Motorradtouren wegen Coronakrise unbedingt verschieben – Im Vorjahr 16 tödliche Motorradunfälle

In den vergangenen zehn Tagen gab es in Österreich drei tödliche Motorradunfälle. Der VCÖ weist darauf hin, dass das tödliche Unfallrisiko mit dem Motorrad 22 Mal so hoch ist wie mit dem Pkw. Im Vorjahr wurden bei Verkehrsunfällen in der Steiermark 16 Motorradfahrer getötet, mehr als 500 verletzt. Der VCÖ betont, dass Spitäler und Ärzte ihre Kapazitäten für COVID-19 Patienten benötigen. Von Motorradtouren ist abzuraten.

Innerhalb von nur zehn Tagen kam es in  Österreich zu drei tödlichen Motorradunfällen, obwohl der Verkehr deutlich zurückgegangen ist. „Das tödliche Unfallrisiko ist mit dem Motorrad um rund 22 Mal höher als mit dem Pkw. Motorräder fahren so schnell wie Autos, sie haben aber keinen schützenden Blechmantel“, macht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer aufmerksam.

Im Vorjahr wurden in der Steiermark 16 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen getötet, im Jahr 2018 waren es ebenfalls 16 und im Jahr 2017 15.  Pro Jahr werden zudem rund 500 Motorradfahrer verletzt, viele davon schwer. Seit dem Jahr 2010 verunglückten auf den steirischen Straßen 132 Motorradfahrer tödlich, berichtet der VCÖ. 

In der aktuellen Situation ist von Motorradtouren dringend abzuraten. Spitäler sowie Ärztinnen und Ärzte brauchen ihre Kapazitäten zur Betreuung von COVID-19 Patienten. 

Wer für Alltagswege mit dem Motorrad unterwegs ist, kann durch das Fahrverhalten sehr viel zur eigenen Verkehrssicherheit beitragen: Langsamer und mit voller Aufmerksamkeit fahren, Tempolimits unbedingt einhalten, keine riskanten Überholmanöver, in Kurven besonders achtsam sein. Darüber hinaus sieht der VCÖ auch die anderen Verkehrsteilnehmer gefordert, aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren. In der Vergangenheit wurden schwere Motorradunfälle auch von unachtsamen Pkw- oder Lkw-Lenker verursacht. 

Ein großes Sicherheitsproblem auf den heimischen Straßen ist derzeit auch Raserei. Manche meinen, aufgrund des starken Verkehrsrückgangs schneller als erlaubt fahren zu können. Die Anzahl extremer Tempoüberschreitungen ist hoch, wie Berichte der Polizei zeigen. „Das ist nicht nur ein gefährlicher Irrtum, sondern auch ein extrem verantwortungsloses Verhalten. Die Strafhöhen für Raser sollten daher rasch deutlich erhöht werden“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. 

Mit der Geschwindigkeit verlängert sich der Anhalteweg und damit steigt das Unfallrisiko. Im Fall eines Unfalls steigt mit der Aufprallgeschwindigkeit die Verletzungsschwere. Der VCÖ verdeutlicht das anhand eines Beispiels: Ein Pkw, der im Ortsgebiet mit 50 km/h einen Anhalteweg von 24 Metern hat, hat bei 80 km/h einen Anhalteweg von 51 Metern und nach 24 Metern noch eine Geschwindigkeit von 72 km/h. Wird ein Fußgänger mit diesem Tempo angefahren, sind tödliche Verletzungen die Folge.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699) 18932695

VCÖ: Seit 2010  mehr als 130 Motorradfahrer in der Steiermark tödlich verunglückt

Jahr 2019: 16 tödlich verunglückte Motorradfahrer

Jahr 2018: 16 

Jahr 2017: 15

Jahr 2016: 12

Jahr 2015: 11

Jahr 2014: 14 

Jahr 2013: 7 

Jahr 2012: 14

Jahr 2011: 17  

Jahr 2010: 10 
Summe: 132 tödlich verunglückte Motorradfahrer
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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