In der Steiermark ist im 1. Halbjahr der Anteil neuzugelassener E-Pkw gestiegen – Hybride boomen trotz Krise

Im 1. Halbjahr wurden in der Steiermark um ein Drittel weniger Pkw neu zugelassen, am stärksten war der Rückgang bei Benzin-Pkw mit fats 39 Prozent, wie Daten der Statistik Austria zeigen. Der Rückgang bei den E-Pkw war geringer, die Zahl der Hybrid-Pkw ist trotz Krise sogar stark gestiegen, informiert der VCÖ. Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn der Anteil der Pkw mit Verbrennungsmotor deutlich sinkt. Der VCÖ fordert ein rasches Ende für die steuerliche Begünstigung von Diesel und für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor.  

582 E-Pkw wurden im 1. Halbjahr in der Steiermark neu zugelassen. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2016, aber um 173 weniger als im 1. Halbjahr 2019, berichtet der VCÖ. Da der Absatz von Diesel- und Benzin-Pkw um 35,5 bzw. 38,7 Prozent eingebrochen ist, ist der Anteil der neuzugelassenen E-Pkw auf 3,8 Prozent gestiegen. Einen regelrechten Boom gab es trotz der Krise bei den Hybrid-Modellen. Bereits 1.524 der insgesamt 15.212 neuzugelassenen Pkw haben zusätzlich zum Benzin- oder Diesel-Motor auch einen E-Motor. Die Anzahl der Hybride hat sich im Vergleich zum 1. Halbjahr 2019 fast verdoppelt, macht der VCÖ aufmekrsam. Wasserstoff spielt bei Pkw keine Rolle, nur ein einziger Pkw mit Brennstoffzelle wurde in der Steiermark neu zugelassen.

Die ökologische Gesamtbilanz von E-Pkw ist besser als jene von Pkw mit Verbrennungsmotor. „Die klimaschädlichen Emissionen von Diesel- und Benzin-Pkw sind im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie jene von E-Pkw. Werden E-Pkw nur mit Ökostrom getankt ist die Klimabilanz sogar vier Mal besser“, weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen auf die Daten des Umweltbundesamts hin. Während pro Personenkilometer Benzin- und Diesel-Pkw im Schnitt 217,5 Gramm Treibhausgase verursachen, sind es bei E-Pkw mit österreichischem Strom-Mix inklusive der Stromimporte 96,9 Gramm Treibhausgase, mit Ökostrom getankt sind es nur 50,4 Gramm. In dieser Bilanz ist die Fahrzeug- und Batterieherstellung ebenso enthalten, wie die Energieerzeugung und das Recycling. 

„Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn so wie bei Heizungen auch im Verkehrsbereich der Ausstieg aus Erdöl beschleunigt wird“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Die Wirkung von Förderungen und Steuerbegünstigungen ist bei E-Pkw ausgereizt. Denn neben der seit 1. Juli erhöhten Kaufprämie von 5.000,- Euro, zahlen E-Pkw keine Normverbrauchsabgabe (NoVA), keine Motorbezogene Versicherungssteuer und natürlich keine Mineralölsteuer. Für die private Nutzung von E-Firmenwagen fällt zudem kein Sachbezug an. 

Die notwendige Energiewende im Verkehr wird noch immer durch Steuerbegünstigungen etwa für Dieseltreibstoff und für die private Nutzung von Firmenwagen behindert. Bereits im Jahr 2018 hat die damalige Bundesregierung ein Ende der umweltschädlichen Subventionen vereinbart. Umgesetzt wurde seither nichts. Der VCÖ fordert die rasche Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel. Diesel wird um 8,5 Cent pro Liter niedriger besteuert als Eurosuper, obwohl beim Verbrennen von 1 Liter Diesel wird um rund 13 Prozent mehr CO2 verursacht als beim Verbrennen von 1 Liter Eurosuper. Derzeit kostet ein Liter Diesel um rund 20 Cent weniger als zu Jahresbeginn und um 45 Cent weniger als im Herbst 2012.

Da österreichweit im 1. Halbjahr drei von vier E-Pkw auf „juristische Personen“ neuzugelassen wurden, ist das Potenzial durch Änderungen in der Firmenwagen-Besteuerung der E-Mobilität Rückenwind zu geben sehr groß, betont der VCÖ.

VCÖ: Anteil der neuzugelassenen E-Pkw steigt in der Steiermark (Anteil neu zugelassener E-Pkw – in Klammer Anzahl)

1.Halbjahr 2020: 3,8 Prozent (582) 

1.Halbjahr 2019: 3,3 Prozent (755) 

Gesamtjahr 2019: 3,2 Prozent (1.367) 

Gesamtjahr 2018: 3,0 Prozent (1.349)

Gesamtjahr 2017: 1,9 Prozent (854)

Gesamtjahr 2016: 1,3 Prozent (546)

Gesamtjahr 2015: 0,5 Prozent (202)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at