgäste waren im Vorjahr mit der Weizer Bahn unterwegs, um fast 30.000 mehr als im Jahr 2018 und sogar um 200.000 mehr als im Jahr 2011, macht der VCÖ aufmerksam. Die Übelbacher Bahn legte leicht um 4.500 auf rund 240.000 zu, die Gleichenberger Bahn hatte mit 53.600 die niedrigste Fahrgastanzahl der 19 Regionalbahnen. Die Murtalbahn verzeichnete wegen der Vermurungen im vergangenen November einen Fahrgastrückgang, der aber angesichts der mehrwöchigen Sperre mit rund 14.000 – auf 540.000 Fahrgäste – gering war.  

Österreichweit waren mit ÖBB, WESTbahn und den 19 privaten Regionalbahnen insgesamt 316,4 Millionen Fahrgäste unterwegs, so viele wie noch nie zuvor. Seit dem Jahr 2010 ist die Zahl der Bahnpassagiere in Österreich um 74,3 Millionen gestiegen, das ist ein Plus von 30,7 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam.

Infolge der Covid-19-Pandemie ist heuer die Zahl der Fahrgäste stark zurückgegangen. Einerseits fanden viele Fahrten nicht statt. Deutlich weniger Touristinnen und Touristen aus dem Ausland, viel weniger Pendlerinnen und Pendler durch Kurzarbeit und vermehrtes Home-Office sowie vor den Ferien viel weniger Studierende, Schülerinnen und Schüler durch Home-Schooling. Während es in der vor Covid-19 Zeit zu Spitzenzeiten meist überfüllte Züge gab, haben Fahrgäste derzeit in der Regel eine Sitzplatzgarantie. „Überfüllte Züge sollte es auch in Zukunft nicht mehr geben. Aber nicht, weil Fahrgäste ausbleiben, sondern weil es häufigere Verbindungen gibt. Deshalb ist es wichtig, jetzt den Ausbau der Schiene voranzutreiben, damit es künftig im Schienennetz keine Engpässe gibt“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. Denn die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn mehr Personen vom Auto auf die Bahn umsteigen.

In den vergangenen Wochen ist aber umgekehrt ein Teil der Fahrgäste auf das Auto umgestiegen. Diese Fahrgäste können die Verkehrsunternehmen wiedergewinnen, wenn Ängste vor einer möglichen Ansteckung genommen werden. Die für Österreich vorliegenden Studien zeigen kein erhöhtes Infektionsrisiko für den Öffentlichen Verkehr. Im Gegensatz zu anderen öffentlich zugänglichen Räumen, wie etwa Lokalen, sorgt in öffentlichen Verkehrsmitteln, die Verpflichtung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, für mehr Sicherheit.

Auf die aus Gesundheitssicht vielfältigen negativen Folgen des Umstiegs vom Öffentlichen Verkehr auf das Auto hat unter anderem auch der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Med Uni Wien bereits hingewiesen. So nehmen dadurch die Lärm- und Abgasbelastung zu. Die eigene Gesundheit ist zudem durch das beim Autofahren im Vergleich zur Bahn deutlich erhöhte Unfallrisiko gefährdet.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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