Österreich-Urlaub hat um rund 90 Prozent bessere Klimabilanz als Flugreise

Weniger Flugreisen und weniger Kreuzfahrten, stattdessen mehr Österreich-Urlaub und mehr Radreisen werden die Klimabilanz der Sommerurlaubsreisen heuer deutlich verbessern. Die heute veröffentlichte VCÖ-Publikation „Klimafaktor Reisen“ zeigt, dass neben dem Reiseziel die Verkehrsmittelwahl die Klimabilanz des Urlaubs massiv beeinflusst. Der Radtourismus ist nicht nur für die Umweltbilanz positiv, sondern auch ein zunehmender Wirtschaftsfaktor, betont der VCÖ.

Vor der Covid-19 Pandemie machten rund drei Viertel der steirischen Bevölkerung eine oder mehrere Reisen pro Jahr. Auslands- und Inlandsreisen hielten sich etwa die Waage, informiert der VCÖ. Heuer werden Österreich-Urlaube vorne liegen. „Für heuer ist ein anderes Reiseverhalten zu erwarten: Weniger Flugreisen und Kreuzfahrten stattdessen mehr Österreich-Urlaub und mehr Radreisen“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Die Urlaubsreisen im Sommer 2020 werden damit deutlich klimaschonender sein. 

Denn die CO2-Bilanz von Flugreisen und Kreuzfahrten ist mit Abstand am schlechtesten, wie die heute veröffentlichte VCÖ-Publikation „Klimafaktor Reisen“ zeigt. Ein Spanienurlaub mit dem Flugzeug verursacht rund fünfmal so hohe CO2-Emissionen wie ein Italienurlaub mit dem Auto, neunmal so hohe Emissionen wie ein Österreich-Urlaub mit dem Auto und sogar 16 Mal so hohe Emissionen wie ein Österreich-Urlaub mit der Bahn, so die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts. 

Der Unterschied in der Verkehrsmittelwahl zwischen Urlaub im Inland und im Ausland ist sehr groß, weist der VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Beim Österreich-Urlaub war zuletzt der Anteil der Bahn mit fast 13 Prozent rund dreimal so hoch wie beim Urlaub im Ausland mit 4,4 Prozent. Während mit 0,2 Prozent kaum jemand im Inland auf Urlaub flog, betrug der Fluganteil beim Auslandsurlaub 44 Prozent. Der Anteil der Autoreisen ist beim Österreich-Urlaub mit 82 Prozent doppelt so hoch wie beim Urlaub im Ausland.

Besonders klimaschonend ist der Radurlaub, wie die VCÖ-Publikation zeigt. Für jede dritte Radreise in Österreich wurde die Bahn für die Anreise zum Abfahrtsort gewählt, für jede zehnte der Bus und jede neunte Radreise wurde gleich zu Hause gestartet. Der Rest entfiel auf die Anreise mit dem Auto. 

Der VCÖ sieht für Österreich gerade im autofreien Tourismus und im Radtourismus eine große Chance. „Natur, saubere Luft, die Schönheit der Landschaften sind wesentliche Motive für den Urlaub in Österreich. In Zeiten der Klimakrise sollte sich Österreich als Europas klimafreundlichstes Urlaubsland positionieren“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Der VCÖ fordert den Ausbau der Radrouten und ein dichteres Netz an Radwegen. Das Öffentliche Verkehrsangebot in den Urlaubsregionen ist auszubauen und zu verbessern. 

Die VCÖ-Publikation „Klimafaktor Reisen“ ist im Internet unter www.vcoe.at (Download) oder beim VCÖ unter (01) 8932697 erhältlich 

VCÖ: Verkehrsmittelwahl bei Österreich-Urlaub klimafreundlicher (Österreich-Urlaub – in Klammer Auslandsurlaub)

Bahn: 12,6 Prozent (4,4 Prozent)

Bus: 3,4 Prozent (7,3 Prozent)

Pkw: 82,0 Prozent (41,4 Prozent)

Sonstige Verkehrsmittel: 1,9 Prozent (1,7 Prozent)
Flugzeug: 0,2 Prozent (44,4 Prozent)
Schiff: 0,0 Prozent (0,8 Prozent)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

VCÖ: Österreich-Urlaub mit Bahn besonders klimaschonend (Urlaub, 1 Woche pro Person)

Spanien-Urlaub mit Flugzeug: 1.528 kg CO2 

Italien-Urlaub mit Pkw: 304 kg CO2 (minus 80 Prozent) 

Österreich-Urlaub mit Pkw: 162 kg CO2 (minus 89 Prozent) 

Österreich-Urlaub mit Bahn: 96 kg CO2 (minus 94 Prozent)
Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2020 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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