addendum: Zivildienst verlängert – War das nötig?

Zur Bewältigung der Krise, hieß es, nutzte die Regierung eine Klausel im Gesetz und zwang 1.500 junge Österreicher dazu, ihren Zivildienst um drei Monate zu verlängern. Und warb um Freiwillige. Gleichzeitig schicken dieselben Organisationen tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit. Passt das zusammen?

Nennen wir ihn Konstantin. Konstantin will öffentlich – und vor allem von seinem derzeitigen Arbeitgeber und der Zivildienstserviceagentur der Republik – nicht erkannt werden: Er befürchtet, dass beide ihm das übelnehmen könnten. Im Vorjahr absolvierte er die Matura und begann seinen verpflichtenden Dienst am Staat in Form des Zivildiensts abzuleisten. Ende März hätte er ihn, nach neun Monaten schlecht bezahlter Arbeit, beenden sollen. Er wollte sich auf einen Job vorbereiten. Doch dann kam das Coronavirus.

Und die Bundesregierung entschied, Konstantin und etwa 1.500 weitere Zivildiener drei zusätzliche Monate in die Pflicht zu nehmen. Die Corona-Pandemie, hieß es, erfordere das. Gesundheits- und Pflegewesen seien am Limit. Also erhielt auch Konstantin kurz vor dem geplanten Ende seines Dienstes den Verlängerungsbescheid. Wie die überwältigende Mehrheit der Zivildiener blieb auch er bei seiner angestammten Dienststelle, in seinem Fall die Verwaltung einer großen, anerkannten Hilfsorganisation. Was er und seine Familie jedoch nicht verstehen: „Warum stiehlt man ihm drei weitere Monate seines Lebens, bezahlt ihn dafür schlecht, und lässt gleichzeitig zu, dass sein Arbeitgeber seine angestellten Kollegen auf Kurzarbeit schickt?“, fragt seine Mutter……..

Mehr: addendum

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at