RB Salzburg schlägt Sturm Graz 5:2

TORSCHÜTZEN: ADEYEMI (22.), ONGUENE (53.), SZOBOSZLAI (73.), KOITA (85.), BERISHA (88.) BZW. KITEISHVILI (79.), DOMINGUEZ (87.)

Spielbericht: FC RED BULL SALZBURG

Fotos: Red Bull/GEPA Pictures

90 MINUTEN RUMMEL, WIR HABEN IHN BESTELLT, WIR HABEN IHN BEKOMMEN. SO LÄSST SICH EIN TITEL ABHOLEN.

SPIELBERICHT

Unter Donnergrollen liefen die Mannschaften in der Red Bull Arena ein. Fesch, in der neuen Wäsch, waren unsere Burschen zugegen. Gebührend waren sie die bestimmende Kraft in der Startphase. Wie ein Viertklässler unter den Zweitklässlern legte sich Patson Daka nach neun Minuten die Wuchtel an Donkor vorbei und lief ihm einfach davon. Sein Abschluss, zu zentral, kam als Rebound zurück. Der zweite Versuch landete an der Stange. Pech für Patson, der die Torjägerkrone im Visier hatte.

Aufseiten der Blackies ballerte Kiril Despodov das erste Geschoss gen Carlos Coronel. Jegliche Inspiration bei Sturm kam vom Bulgaren. Doch jedes offensive Aufmucken der Grazer wurde defensiv bestraft. Zu erheblich waren die Temponachteile der aufgerückten Viererabwehrkette. Noah Okafor erkannte den Laufweg von Patson Daka, setzte ihn fabelhaft in Szene. Dakas Stangler zur Mitte schob Karim Adeyemizu seinem ersten Bundesligatreffer ein (22.). Allerhand, der Bursche!

Unserem Musterbeispiel sollten wir aber zu selten folgen. Schön anzusehen war es, aber die Kunstwerke blieben oft unvollendet. Adeyemi und Daka ließen zwar weiterhin ihre Muckis spielen, doch die Räume hinter der letzten Linie waren nun dünner. So auch die Führung, 1:0 zur Halbzeit.

Mit geschärften Klingen kamen wir zurück. Noch dominanter, noch aggressiver. Für Sturm kaum Luft zum Atmen, das zweite Tor für uns, nur eine Frage der Zeit. Gestoppte acht Minuten dauerte es. Ashimeru wurde mit dem Rücken zum Tor angespielt, schickte mit Hüftschwung die Sturm-Abwehr ins TraumlandKristensenOnguene, die Pille war drin, Teamwork makes the Dream work (53.).

Auch wenn das Geschehen danach etwas dahinplätscherte, die Deutungshoheit blieb auf unserer Seite. Einen Traumpass auf Dominik Szoboszlai fing Ivan Ljubic im Stile eines Handballers ab. Dafür sah er die zweite Gelbe, für Szobo gab es einen Freistoß von der Strafraumgrenze als Trost. Ansatzlos flatterte der Ball über die Mauer ins Gehäuse, Siebenhandl bewegte nichts außer die Augenbrauen (73.).

In der ganzen Euphorie kann einem schon einmal ein Fehler unterlaufen. Ein Gegenstoß ließ Otar Kiteishvili alleine im Strafraum erscheinen. Bei seinem satten Abschluss aus kurzer Distanz hatte Coronel keine Chance (79.).

Doch gerade einmal fünf Minuten später war der Abstand wieder hergestellt. Mit müden Grazer Waden gab es gegen Sekou Koita kein Halten. Zuerst Roadrunner, dann Goalgetter. Sein flacher Abschluss verhalf uns zum 4:1 (85.).

Ähnlich dem verschriebenen Prinzip war es nur zwei Minuten später Dominguez, der ebenso frei vor Coronel erschien und den Ball humor- und jubelfrei über die Linie drückte (87.). Aber hier überschlugen sich die Ereignisse, denn gerade eine Minute später traf Mergim Berisha nach einem Eckball per Kopf, bereits unser 11. Saisontor per Kopf, Rekord (88.)!

Und das war auch der Schlusspunkt. Mit Knall zur Schale, ein Spiel, das einer Meisterfeier würdig war. In 90 Minuten zeigten wir alle Facetten, die unsere Saison auszeichneten.

STATEMENTS

Zlatko Junuzovic:

Es war eine tolle Saison der ganzen Mannschaft. Die Leidenschaft, die Mentalität und die Leistung waren außergewöhnlich. Wir haben das alles trotz dem riesigen Druck, der auf uns lastet, bewerkstelligt. Das ist großartig. Wir freuen uns, den Teller stemmen zu dürfen.

Jesse Marsch:

Ich freue mich sehr, am meisten für die Burschen. Die Einstellung war immer top. So viel ehrliche Arbeit, es ist echt einfach, hier Trainer zu sein. Wir werden das heute richtig genießen, mit dem Staff und der Familie. Das haben wir uns verdient.

AUFSTELLUNG

WECHSEL

Ulmer für Kristensen (62.), Vallci für Farkas (68.), Hwang für Okafor (68.), Koita für Onguene (77.), Berisha für Adeyemi (77.)
 

GELBE KARTE

Daka (42./Foul)

NICHT EINSATZBEREIT

Bernede (Knöcheloperation)

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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