ASFINAG: Innovationen machen Tunnel auf Autobahnen und Schnellstraßen noch sicherer

Mit LED mehr Licht bei weniger Energieverbrauch; Test mit „Drohne auf Schienen“ vor Start

Um Tunnel noch sicherer zu machen, setzt die ASFINAG seit Jahren auf die Innovationskraft in Österreich. Vor allem Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie Joanneum Research in der Steiermark (akustisches Tunnelmonitoring AKUT) oder auch Fachschulen wie den HTL in Klagenfurt bringen immer wieder Innovationen hervor, welche die bereits bestehende Sicherheitstechnik ergänzen oder verbessern.

Eine Drohne, die nicht fliegt

Eine dieser Entwicklungen steht nun kurz vor dem Start. In Zusammenarbeit mit zwei HTL in Klagenfurt (Lastenstraße für Maschinenbau und Mössingerstraße für Elektronik) hat die ASFINAG ein Pilotprojekt initiiert, das im Winter testweise im Falkenbergtunnel auf der A 2 bei Klagenfurt laufen soll. Dabei wird an der Tunneldecke eine Schiene angebracht, auf der eine Art Drohne mit bis zu 100 km/h fahren kann. Die Drohne wird – ähnlich wie ein Mähroboter – beim Tunnelportal mit Energie versorgt. Im speziellen Fall ist es Sonnenergie, womit das Gerät energieautark ist. Ausgestattet wird die Drohne mit einer normalen Kamera, einer Wärmebildkamera sowie einer „Time of Flight“-Kamera, die ein 3D-Bild liefern kann. Zusätzlich sind auch ein Mikrofon und ein Lautsprecher angebracht. Im Fall eines Brandes mit starker Rauchentwicklung soll diese Entwicklung sowohl den Einsatzkräften als auch eventuell noch im Tunnel befindlichen Personen lebensrettende Informationen liefern können. „Wir starten den Test zuerst im Freien in einer Autobahnmeisterei und wenn der erfolgreich verläuft wird das System im Winter in diesem Tunnel eingebaut“, sagt ASFINAG-Regionalleiter Thomas Nessel.

Brandsimulator und LED

Ebenfalls in Kooperation mit der HTL Mössingerstraße Klagenfurt wurde ein Tunnelbrandsimulator entwickelt, der bereits erfolgreich im Einsatz ist. Das Gerät kann 100 verschiedene Brandszenarien simulieren und ermöglicht den Feuerwehren dadurch gefahrlos den Ernstfall zu üben. Eine ASFINAG-eigene Entwicklung sorgt mittlerweile bereits in mehr als 30 Tunnel für mehr Licht bei weniger Energieverbrauch. Die ASFINAG-Betriebstechnik hat eine innovative LED-Lampe entwickelt, die blitzschnell in den bereits bestehenden Lampenhalterungen „umgesteckt“ werden kannBislang war der Umstieg auf LED in den Tunnel nur beim Neubau von Tunnelröhren oder bei tiefgreifenden Sanierungen möglich, weil Kabel, Gehäuse und Steuerungsgeräte getauscht werden mussten. 

Durch eine Weiterentwicklung kann das jetzt auch bei Einfahrtsbeleuchtungen erfolgen, bei denen der Einbau bislang an der dort erforderlichen höheren Leistung von 400 Watt statt der sonst notwendigen 150 bis 250 Watt gescheitert war.

Ökologisch sinnvolle LED-Beleuchtung gibt es zum Beispiel bereits in folgenden Tunnel:

In Salzburg im Tunnel Liefering A 1 Westautobahn und im Tauerntunnel A 10 Tauernautobahn.

In Kärnten in den Tunnel Donnersberg, Haberberg, Kollmann, Kreuzergegend, Bettlerkreuz, Haidach, Reigersdorf, Farchern Ost und West auf der A 2 Südautobahn sowie St. Niklas auf der A 11 Karawankenautobahn.

In der Steiermark in den Tunnel Selzthal, Gleinalm und Plabutsch (A 9 Pyhrnautobahn) sowie im Tanzenbergtunnel auf der S 6 Semmering Schnellstraße.

In Oberösterreich wird gerade der Bindermichltunnel (A 7 Mühlkreisautobahn) auf LED umgerüstet.

In Niederösterreich und Wien in den Tunnel Grasberg und Eselstein auf der S 6 Semmering Schnellstraße sowie in den Tunnel Stadlau, Hirschstetten und Kaisermühlen (A 22 Donauuferautobahn beziehungsweise A 23 Tangente Wien).

In Tirol und Vorarlberg in den Tunnel Pians-Quadratscher, Arlberg, Perjen, Langen (alle S 16 Arlberg Schnellstraße), Wilten und Amras (A 12 Inntalautobahn) sowie Pfänder A 14 Rheintalautobahn.

Die nächsten Tunnel, bei denen bereits die Einfahrtsbeleuchtungen mit der ASFINAG-Innovation auf LED umgerüstet werden, stehen auch bereits fest: Auf der A 10 Tauernautobahn sind das die Tunnel Wolfsberg, Ofenauer, Hiefler, Brentenberg, Zetzenberg, auf der A 12 Inntalautobahn der Tunnel Landeck, auf der A 9 in Oberösterreich der Tunnel Lainberg und auf der S 35 Brucker Schnellstraße in der Steiermark der Tunnel Kirchdorf.

Machen Sie sich selbst auch „tunnelfit“

Die ASFINAG registriert trotz der besten Sicherheitstechnik leider jedes Jahr hunderte Unfälle im Bereich von Tunnel, allein 2019 waren es mehr als 600. Die drei häufigsten Ursachen sind Unachtsamkeit, zu geringer Abstand oder zu hohes Tempo. Wie „tunnelfit“ man selbst ist, kann man auf asfinag.at jetzt auch mit einem sehr informativen Quiz mit 13 Fragen testen.

Bei Unachtsamkeit gehört neben den „üblichen Verhaltensweisen“ wie Telefonieren, Navi oder Radio einstellen übrigens auch dazu, dass Ampeln bei den Tunnelportalen leider oft „übersehen“ werden. Das aber kann sehr gefährlich werden. Eine rote Ampel vor einer Tunneleinfahrt bedeutet exakt das, was sie auch im Stadtverkehr bedeutet: Stopp!

Bild: ASFINAG
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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