VCÖ zum Neustart an den Schulen: Bewegungsaktiver Schulweg statt Elterntaxi

Nächste Woche geht es für die steirischen Schülerinnen und Schüler nach acht Wochen Corona-Pause wieder in die Schule. Der VCÖ empfiehlt, dass die Kinder möglichst zu Fuß, mit Tretroller oder Fahrrad zur Schule kommen. So kommen die Kinder am Schulweg auf eine gesunde Portion Bewegung. Vom sogenannten Elterntaxi ist abzuraten. Vor der Schule verursachen Elterntaxis ein Verkehrschaos und dem eigenen Kind wird die Möglichkeit genommen, am Schulweg Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu erlangen, betont der VCÖ. 

Nach acht Wochen Home-Schooling geht es nächste Woche für die steirischen Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule. „Zur Vorbereitung auf den Neustart in die Schule gehört auch der Schulweg“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Der VCÖ empfiehlt Eltern von Volksschulkindern, jetzt am Wochenende den Schulweg nochmals gemeinsam mit dem Kind zurückzulegen und mit dem Kind das richtige Verhalten durchzubesprechen. 

Da in der Regel mehrere Wege zur Schule führen, sollte jene Route gewählt werden, auf der weniger Autos fahren und weniger Straßen zu überqueren sind. Kinder können erst ab etwa dem 9. Lebensjahr Entfernungen richtig abschätzen, das Abschätzen von Geschwindigkeit ist erst danach möglich. Wichtig ist, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht verstellen. Deshalb fordert der VCÖ, dass das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von fünf auf zehn Meter ausgeweitet wird. Und: Gefahrenstellen am Schulweg unbedingt der jeweiligen Gemeinde melden. 

Vor allem Volksschulkinder haben meist einen kurzen Schulweg, der gut zu Fuß gegangen werden kann. „Bewegungsmangel ist ein zunehmendes Problem. An den Schulen wird nun weniger oder gar kein Sport gemacht. Der Schulweg ist damit eine Chance, auf eine gesunde Portion Bewegung zu kommen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule chauffieren, nehmen ihrem Kind diese Chance. Zudem sind die Schulwege aufgrund der Schulwegsicherung verkehrssicherer als Freizeitwege. Kinder können damit in einem gesicherten Umfeld Kompetenz für das Verhalten im Straßenverkehr erlangen, wodurch sie auch auf Freizeitwegen sicherer unterwegs sind.

Gemeinden und Städte sind gefordert, verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung durchzuführen. Die Coronakrise hat sichtbar gemacht, dass viele Gehsteige und Radwege zu schmal sind. Diese Mängel und Engstellen sollten nun möglichst rasch behoben werden. „Zudem können direkt vor dem Schulumfeld Schulstraßen oder Wohnstraßen und Begegnungszonen die Situation verbessern. Darüber hinaus ist in den Wohngebieten eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung wichtig“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Tempo 30 sollte im Ortsgebiet die Regelgeschwindigkeit sein, Tempo 50 die Ausnahme. 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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