Mehr als die Hälfte der an Werktagen gefahrenen Autokilometer sind Arbeits- und Dienstwege

An Werktagen machen Fahrten zur und von der Arbeit sowie dienstliche Fahrten mehr als die Hälfte der von der steirischen Bevölkerung zurückgelegten Autokilometer aus, macht der VCÖ aufmerksam. Nach dem Ende des Covid-19-Lockdowns hat der Autoverkehr wieder deutlich zugenommen. Staus sind die Folge. Unternehmen können durch betriebliches Mobilitätsmanagement wesentlich zur Reduktion von Autostaus beitragen, wie steirische Unternehmen zeigen. Beim VCÖ-Mobilitätspreis sind heuer auch Projekte und Ideen für die Verbesserung der Klimabilanz von Arbeitswegen gesucht. 

Der Arbeitsweg ist unter der Woche der wichtigste Mobilitätsgrund. An Werktagen sind mehr als die Hälfte der mit dem Auto gefahrenen Kilometer der Steirerinnen und Steirer Arbeits- oder Dienstwege, verdeutlicht der VCÖ. Zwar haben durch die Covid-19-Pandemie Home-Office und Videokonferenzen zugenommen, gleichzeitig gibt es aber eine Verlagerung vom Öffentlichen Verkehr auf den Pkw.

Damit gibt es trotz Home-Office, Kurzarbeit und gestiegener Arbeitslosigkeit Staus auf den Straßen. „Für die Verkehrssituation und die Luftqualität ist es wichtig, dass der Anteil des Öffentlichen Verkehrs wieder rasch steigt“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, kommt staufrei zur Arbeit, hat derzeit sicher einen Sitzplatz und ist durch die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht geschützt. 

Schon vor der Covid-19-Krise hat sich gezeigt, dass Unternehmen eine zentrale Rolle spielen, um die Verkehrsprobleme infolge des Arbeitspendlerverkehrs zu reduzieren.  In der Steiermark leisten etliche Betriebe und Unternehmen durch Mobilitätsmanagement einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssituation, betont der VCÖ.

Beispielsweise übernimmt die Knapp AG in Hart bei Graz die Kosten der Verbundkarte für den Öffentlichen Verkehr. Bereits über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben statt eines Pkw-Parkplatzes die Jahreskarte gewählt und sind vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr umgestiegen. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtbetrieb werden zudem zehn kleine Shuttlebusse angeschafft. Die Anzahl überdachter Fahrradabstellplätze wurde erhöht, die Radwege-Anbindung des Standorts verbessert. 

Auch das LKH-Graz fördert das Öffi- und Radfahren zur Arbeit und hat es geschafft, dass zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Auto auf klimaverträgliche Verkehrsmittel umgestiegen sind. Und die Anton Paar GmbH zahlt schon seit mehreren Jahren einen Bonus für jene aus, die mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen.

„Wenn Betriebe Verantwortung für den Arbeitsweg ihrer Beschäftigten übernehmen und Maßnahmen setzen, die dazu beitragen, dass mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Öffentlichem Verkehr oder Fahrrad zur Arbeit kommen können, nützt das den Beschäftigten, dem Unternehmen und den Anrainerinnen und Anrainern entlang der Straßen. Es entsteht eine Win-Win-Win Situation“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben durch Mobilitätsmanagement den Vorteil, dass sie gesünder und kostengünstiger mobil sind. Betriebe und Unternehmen haben den Nutzen, dass sie die Kosten für teure Parkplatzflächen und auch für den Fuhrpark reduzieren können. Und gesündere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten weniger Krankenstandstage. Beratung bei der Umsetzung von Mobilitätsmanagement ist wichtig.  

Beim VCÖ-Mobilitätspreis sind heuer in einer eigenen Kategorie Projekte und auch Konzepte und Ideen gesucht, die dazu beitragen, die Klimabilanz von Arbeits- und Dienstwegen zu verbessern. Noch bis 17. Juni sind Einreichungen bei Österreichs größtem Wettbewerb für nachhaltige Mobilität, den der VCÖ in Kooperation mit dem Klimaschutzministerium und den ÖBB durchführt, möglich. Zusätzlich besteht beim VCÖ-Mobilitätspreis auch die Chance, als bestes steirisches Projekt von Steiermarks Landesverkehrsreferent LH-Stv. Anton Lang ausgezeichnet zu werden. Weitere Informationen und Einreichunterlagen unter https://vcoe.at/mobilitaetspreis

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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