Mehr vom Leben: Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und Gesundheitsfonds Steiermark präsentieren Toolkits zur Alkohol-Prävention für Vereine und Betriebe

Die Initiative „Weniger Alkohol – Mehr vom Leben“ des Gesundheitsfonds Steiermark setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol ein – dabei spielen Vereine und Betriebe eine große Rolle: Sie erreichen zehntausende Vereinsmitglieder und 400.000 Beschäftigte in ihrer täglichen Lebenswelt, beruflich und privat. Um ihrer Verantwortung für MitarbeiterInnen und Mitglieder im Zusammenhang mit einem
maßvollen Umgang mit Alkohol einfacher gerecht zu werden, hat der Gesundheitsfonds Steiermark zwei neue Werkzeugkoffer – so genannte „Mehr vom Leben“-Toolkits – speziell für Vereine und Betriebe mit
umfassenden Informationen und Anleitungen für Präventionsarbeit herausgegeben.

Die Steiermark ist Vereinsland: Insgesamt zählt das Bundesland 15.000 Vereine, durchschnittlich kommt auf 70 EinwohnerInnen ein Verein. Thematisch lassen sich die Vereine grob vier Kategorien zuordnen:
Sport, Kultur und Brauchtum, Ortsstellen von Einsatzorganisationen sowie Dorfgemeinschaften und sonstige Vereine. Die Steiermark ist aber zugleich auch Wirtschaftsstandort und Land der Unternehmen: Rund 28.000 Arbeitgeberbetriebe beschäftigen knapp 400.000 Menschen. Das heißt, Vereine und Betriebe haben Verantwortung für Mitglieder und MitarbeiterInnen: Ihre Vorbildwirkung und Fürsorgepflicht umfassen auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.

Hoher Alkoholkonsum in Österreich und der Steiermark

Dass das Thema Alkohol gerade in Österreich und daher für die Steiermark eine wichtige Rolle spielt, zeigen die Zahlen: Österreich liegt mit einem Konsum von 11,8 Litern reinen Alkohols pro Person und Jahr deutlich über dem EU 15-Schnitt von 9 Litern pro Kopf und Jahr. Die meisten ProblemkonsumentInnen findet man unter den 50- bis 59-jährigen. In der Steiermark sind etwa 52.000 Menschen alkoholabhängig und weitere 125.000 SteirerInnen zeigen ein problematisches Konsumverhalten. Für Arbeitgeber bedeutet das, dass durchschnittlich jede/r zehnte bis fünfzehnte MitarbeiterIn im problematischen Bereich Alkohol konsumiert.

„Der Weg vom Genuss über die Gewohnheit bis zur Sucht ist kürzer als man glaubt, denn es wird zu wenig über die Risiken von Alkohol gesprochen. Die Förderung von Alkoholprävention in Betrieben und Vereinen ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein im Umgang mit Alkohol zu steigern“, sagt Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und betont weiter, dass „Alkoholprävention wie der gesunde Apfel oder die Rückengesundheit zur betrieblichen Gesundheitsförderung gehört.“ Darüber hinaus Bogner-Strauß abschließend: „Alkoholprävention führt zu weniger Arbeitsunfällen, höherer Produktivität und einem besseren Betriebs- und Vereinsklima.“

Toolkits: Praxisnah, niederschwellig und übersichtlich

„Am Arbeitsplatz und über die Vereinstätigkeit kann ein großer Teil der Bevölkerung in einem organisierten Umfeld effektiv erreicht werden“, erklärt Bianca Heppner, Projektmitarbeiterin der Initiative „Weniger Alkohol – Mehr vom Leben“ des Gesundheitsfonds Steiermark. „Deshalb haben wir ganz bewusst zwei umfassende und niederschwellige Toolkits, also Informations-Werkzeugkoffer, für diese beiden Gruppen zusammengestellt.“ Sie enthalten neben Basisinformationen zum Thema Alkohol vor allem praktische Handlungsempfehlungen und Tipps, wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol im Alltag gelingen kann. Arbeitsblätter unterstützen bei der Planung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Die „Mehr vom Leben“-Toolkits sind niederschwellig, übersichtlich, umfassend, leicht umsetzbar und beinhalten an die jeweilige Betriebsgröße angepasste Maßnahmen. Die praxisnahen Informations-Werkzeugkoffer richten sich an Führungskräfte aus Vereinen und Betrieben sowie HR-ManagerInnen, ArbeitsmedizinerInnen und -psychologInnen, Betriebsräte und Sicherheitsfachkräfte.

Umsetzbare Maßnahmen zur betrieblichen Vorsorge für KMUs und Großbetriebe

Die Steiermark ist ein klassisches KMU-Land, geprägt von Klein- und Mittelbetrieben. Da gibt es oft zu wenig Personal, das sich um die Gesundheit kümmert. Diesem Umstand wird mit dem Aktionsplan Alkoholprävention Rechnung getragen, indem die Infos und Maßnahmen im Toolkit auch in Kleinstbetrieben leicht umsetzbar sind. Klassische Maßnahmen in Betrieben zur Alkoholprävention sind beispielsweise
klare Regelungen, ob und wann der Konsum von Alkohol erlaubt ist, die Nicht-Verfügbarkeit von Alkohol am Arbeitsplatz sowie Aufklärung und Information über die Risiken von Alkoholkonsum.

Verantwortungsvolle Festgestaltung bei Vereinen

Auch das „Mehr vom Leben“-Toolkit für Vereine setzt auf eine Schritt-für-Schritt-Unterstützung bei der Verankerung einer Vereinskultur, die auf einen präventiven und jugendschutzfreundlichen Umgang mit
Alkohol setzt. So finden sich im Leitfaden zahlreiche Ideen und Anregungen für eine Festgestaltung, die auf „Genuss statt Rausch“ ausgerichtet ist sowie wissenswerte Informationen zum Steiermärkischen Jugendgesetz. Checklisten, Informations- und Kampagnenmaterial (z. B. Poster, Freecards, Rezepte für alkoholfreie Cocktails, etc.) unterstützen bei der Umsetzung in der Praxis. „Wir wollen erinnern, dass Blasmusik so viel mehr ist als das Bierzelt-Klischee – nämlich schöne Musik zu machen. Das Toolkit „Mehr vom Leben“ unterstützt uns dabei“, so Erich Riegler, Landesobmann Steirischer Blasmusikverband.

Über die Initiative „Weniger Alkohol – Mehr vom Leben“

„Weniger Alkohol – Mehr vom Leben“ ist eine Initiative des Gesundheitsfonds Steiermark. Durch die Maßnahmen und Aktivitäten des steirischen Aktionsplans, sollen die Steirerinnen und Steirer für einen
verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol sensibilisiert werden. Außerdem soll auf die möglichen Folgen eines übermäßigen Alkoholkonsums und auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht werden – ohne dabei Alkohol zu verbieten – niederschwellig, praxisnah und immer wieder auch mit Humor. „Das Thema verantwortungsbewusster Genuss von Alkohol ist gerade für ein Brauereiunternehmen wie der Brau Union Österreich sehr wichtig um unserer gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber unseren MitarbeiterInnen, deren Familien aber auch gegenüber unseren KonsumentInnen gerecht zu werden. Wir sind froh, dass es nun für Vereine und Betriebe ein einfach anwendbares Toolkit gibt um das Bewusstsein für einen verantwortungsbewussten Genuss von Alkohol zu erhöhen“, erklärt Christian Gejer, Safety & Health Manager der Brau Union Österreich AG.

Foto:
© Gesundheitsfonds Steiermark/Streibl

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at