E-Fahrradboom – bereits mehr als 90.000 E-Fahrräder in der Steiermark

Infrastruktur-Offensive für Radverkehr ein Jobmotor, der die Steiermark näher ans Klimaziel bringt

VCÖ (Wien, 2. Juni 2020) – Elektro-Fahrräder boomen. Allein im Vorjahr wurden in der Steiermark mehr als 20.000 E-Fahrräder verkauft, macht der VCÖ aufmerksam. Mittlerweile gibt es bereits mehr als 90.000 E-Fahrräder in der Steiermark. Zwei Drittel der Autofahrten sind in E-Fahrrad-Distanz. Damit das Potenzial von E-Fahrrädern genutzt werden kann, spricht sich der VCÖ für eine Infrastruktur-Offensive für den Radverkehr aus. Der Bau von Radwegen ist ein klimafreundlicher Jobmotor, der um 50 Prozent mehr Arbeitsplätze schafft als der Autobahn-Bau. 

„Wir können die Klimaziele nur erreichen, wenn deutlich mehr Autofahrten auf das Fahrrad verlagert werden. Deshalb ist der E-Fahrrad-Boom erfreulich. Denn im Unterschied zum Auto verlängert der Elektromotor beim Fahrrad die Reichweite“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. 

Immer mehr Steirerinnen und Steirer besitzen ein Elektro-Fahrrad.  Bereits mehr als 90.000 E-Fahrräder gibt es in der Steiermark, macht der VCÖ aufmerksam. Fahrradhändler berichten, dass es einen regelrechten Run auf E-Fahrräder gibt. Und schon im Vorjahr wurden in der Steiermark mehr als 20.000 Elektro-Fahrräder gekauft.

Immerhin zwei Drittel der Autofahrten in der Steiermark sind kürzer als 15 Kilometer und damit in E-Fahrrad-Distanz. Eine Studie zeigt, dass mit E-Fahrrädern um rund 50 Prozent mehr Kilometer gefahren werden als mit einem herkömmlichen Fahrrad. Damit das Potenzial zur Verlagerung von Autofahrten auf E-Fahrrad oder herkömmliches Fahrrad ausgeschöpft werden kann, braucht es eine gute Infrastruktur für den Radverkehr. 

Der VCÖ fordert die rasche Umsetzung einer Infrastruktur-Offensive für den Radverkehr. Im Ortsgebiet können die Bedingungen zum Radfahren durch Tempo 30 statt Tempo 50, Verkehrsberuhigung und mehr Platz für den Radverkehr verbessert werden. „Leider wird auf etlichen Straßen noch immer parkenden Autos mehr Platz gegeben als den Bürgerinnen und Bürgern, die Rad fahren oder zu Fuß unterwegs sind. Das ist rasch zu korrigieren“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Darüber hinaus sind Radwege zu verbreitern sowie neue zu errichten. In den Regionen ist es wichtig, dass Siedlungen das nächstgelegene Ortsgebiet gut mit dem Fahrrad erreichen gut. Auch die Bahnhöfe sind optimal ans Radwegenetz anzuschließen. Gerade für Pendlerinnen und Pendler ist die Kombination mit dem Rad zum Bahnhof und dann weiter mit dem Zug sehr kostengünstig. 

Großen Aufholbedarf hat Österreich bei den sogenannten Rad-Highways. Während international immer mehr Ballungsräume auf breite und möglichst kreuzungsfreie Radschnellverbindungen vom Umland in die Städte setzen, hinkt Österreich bei dieser Entwicklung weit hinterher.  

So wurden beispielsweise in der Region Kopenhagen in den vergangenen Jahren bereits mehr als 170 Kilometer Rad-Highways eröffnet, bis zum Jahr 2022 soll das Netz auf rund 250 Kilometer ausgebaut werden und bis zum Jahr 2030 auf 680 Kilometer, informiert der VCÖ. Die durchschnittliche Distanz, die hier mit dem Fahrrad gefahren wird, ist elf Kilometer lang. 34 Prozent der Pendlerinnen und Pendler fahren in der Region Kopenhagen mit dem Fahrrad zur Arbeit. 

Der VCÖ fordert, dass auch in Österreichs Ballungsräumen rasch ein Netz an Rad-Highways errichtet werden. Neben den positiven Auswirkungen auf Gesundheit, Luftqualität, Klima und Stauvermeidung, ist ein starker Ausbau der Rad-Infrastruktur auch ein Jobmotor. Pro 100 Millionen Euro werden durch den Bau von Radwegen um rund 50 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen als durch den Bau von Autobahnen. 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer  (0699) 18932695

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Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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