Kurzarbeit III: Nettoersatzrate bleibt bei 80 bis 90 Prozent, Arbeitszeit bei 30 bis 80 Prozent

Die Verhandlungen haben sich gelohnt: Regierung und Sozialpartner haben die Kurzarbeit treffsicherer gemacht. Zudem wurden Rahmenbedingungen für Weiterbildung geschaffen und der Schutz vor Missbrauch verstärkt. 
 
Die Eckdaten der Kurzarbeit III:
Sie gilt ab 1. Oktober 2020 und kann zunächst für weitere sechs Monate beantragt werden. Die Mindestarbeitszeit beträgt grundsätzlich 30 Prozent, sie kann jedoch mit Zustimmung der Sozialpartner in Sonderfällen unterschritten werden. Die Höchstarbeitszeit beträgt 80 Prozent. Die Entlohnung erfolgt analog zur Kurzarbeit II: Beschäftigte in Kurzarbeit bekommen weiterhin 80 bis 90 Prozent des Nettoeinkommens. Die Unternehmen müssen die tatsächlich erbrachte Arbeitsleistung bezahlen. Für die Differenz kommt weiterhin in voller Höhe (inkl. Lohnnebenkosten) das AMS auf.
 
Einigung auf attraktives Modell:
Das Genehmigungsverfahren bleibt unbürokratisch. Gleichzeitig wird die wirtschaftliche Betroffenheit in Zukunft anhand eines standardisierten Verfahrens überprüft, um Missbrauch vorzubeugen. Dafür ist eine Prognoserechnung vorzulegen. Auch für Weiterbildungsmöglichkeiten während der Kurzarbeit III wurden Rahmenbedingungen geschaffen, damit die Nicht-Arbeitszeit für Weiterbildung genützt wird. Insbesondere muss die Weiterbildungsbereitschaft der Beschäftigten gegeben sein. 

Maximale Unterstützung für Betriebe und Beschäftigte
„Das Ergebnis ist ein guter Kompromiss. Wir wollten Planungssicherheit für Beschäftigte und Unternehmen, die haben wir mit diesem Paket erreicht“, sagt ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. WKÖ-Präsident Harald Mahrer: „Wir konnten uns gemeinsam auf ein sehr attraktives Modell einigen. Damit stellen wir maximale Unterstützung für unsere Betriebe und ihre Beschäftigten sicher.“

Katzian: „Mit der Nettoersatzrate zwischen 80 und 90 Prozent sichert die Kurzarbeit nicht nur die Kaufkraft, sie schützt Beschäftigte vor dem finanziellen Absturz.“ Mahrer: „Viele Branchen sind weiterhin stark von der Krise betroffen, einige Bereiche spüren die Krise zeitversetzt. Für all diese sichert das neue Kurzarbeitsmodell auch weiterhin Beschäftigung.“

Voller Ersatz aller Mehrkosten für die Unternehmen
Die Mindestarbeitszeit und vor allem die verstärkte Überprüfung der wirtschaftlichen Betroffenheit machen das Modell billiger und gerechter: „Damit ist es gelungen, sicherzustellen, dass die Kurzarbeit jenen Unternehmen bewilligt wird, die sie brauchen, um wirtschaftliche Notlagen zu überbrücken“, erklärt Katzian. Mahrer: „Gemeinsam mit dem vollen Ersatz aller Mehrkosten für die Unternehmen ist es damit gelungen, ein krisentaugliches Modell auf die Beine zu stellen.“

Regierung dankt Sozialpartnern
Die Kurzarbeit habe in der Corona-Krise bisher „massive Wirkung“ gezeigt und viele Jobs gerettet sowie Menschen in Beschäftigung gehalten, so Kurz. Das Kurzarbeitsgeld sei eine Unterstützung für Betriebe und Mitarbeiter. Vizekanzler Werner Kogler dankte den Sozialpartnern für ihre Kooperation. Gewerkschaft und Wirtschaftskammer seien „eine große Stärke für Österreich“. Andere Länder würden Österreich um sein Kurzarbeitsmodell beneiden, so der Vizekanzler.

Nach den Semesterferien 2021 wollen sich die Sozialpartner wieder mit der Regierung zusammensetzen, um über die Zukunft der Kurzarbeit zu beraten.
Hier finden Sie die Eckpunkte zur Verlängerung der Corona-Kurzarbeit ab 1. Oktober 2020 >>
Hier kommen Sie zum allgemeinen Corona-Kurzarbeit-Überblick >>
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at