Im Einsatz gegen COVID-19: Bewerbungen für den EWSA-Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität ab jetzt möglich

Der EWSA wird bis zu 29 Solidaritätsinitiativen auszeichnen, die in der EU oder im Vereinigten Königreich zur Bekämpfung von COVID-19 und zur Abfederung seiner verheerenden Auswirkungen durchgeführt wurden.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) gibt den Startschuss für einen Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität, eine einmalige Sonderauszeichnung unter dem Motto „Die Zivilgesellschaft im Einsatz gegen COVID-19″, die 2020 anstelle seines großen Preises der Zivilgesellschaft vergeben wird.

Mit dem Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität sollen kreative und wirksame Initiativen von Einzelpersonen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Privatunternehmen ausgezeichnet werden, die einen herausragenden Beitrag zur Bewältigung der durch COVID-19 ausgelösten Notlage und ihrer vielfältigen Auswirkungen geleistet und somit die Solidarität in Europa gestärkt und zur Herausbildung einer auf gemeinsamen europäischen Werten fußenden europäischen Identität beigetragen haben.

Durch den Preis möchte der EWSA diese Initiativen stärker bekannt und auf ihre Wirkung aufmerksam machen und so all die Menschen ehren, die sich im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt und Mut, Engagement, Solidarität und ein unglaubliches Verantwortungsbewusstsein bewiesen haben.

Eine Zulassungsvoraussetzung ist, dass die Bewerber ihren Wohn- oder Firmensitz in der EU haben. Auch im Vereinigten Königreich ansässige Einzelpersonen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen können sich bewerben. Auch wenn die Mehrheit der britischen Bevölkerung für den Brexit gestimmt hat und das Land nun aus der EU austritt, möchte der EWSA seine Verbundenheit mit der Zivilgesellschaft dieses ehemaligen Mitgliedstaats beweisen und zeigen, dass er enge Beziehungen aufrechterhalten möchte.

Der EWSA lobt bis zu 29 Preise aus, die jeweils mit 10 000 Euro dotiert sind, für Initiativen, die in der EU oder im Vereinigten Königreich durchgeführt wurden. 27 Preise sind für Projekte in den EU-Mitgliedstaaten bestimmt, ein Preis für eine Bewerbung aus dem Vereinigten Königreich und ein Preis für ein Projekt mit grenzüberschreitendem oder europäischem Schwerpunkt.

Alle Projekte, auch die von gewinnorientierten Unternehmen, müssen gemeinnützig sein und dürfen zu nicht mehr als 50 % staatlich gefördert werden.

Die Initiativen müssen einen direkten Bezug zur COVID-19-Krise haben, d. h. speziell auf die Bekämpfung des Virus oder die Bewältigung seiner Folgen ausgerichtet sein. Sie müssen bereits abgeschlossen sein oder derzeit noch umgesetzt werden. Teilnahmeberechtigt sind auch Projekte, die vor Ausbruch der Pandemie konzipiert und dann angepasst wurden, um rasch auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.

Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 30. September 2020, 12.00 Uhr. Die Preisverleihung findet auf der EWSA-Plenartagung im Januar 2021 in Brüssel statt.

MEHR ZUM THEMA DES EWSA-PREISES DER ZIVILGESELLSCHAFTLICHEN SOLIDARITÄT

Der EWSA – die EU-Institution, die NGO, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf EU-Ebene eine Stimme verleiht – hat wiederholt darauf hingewiesen, wie wichtig europäische Solidarität und konzertiertes Handeln der EU für die Bekämpfung einer Pandemie einer bislang ungekannten Größenordnung wie COVID-19 sind sowie für die Bewältigung der schlimmsten wirtschaftlichen und sozialen Krise seit dem zweiten Weltkrieg, die Europa bevorsteht.

Gleichzeitig macht der EWSA auf die unschätzbar wichtige Arbeit aufmerksam, die während der Krise von Europas Zivilgesellschaft und vielen Einzelnen geleistet wurde. Viele haben auf unterschiedlichste Weise beispiellose Solidarität mit denjenigen bewiesen, die von der Krise am härtesten getroffen wurden. Andere haben mit unermüdlichem Einsatz Maßnahmen der Behörden der Mitgliedstaaten unterstützt. Wiederum andere haben sich bei Notfalleinsätzen sowie in der Katastrophenvorsorge und im Katastrophenmanagement engagiert und einen unverzichtbaren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie und zur Abmilderung ihrer Folgen geleistet.

Die für den Preis vorgeschlagenen Initiativen können ein breites Spektrum von Themen abdecken, z. B.:

·       Maßnahmen im Zusammenhang mit Gesundheit, Gesundheitstechnik, Medizinprodukten, Hilfe und Pflege,

·       zeitlich begrenzte Initiativen zur Abmilderung der unmittelbaren Auswirkungen der Coronavirus-Krise und zur Deckung des dringenden Bedarfs der Zielgruppen,

·       spezifische Maßnahmen zur Unterstützung der bedürftigsten oder am stärksten benachteiligten oder schutzbedürftigen Personen oder Gruppen (einschließlich Flüchtlingen) zum Schutz vor der Krankheit selbst und zur Abmilderung der Auswirkungen der Krise,

·       Initiativen im Zusammenhang mit der Situation bestimmter Zielgruppen während des Lockdowns,

·       Initiativen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Gesundheitskrise und ihrer Auswirkungen auf die Beschäftigung,

·       Initiativen zur Unterstützung der Erholung der europäischen Wirtschaft oder bestimmter Branchen nach Abklingen der Pandemie,

·       Initiativen zur Stärkung der Reaktionsfähigkeit im Falle künftiger vergleichbarer Krisen.

Diese Liste ist nicht erschöpfend.

Alle Teilnahmebedingungen und das Online-Bewerbungsformular sind auf unserer Website abrufbar: http://www.eesc.europa.eu/civilsolidarityprize/.

2020 wird anstelle des sonst jährlich vergebenen EWSA-Preises der Zivilgesellschaft der EWSA‑Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität verliehen. Mit dem EWSA-Preis der Zivilgesellschaft werden zivilgesellschaftliche Organisationen und Einzelpersonen ausgezeichnet, deren Initiativen und Projekte erheblich zur Förderung der gemeinsamen Werte als Grundlage von Zusammenhalt und Integration in Europa beigetragen haben. Anders als beim Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität werden keine Privatunternehmen ausgezeichnet.

2019 wurde der EWSA-Preis der Zivilgesellschaft zum elften Mal vergeben und war der Förderung von Frauen und der Stärkung der Gleichstellung gewidmet.

Wir möchten Sie bitten, zivilgesellschaftliche Organisationen, Einzelpersonen und Privatunternehmen in Ihrem Land zur Einreichung ihrer Bewerbung für den EWSA-Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität zu ermutigen, damit vorbildliche Projekte gewürdigt werden können.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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