TIPP VOM BERGRETTER

DDr. Stefan Heschl, Landesarzt der Bergrettung Steiermark und Arzt und Bergretter der Bergrettung Knittelfeld hat wieder einen Tipp für Euch: UV-Schutz

Gerade jetzt im Hochsommer genießt man gerne die Sonne in den Bergen der Steiermark – Das Grüne Herz Österreichs.Die Intensität der gefährlichen ultravioletten (UV) Strahlung wird durch Höhenlage bzw. Schnee und Eis im Hochgebirge wie etwa am Dachstein Gletscher noch zusätzlich erhöht. Als Folge können sowohl akute Erkrankungen als auch Langzeitschäden entstehen.

Der klassische Folgeschaden, welcher durch zu intensive Sonnenstrahlung hervorgerufen wird, ist der Sonnenbrand, welcher neben der akuten schmerzhaften Rötung und eventuell sogar Blasenbildung insbesondere als Risikofaktor für die spätere Entwicklung von Hautkrebs von Bedeutung ist. Hierbei sind Kinder besonders gefährdet. UV-Strahlung hat aber schon lange vor der Dosis, die notwendig ist einen Sonnenbrand auszulösen, eine krebserregende Wirkung. Ein wirkungsvoller Schutz vor der schädlichen UV-Strahlung ist also sehr wichtig und basiert auf 3 Säulen:

Als effektivste Maßnahme gilt der Expositionsschutz, welcher zum Beispiel durch das Vermeiden von Bergtouren in der prallen Sonne um die Mittagszeit erreicht werden kann. Hier ist wiederum eine vorausschauende Tourenplanung essentiell.Bei der zweiten wichtigen Präventionsmaßnahme, dem Bedecken der Hautoberfläche durch Kleidungsstücke, gilt zu bedenken, dass nicht alle Textilien eine gleich gute UV-Schutzwirkung haben und es daher trotzdem zu Sonnenschäden kommen kann. Das Tragen von Kopfbedeckungen ist zusätzlich empfehlenswert.Sonnencremen, als dritte Säule, gibt es mit unterschiedlich starken Lichtschutzfaktoren (LSF), wobei im Gebirge grundsätzlich ein hoher LSF (mindestens 30) empfohlen werden kann. Besonders wichtig ist auch die ausreichende Menge, da zu dünn aufgetragene Sonnencreme den Schutz vor schädlicher UV-Strahlung drastisch verringert.Nicht nur unsere Haut, auch die Augen sind durch starke UV-Strahlung insbesondere im Hochgebirge gefährdet. Ein Schutz durch entsprechend hochwertige Schutzbrillen ist demnach unabdingbar. Dabei gilt zu beachten, dass das Brillenglas einen vollständigen UV-Schutz bietet und auch Streulicht von der Seite durch einen möglichst eng anliegenden Sitz reduziert wird. Im Notfall kann auch eine Rettungsdecke als behelfsmäßiger UV-Schutz für die Augen verwendet werden, wie unsere Kameradinnen und Kameraden der Bergrettung Tirol gerade wissenschaftlich untersucht haben (https://www.mdpi.com/2079-6412/10/4/375).📸

Dr. Alexander Egger, Quelle: Alpin- und Höhenmedizin, Berghold et al. Springer Verlag 2015

Quelle: Facebook

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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