Medikamente gegen COVID 19?

Eine Annäherung

Es gibt bisher noch keine wirksame, sichere, zugelassene Therapie und auch keine Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2. 

Berichte schüren aber Hoffnungen, die Welt habe bereits ein Mittel gegen Covid-19 gefunden. Zwei, genau genommen: Chloroquin und das verwandte Hydroxychloroquin, beides Malariamedikamente, die seit mehr als siebzig Jahren verwendet werden.

Es fehlen aber noch die wichtigsten Schritte, bis ein Medikament auf den Markt kommen kann: Die Testung nicht nur in Zellkulturen, sondern auch im Tierversuch und anschließend die klinische Prüfung an Hunderten Patienten. In erster Linie sind es derzeit die Experimente in Zellkulturen und an Versuchstieren, die nahelegen, dass Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen Sars-CoV-2 und andere Coronaviren wirken. Diese aufwändige Prüfung ist nicht etwa eine unnötige Vorschrift, sondern dient vor allem der Sicherheit. Schließlich fallen mehr als 90 Prozent aller neu entwickelten Medikamente in der entscheidenden klinischen Phase durch. Erfole auch durch ein japanisches Medikament: Avigan wurde in Japan 2014 als Mittel gegen Influenzaviren zugelassen, war aber bis dato nur als Notfallmedikament für schwere Fälle im Einsatz. In chinesischen Kliniken in Wuhan und Shenzen erzielte man damit gute Ergebnisse bei Covid-19-Patienten.

Vielversprechendes vom österreichischen Aushängewissenschaftler Penninger (2018 übernahm er die Leitung des Life Sciences Institute an der University of British Columbia)

Wie ein Schwamm soll ein von Josef Penninger entwickelter Wirkstoff Viren aufsaugen. Der österreichische Genetiker fand bereits während der SARS-Epidemie 2003 heraus, wie sich Coronaviren im menschlichen Körper verhalten: Sie schleusen sich über ein Enzym namens ACE2 in die Zellen, wo sie sich anschließend vermehren. In Österreich kommt Avigan derzeit auf Intensivstationen zum Einsatz.

Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, hat die Einschätzung von Experten bestätigt, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für Covid-19-Medikamente geben könnte.

Impfstoff in weiterer Ferne

Bis ein wirksamer Impfstoff gegen COVID-19 eingesetzt werden kann, werden aber noch einige Monate verstreichen. Wissenschaftler hatten wiederholt betont, dass es noch bis zu 18 Monate dauern dürfte, bis es einen Impfstoff gibt. Angesichts der Dringlichkeit, so schnell wie möglich einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln, hat Microsoft-Gründer Bill Gates Regierungen in aller Welt dazu aufgerufen, mehr Geld für die Entwicklung bereitzustellen. Bill Gates ist der größte private Fiancier der WHO.

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Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
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