VCÖ: In der Steiermark gibt es pro Einwohner 277 Quadratmeter Straßenverkehrsflächen

Der Flächenverbrauch des Straßenverkehrs ist in der Steiermark bereits 24 Mal so groß wie jener des Bahnverkehrs, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zeigt. In den vergangenen fünf Jahren haben die Straßenflächen um 521 Hektar zugenommen. VCÖ und Hagelversicherung sprechen sich vor dem morgigen Weltumwelttag gemeinsam für eine flächensparende Verkehrs- und Siedlungsentwicklung aus und rufen auf, Projekte und Konzepte für eine verbesserte Raumordnung beim VCÖ-Mobilitätspreis einzureichen.

23.755 Kilometer Straßen gibt es in der Steiermark. Straßen und Parkplätze nehmen bereits eine Fläche von 344,9 Quadratkilometern in Anspruch, das entspricht der dreifachen Fläche der Landeshauptstadt Graz, verdeutlicht der VCÖ. In den vergangenen fünf Jahren nahm die Fläche für Straßenverkehrsanlagen um 5,2 Quadratkilometer zu, das entspricht der Fläche von rund 850 Fußballfeldern. Im Vergleich zur Bahn verbrauchen Straßenflächen bereits 24 Mal so viel Platz.  

Pro Einwohnerin und Einwohner gibt es in der Steiermark 277 Quadratmeter Straßenverkehrsflächen. Im Burgenland sind es sogar 522 Quadratmeter, in Kärnten 360 und in Niederösterreich 358 Quadratmeter. Im Österreich-Schnitt sind es 223 Quadratmeter, informiert der VCÖ. Zum Vergleich: Das ist fünfmal so viel wie die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in Österreich.

Der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, weist auf die Bedeutung einer verkehrssparenden Raumordnung hin: „Wir haben in Österreich eines der dichtesten Straßennetze Europas sowie leerstehende Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien von mehr als 40.000 Hektar. Eine Revitalisierung dieses Leerstandes und ein Ausbau des Öffentlichen Verkehrsnetzes sind ein Gebot der Stunde, um unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.“

„Bodenversiegelung wird in der Klimakrise ein zunehmendes Problem. Böden, die mit Asphalt oder Beton versiegelt sind, heizen sich massiv auf und erhöhen die tödliche Hitzegefahr. Bei Starkregen wiederum können versiegelte Böden kein Wasser aufnehmen, was die Hochwassergefahr erhöht. Österreich braucht eine flächensparende Verkehrs- und Siedlungsentwicklung“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Während Supermärkte und Einkaufszentren auf der grünen Wiese durch ihre Verkaufsflächen und Parkplätze viel Boden versiegeln und viel Autoverkehr verursachen, vermeidet die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung Bodenversiegelung und Autoverkehr. Zudem belebt die Stärkung der Nahversorgung die Orte. Der VCÖ und die Österreichische Hagelversicherung setzen beim diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis einen Schwerpunkt auf Projekte für eine flächensparende Verkehrs- und Siedlungsentwicklung. Noch bis 17. Juni können Projekte und Konzepte eingereicht werden. Nähere Informationen und Einreichunterlagen unter www.vcoe.at/mobilitaetspreis

Der VCÖ-Mobilitätspreis ist Österreichs größter Wettbewerb für klimaverträgliche Mobilität und nachhaltigen Gütertransport und wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Klimaschutzministerium und den ÖBB durchgeführt.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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