Deutlicher Verkehrsrückgang auf steirischen Autobahnen und Schnellstraßen im heurigen März

Auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen waren heuer im März um 39 Prozent weniger Fahrzeuge unterwegs als im März des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Auch auf den steirischen Autobahnen ging die Verkehrsbelastung stark zurück. So waren auf der Südautobahn bei der Laßnitzhöhe täglich um rund 20.600 Fahrzeuge weniger unterwegs al im März des Vorjahres, auf der Pyhrnautobahn bei Wundschuh nahm der Verkehr um rund 19.500 Fahrzeuge pro Tag ab. Um Verkehrslawinen wie vor der Coronakrise zu verhindern, braucht es umfassende und rasche Maßnahmen, betont der VCÖ. 

Die Maßnahmen infolge der COVID-19 Pandemie haben zu einem historischen Verkehrsrückgang auf Österreichs Straßen geführt. Eine aktuelle VCÖ-Analyse von 248 Zählstellen der Asfinag zeigt, dass im März im Schnitt um 39 Prozent weniger Fahrzeuge unterwegs waren als im März des Vorjahres. An Werktagen nahm der Verkehr im Schnitt um 36 Prozent ab, an den Wochenenden sogar um 48 Prozent. Aufgrund der umfassenderen Maßnahmen in Tirol und Vorarlberg war dort der Rückgang der Verkehrsbelastung am stärksten, berichtet der VCÖ. 

In der Steiermark nahm der Verkehr auf der A2 um mehr als ein Drittel ab. Beim Knoten Graz West ging die tägliche Verkehrsbelastung um 19.600 Fahrzeuge auf 35.319 Kfz pro Tag zurück. Auf der A9 waren bei Graz-Webling im heurigen März täglich 41.924 Kfz unterwegs, um rund 21.700 weniger als im März des Vorjahres, so die VCÖ-Analyse. Auf der S 35 Brucker Schnellstraße waren bei Ungersdorf mit 12.703 um rund 8.100 Fahrzeuge weniger als im März des Vorjahres unterwegs und auf der S36 Murtal Schnellstraße reduzierte sich bei Zmöllach das tägliche Verkehrsaufkommen ebenfalls um 8.100 auf 13.845. Auf der S6 Semmering Schnellstraße nahm bei St. Marein der tägliche Verkehr sogar um rund 10.000 Fahrzeuge auf 17.427 ab. Auf allen Autobahnen und Schnellstraßen war der Verkehrsrückgang am Wochenende stärker als unter der Woche, informiert der VCÖ. 

Der Verkehrsrückgang führte zu weniger Lärm, weniger Abgasen und weniger Staus. Anrainerinnen und Anrainer berichteten, dass sie statt Verkehrslärm Vogelgezwitscher hörten. Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass die gesundheitsschädliche Stickoxidbelastung entlang von Straßen deutlich zurückgegangen ist. „Die Politik ist zum Schutz der Gesundheit der Anrainerinnen und Anrainer gefordert, rasch Maßnahmen zu setzen, damit es nach dem Neustart nicht zu den gleichen Verkehrslawinen kommt wie vor der Coronakrise“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. 

Mehr Homeoffice oder Videokonferenzen statt Dienstreisen reichen nicht aus, um die Verkehrsbelastung auf ein gesundheitlich erträgliches Maß zu beschränken. „Es braucht eine viel stärkere Verlagerung des Verkehrs auf Bahn und Bus. Deshalb ist es wichtig, dass der Öffentliche Verkehr sein Angebot rasch wieder hochfährt“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Darüber hinaus ist die Infrastrukturpolitik endlich in Einklang mit den Klimazielen zu bringen. „Jede fünfte der 201 Städte ist nicht mit der Bahn erreichbar. Im Unterschied zu vielen europäischen Städten haben Österreichs Ballungsräumen keine Rad-Highways. Und der ländliche Raum braucht statt neuer Autobahnen viel dringender ein leistungsfähiges digitales Netz“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695 

VCÖ: Verkehrsrückgang auf den Autobahnen und Schnellstraßen unterschiedlich stark (Änderung Kfz-Verkehr März 2020 zu März 2019) 

A13 Brennerautobahn: minus 58 Prozent

S16 Arlberg Schnellstraße: minus 53 Prozent

A6 Nordostautobahn: minus 49 Prozent

A12 Inntalautobahn: minus 47 Prozent 

A4 Ostautobahn: minus 43 Prozent

S33 Kremser Schnellstraße: minus 43 Prozent 

A10 Tauernautobahn: minus 42 Prozent

A14 Rheintalautobahn: minus 41 Prozent

A1 Westautobahn: minus 39 Prozent
A11 Karawankenautobahn: minus 39 Prozent
S5 Stockerauer Schnellstraße: minus 39 Prozent
S35 Brucker Schnellstraße: minus 39 Prozent 

A2 Südautobahn: minus 38 Prozent
S6 Semmering Schnellstraße: minus 38 Prozent
S31 Burgenland Schnellstraße: minus 38 Prozent

A5 Nordautobahn: minus 37 Prozent
S4 Mattersburger Schnellstraße: minus 37 Prozent
S36 Murtal Schnellstraße: minus 37 Prozent 

A3 Südostautobahn: minus 36 Prozent
A9 Pyhrnautobahn: minus 36 Prozent

A21 Wiener Außenringautobahn: minus 35 Prozent 

A7 Mühlkreisautobahn: minus 34 Prozent
S1 Wiener Außenring Schnellstraße: minus 34 Prozent

A8 Innkreisautobahn: minus 33 Prozent
A25 Welserautobahn: minus 32 Prozent
A22 Donauuferautobahn: minus 32 Prozent

S2 Wiener Nordrand Schnellstraße: minus 30 Prozent 

A23 Südosttangente: minus 29 Prozent

Für S3 keine Vergleichswerte verfügbar
Quelle: Asfinag, VCÖ 2020 

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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