„Leitspital“: Grüne fordern im kommenden Landtag umgehenden Baustopp am „Hochrisikogrundstück“ in Stainach-Pürgg – Zeit für Neustart!

„Nicht nachvollziehbar, dass – nachdem die SPÖ offensichtlich nicht mehr zu ihrem Antrag und Beschluss vom September 2019 steht – in der Landesregierung noch immer die Absicht besteht, an diesem bestenfalls wenig geeigneten Grundstück mit nicht darstellbaren hohen Bau- und Folgekosten festzuhalten!“

Gleich sechs Punkte in Sachen „Leitspital“ fordern die Grünen in der kommenden Landtagssitzung am nächsten Dienstag: Per Entschließungsantrag fordern der Grüne Gesundheitssprecher LAbg. Georg Schwarzl und der Grüne Kontrollsprecher LAbg. Lambert Schönleitner die Landesregierung auf,

erstens den geplanten Bau des Leitspitals auf einem „Hochrisikogrundstück“ im Bezirk Liezen zu stoppen und im Rahmen einer Nachdenkpause über einen Konzeptwettbewerb bzw. Ideenwettbewerb mit offenem Ausgang neue Ideen und Konzepte für eine optimale Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen einzuholen,

zweitens die gesamte Versorgungsstruktur im Bezirk Liezen (Gesundheitszentren, Facharztzentren, niedergelassener Bereich, Spitalsstandorte, Notarztstützpunkte etc.) nachvollziehbar darzustellen und das tatsächlich geplante Gesamtleistungsspektrum für die Bevölkerung offenzulegen,

dem Landtag einen Bericht über die Finanzierung der Gesundheitsstruktur im Bezirk Liezen zu übermitteln,

die Etablierung des Schwerpunktkrankenhauses – im Zusammenspiel mit den Standorten Bad Aussee und Schladming – am Standort Rottenmann zu prüfen und als zukunftsfähige Alternative zum geplanten Leitspital Stainach vorzulegen,

das Einvernehmen über die künftige Spitalsstruktur im Bezirk Liezen mit der Region herzustellen, und

alle bisherigen finanziellen Aufwendungen in Zusammenhang mit der Planung des Leitspitals sowie aktuelle Planungen über die Finanzierung des Leitspitals offenzulegen.

Schwarzl und Schönleitner erinnern in ihrem Antrag (anbei) an die beiden dem Landtag nun vorliegenden Gutachten, aus dem folgende Schlüsse gezogen werden können:

–      Eine Bebauung am vorgesehenen Grundstück ist zwar nicht gänzlich unmöglich, aber erfordert doch einiges an kostenintensiven Maßnahmen und lässt befürchten, dass die Standsicherheit auch in Zukunft Maßnahmen erfordern würde.

–      Beide Gutachten dienen nur einer ersten Voreinschätzung, denn beiden Gutachten liegen noch keine Planunterlagen vor – das wird auch in den Beurteilungsgrundlagen (korrekterweise) in beiden Gutachten angegeben. Das heißt., ob ein Leitspital nach den Vorstellungen der Landesregierung bzw. der KAGes überhaupt möglich ist, ist erst beurteilbar, wenn eine einigermaßen konkrete Planung vorliegt.

–      Geotechnik: Aufgrund der Bodenschichten seien „ geotechnische Sondermaßnahmen (z.B. Tiefgründung, Bodenverbesserung) notwendig […]. „Im Zusammenhang mit der bestehenden Altlast kann die Ausführung einer Tiefenverdichtung jedoch zu einer erhöhten Mobilisierung der Schadstoffe im Untergrund führen und ist daher voraussichtlich aus hydrogeologischer Sicht nicht zulässig“. Daher bleibt offenbar nur eine Tiefgründung auf Pfählen (Großbohrpfähle) und zusätzlich eine „lastenverteilende, mittels Geogitter bewehrte Schicht“. Dennoch ist eine der Schlussfolgerungen: „Die Untergrundverhältnisse am untersuchten Areal sind für eine Bebauung aus geotechnischer Sicht grundsätzlich geeignet und als ausreichend tragfähig zu beurteilen“– unter den angeführten (wohl teuren und komplizierten) Bedingungen.

–      Hydrogeologie – es besteht ein generelles Hochwasserproblem: „Aus Gründen des Hochwasserschutzes werden jedenfalls Anschüttungen zur Hochwasserfreistellung erforderlich sein“. Daraus ergeben sich laut dem Gutachtenzahlreiche Folgeprobleme.

„Insgesamt ist es nicht nachvollziehbar, dass – nachdem die SPÖ offensichtlich nicht mehr zu ihrem Antrag und Beschluss vom September 2019 steht – in der Landesregierung noch immer die Absicht besteht, an diesem bestenfalls wenig geeigneten Grundstück mit nicht darstellbaren hohen Bau- und Folgekosten festzuhalten“, so Schwarzl und Schönleitner. Und beide betonen: „Es ist dringend ein Einvernehmen über die künftige Spitalsstruktur im Bezirk Liezen mit der Region herzustellen!“

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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