Steirische Stadtparks ohne Bäume?

Der Klimawandel beschert uns nicht nur dramatische Naturkatastrophen, sondern bringt auch unsere Baumkulturen in Gärten und Parkanlagen unter massiven Druck, der zu Totalausfällen führen kann. Daher wurde auf Initiative von Landesrat Hans Seitinger im Zuge der Klimaanpassungsstrategie des Landes Steiermark auch der Bereich der Zierpflanzen und -Bäume einem Klimacheck unterzogen. In einem umfangreichen Projekt wurden daher in den vergangenen drei Jahren mit Unterstützung des Lebensressorts von den steirischen Baumschulen auch klimafitte Baumarten unter die Lupe genommen. „Viele dieser Zierbäume und –Sträucher in Städten und Gartenanlagen sind wichtige Schattenspender und Klimaregulatoren“, so der Landesrat, der dieses Klimaprojekt massiv unterstützt. 

Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Steiermark Maria Pein unterstreicht: „Es freut uns, dass wir mit unserem Know-how dieses Projekt für die steirischen Baumschulen unterstützen konnten. Bei diesem zukunftsweisenden Projekt wurden viele positive nachhaltige Outputs geschaffen.“

Ferdinand Lienhart, Obmann des Verbandes „Die Steirischen Gärtner und Baumschulen“ zeigt sich namens der steirischen Baumschulen erfreut über die Unterstützung: „Der Verband „Die Steirischen Gärtner und Baumschulen“ ist dankbar, dass mit der finanziellen Unterstützung des Landes und in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Steiermark dieses qualitätsvolle Projekt erfolgreich umgesetzt wurde. Für die steirischen Baumschulen wurde durch die Vernetzung, die fachlichen Informationsmaßnahmen und viele weitere Aktivitäten ein Grundstein gesetzt, um für die Zukunft gewappnet zu sein.“

Die Errichtung von Gartenanlagen liegt zunehmend mehr im Trend und vor allem im urbanen Bereich ist jeder Baum eine enorme Verbesserung der Lebensqualität. Dabei gibt es für jeden Gartenstandort und Gestaltungswunsch besonders geeignete Hausbäume, die in unseren Breiten gedeihen und als frosthart gelten. Bestimmte Gehölze sind aufgrund ihrer Eigenschaften beispielsweise für Standorte mit extremen Klimaverhältnissen geeignet. Oder sie passen durch ihre Ausstrahlung und die sie umgebende Aura bestens in bestimmte Gartenstile.  Mit der richtigen Artenwahl können schlechte Bodenbeschaffenheiten ebenso wie ungünstige Lichtverhältnisse bewältigt werden.

Im Zuge des Projekts wurden neben den klimafitten Baumarten auch unterschiedlichste Aspekte der Förderung der Pflanzengesundheit beleuchtet.

Unter anderen wurden folgende Baumarten als klimafit identifiziert:

·          Feldahorn – Acer campestre

o   Der Feldahorn gilt allgemein als Profiteur des Klimawandels. Sehr hitze- und trockenheitsverträglich.

o   Der Feldahorn ist derzeit der empfehlenswerte heimische Ahorn.

o   Er wird ein mittelgroßer Baum mit einer Endhöhe von circa 12-15 m. Ebenso ist er ein Bienennährgehölz und bietet durch seine dichte Krone meist eine tolle Nistmöglichkeit für Vögel

·         Freemann-Ahorn – Acer freemannii ‚Autumn Blaze‘          

o   Die Freemanii-Sorten zeichnen sich durch starken Wuchs, höhere pH-Verträglichkeit und eine große Trockenheitsresistenz aus. Er verträgt auch schwere und feuchte Böden.

o   Autumn Blaze ist die beste Sorte: gute Krone, schöne rote Herbstfärbung!           

o   Ausgewachsen wird er zwischen 15 und 20 m hoch und gilt außerdem als sehr gutes Bienennährgehölz.

·         Kugel-Mannaesche – Fraxinus ornus `Meczek

o   Die Kugel-Mannaesche ist momentan der beste Kugelbaum, sie hat sich trotz ihrer südeuropäischen Herkunft als gesund und frosthart erwiesen. Kein Eschentriebsterben.

o   Schön ist auch die dekorative weiße Maiblüte. Die Sorte meczek bekommt einen Kronendurchmesser von maximal 5 m. Sehr guter Pollenlieferant für die Biene.

·         Lederhülsenbaum – Gleditsia triacanthos                  

o   Der Lederhülsenbaum ist ein Stickstoffsammler, der für die zukünftigen Stadtbedingungen bestens geeignet erscheint und durch seine lichte Krone Unterpflanzungen ermöglicht.

o   Der Einsatz von dornenlosen Sorten ist im Stadtbereich zwingend notwendig.

o   Die Gleditsie verträgt sowohl Hitze und Trockenheit als auch leichte Überflutungen und Staunässe.

o   Wird bis 20 m hoch, es gibt Sorten wie zB. ’Sunburst’ die kleiner bleiben.

o   Sehr viel Pollen und Nektar für Bienen und Hummeln!

o   Ebenso sind die Früchte und Samen des Lederhülsenbaums für Vögel und auch etliche Nager eine Delikatesse!

©Land Steiermark/Streibl, V.l.n.r Peter Loidl (Baumschule Loidl), Landesrat Hans Seitinger, Vizepräsidentin Maria Pein (Landwirtschaftskammer Steiermark) und Obmann Ferdinand Lienhart (Die Steirischen Gärtner und Baumschulen) bei der Besichtigung klimafitter Bäume in der Baumschule Loidl in Kaindorf bei Hartberg.
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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