Stammzelltransplantation: Hildegard Greinix wird Präsidentin des WBMT

NGO-Netzwerk arbeitet weltweit für die Stammzelltransplantation

Hildegard Greinix, Universitätsprofessorin für Hämatologie an der Medizinischen Universität Graz und Leiterin der Klinischen Abteilung für Hämatologie am LKH-Univ. Klinikum Graz, wurde zur Präsidentin des „Worldwide Network for Blood & Marrow Transplantation“ ernannt. Diese weltweit tätige gemeinnützige Organisation beschäftigt sich mit allen Bereichen der Blutstammzelltransplantation und Blutstammzellspende.

Weltweites Netzwerk fördert den wissenschaftlichen Austausch

Das „Worldwide Network for Blood & Marrow Transplantation” kurz WBMT ist eine gemeinnützige Organisation, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen und edukativen Aktivitäten von der Weltgesundheitsorganisation WHO als NGO anerkannt ist und eng im Bereich der Blutstammzelltransplantation mit der WHO zusammenarbeitet. Die WBMT stellt ein Netzwerk aus 22 internationalen Mitgliedsorganisationen dar, die gemeinsam herausragende wissenschaftliche Leistungen, ausgezeichnete tägliche klinische Arbeit und Zusammenarbeit im Bereich der Blutstammzelltransplantation, Stammzellspende und zellulären Immuntherapie verfolgen, indem wissenschaftliche Projekte sowie Aus-und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt und unterstützt werden. Zusätzlich arbeitet sie maßgeblich in der Schaffung weltweiter Standards für die Blutstammzelltransplantation mit.

WBMT bringt Fachwissen in alle Welt und unterstützt den Aufbau weiterer Zentren

Weiters ist die WBMT bestrebt, allen Menschen, die eine Blutstammzelltransplantationen benötigen, den Zugang zu dieser zu ermöglichen. Dies erfolgt durch Kooperationen mit KlinikerInnen und politischen EntscheidungsträgerInnen im Gesundheitsbereich in Ländern, die derzeit noch keine Transplantationsmöglichkeiten haben. So wurden zusammen mit der WHO Arbeitstreffen und wissenschaftliche Workshops in Hanoi, Salvador de Bahia, Kapstadt und Asuncion organisiert und damit neue Blutstammzelltransplantationszentren in Vietnam, Brasilien, Südafrika, Äthiopien und Paraguay initiiert bzw. bestehende kleine Einrichtungen entsprechend des Bedarfs der Region vergrößert. Die WBMT stellt Fachwissen zu Infrastrukturerfordernissen, personeller Ausbildung, PatientInnenauswahl und vielem mehr für die Errichtung von Stammzelltransplantationszentren zur Verfügung und berät politische EntscheidungsträgerInnen zu erforderlichen klinischen Einrichtungen, aber auch beim Aufbau von SpenderInnendatenbanken und wissenschaftlichen Organisationen. So wurde mithilfe der WBMT die Lateinamerikanische und Afrikanische Gesellschaft für Blutstammzelltransplantation gegründet.

Die WBMT sammelt jährlich Daten zu allen weltweit durchgeführten Blutstammzelltransplantationen, die wissenschaftlich bearbeitet und veröffentlicht werden. Sie bietet Fortbildungen zu allen wichtigen Bereichen der Stammzelltransplantation wie beispielsweise derzeit zu Problemstellungen im Rahmen der COVID-19 Pandemie.

Expertin der Med Uni Graz bringt viel wissenschaftliches Know-how ein

Nun wurde Hildegard Greinix, Expertin für Hämatologie und Blutstammzelltransplantation an der Med Uni Graz, zur Präsidentin dieses weltweiten Netzwerkes ernannt. Für diese Aufgabe bringt sie nicht nur viel Engagement mit, sondern vor allem eine renommierte wissenschaftliche Expertise in allen Bereichen der Blutstammzelltransplantation mit Schwerpunkt auf Transplantationsimmunologie und Toleranzentwicklung. Hildegard Greinix ist langjähriges Mitglied eines international führenden Wissenschaftskonsortiums der National Institutes of Health (NIH) in Washington, USA, das neue diagnostische und therapeutische Strategien zur Vermeidung und Behandlung immunologischer Komplikationen nach Blutstammzelltransplantation entwickelt, wodurch Überlebensraten und Lebensqualität betroffener PatientInnen entscheidend verbessert werden konnten.

Auch an der Klinischen Abteilung für Hämatologie stellt die Blutstammzelltransplantation eine wichtige, kurative Therapieoption für zunehmend mehr PatientInnen dar. Nun gibt es auch als weitere Möglichkeit eine innovative zelluläre Immuntherapie für PatientInnen mit akuten lymphatischen Leukämien und hochmalignen Lymphomen, die sehr erfolgversprechend ist. Weiters werden an der Abteilung international kompetitive Forschungsprojekte zur Leukämie-und Lymphomentstehung und deren frühzeitiger Diagnostik und Therapie durchgeführt, wobei PatientInnen im Rahmen klinischer Studien neueste zielgerichtete und immunmodulierende Substanzen sowie Antikörper und andere Immuntherapeutika erhalten können.

Foto:
Medizinische Universität Graz
Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at